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“Von
der sozialen Struktur her ein Dorf, von den sozialen Problemen her eine
Stadt”, so beschreibt Pfarrer Gernot Ratajek-Greier die Kommune
Setterich, den größten Ort der Kirchengemeinde
Setterich-Siersdorf. In der Tat: In der Nachkriegszeit ein
blühendes Zentrum des Bergbaus und Einwanderungsziel für
Arbeiter aus ganz Europa, ist der Nordkreis jetzt eine Region, in der
die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen sich grundlegend
verändern. Nach dem Ende des Steinkohlebergbaus im Dezember 1992
ändern sich Arbeits- und Wohnbedingungen fortlaufend. An Stelle
des einen großen Arbeitgebers in der Region sind viele kleinere
Betriebe getreten. Nur: Gefragt sind jetzt Spezialisten für
Feinmechanik und Computer. Die Kenntnisse und Fähigkeiten der
ehemaligen Bergleute sind, so scheint es, nicht mehr gefordert. Immer
noch arbeiten sehr viele Menschen in Schicht, gependelt wird nicht nur
ins nahe Aachen, sondern auch bis Düsseldorf, Leverkusen und
Köln.
Die
einst für die Bergleute errichteten Sozialwohnungen stehen zu
einem großen Teil leer. Auf der anderen Seite wachsen an den
Ortsrändern immer mehr Einfamilienhäuser in die Höhe.
Ein
Schwerpunkt des Gemeindelebens in Setterich-Siersdorf ist die
Kindergruppenarbeit. Nicht nur ein vier-gruppiger Kindergarten - “ein
für den Gemeindeaufbau ungeheuer nützlicher Luxus” -, sondern
auch mehrere Krabbel-, Vorkindergarten- und Kindergruppen in dem
großen Gemeindezentrum der Settericher Gnadenkirche und der
kleineren Kirche in Siersdorf sorgen für Leben in der Kirche.
Ein
anderer erfreulicher Arbeitsbereich ist die Kirchenmusik. Der junge
Organist Tobias Koltun und der Stephan-Ludwig-Roth-Chor - aus den
Reihen der zahlreichen Siebenbürger in Setterich gewachsen -
stehen für die musikalische Qualität in der Kirche. Ein
weiterer bunter Tupfer im Gemeindeleben: In zwei
Gemeindebüchereien halten die Bezirke eine Fülle an Lesestoff
für die Gemeindeglieder bereit.
Die
Geschichte der Gemeinde ist noch recht jung: Erst in den 50er Jahren
zogen in das vorher rein katholische Setterich in nennenswertem Umfang
Protestanten. 1953 begann der Eschweiler Bergwerksverein, in Setterich
und Siersdorf Wohnungen zu bauen. Die Neubürger fanden Arbeit in
der neu eröffneten Zeche Emil Mayrisch in Siersdorf. Auch für
zahlreiche Kriegsflüchtlinge wurde die Gemeinde Heimat. Die
Gnadenkirche in Setterich wurde 1958 fertig gestellt, die
Erlöserkirche in Siersdorf entstand in den Jahren 1961/62. 1964
wurde die evangelische Kirchengemeinde Setterich-Siersdorf
selbständig. Nach der großen kommunalen Gebietsreform 1972
liegt die Kirchengemeinde im Gebiet zweier Kommunen: Setterich und die
drei kleinen Dörfer Puffendorf, Loverich und Floverich
gehören zur Stadt Baesweiler (Landkreis Aachen), Siersdorf
hingegen wurde in die Kommunalgemeinde Aldenhoven (Kreis Düren)
eingegliedert. Mehr zur Geschichte finden Sie hier.
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