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von links: Anna Werle (Frauennotruf Rhein-Hunsrück), Michaela Gasper (Polizeipräsidium Koblenz), Barbara Albers (Herzog-Johann-Gymnasium Simmern), Pfarrer Andreas Nehls (Moderation), Gebhard Petry (Polizei Simmern) und Harald Neusser (Shodan GYM Simmern)
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von links: Anna Werle (Frauennotruf Rhein-Hunsrück), Michaela Gasper (Polizeipräsidium Koblenz), Barbara Albers (Herzog-Johann-Gymnasium Simmern), Pfarrer Andreas Nehls (Moderation), Gebhard Petry (Polizei Simmern) und Harald Neusser (Shodan GYM Simmern)

Jahresthema Frieden 

"Frieden und Gewalt im sozialen Nahfeld"

Bei einer Podiumsdiskussion in Alterkülz saßen Menschen aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen, die täglich mit Formen von Gewalt zu tun haben, auf dem Podium: Polizei, Kampfsportler, Beratungsstellen und Schule.

Alterkülz. Frieden, das spielt nicht nur in der Politik eine Rolle. Frieden, das fängt schon im Kleinen an, bei Konflikten vor Ort, vor der eigenen Haustür, im eigenen Umfeld. Dies zeigte eine Podiumsdiskussion „Frieden und Gewalt im sozialen Nahfeld“ des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach in Alterkülz. Auf dem Podium saßen Menschen aus ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen, die täglich mit Formen von Gewalt zu tun haben – Polizei, Kampfsportler, Beratungsstellen und Schule.

Und rasch wurde deutlich, dass Gewalt im sozialen Umfeld ein wichtiges Thema in der Gesellschaft ist. „Wir erleben in den Schulen jegliche Form von Gewalt“, so Barbara Albers, Schulmediatorin am Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern. Sie betont: „Nicht die körperliche Gewalt nimmt dabei zu, sondern vor allem die psychische Gewalt.“ Und Anna Werle vom Frauennotruf Rhein-Hunsrück sagt: „Gewalt, gerade gegen Frauen, das passiert nicht im Wald oder in fremden Räumen. Die Übergriffe geschehen meist im Nahfeld, in der Familie oder in Partnerschaften.“ Dabei weist sie darauf hin, dass dies auch im Hunsrück ein Thema ist: „Als wir unsere Arbeit als Frauennotruf aufgenommen haben, sagten viele, das brauchen wir hier nicht. Dabei entspricht die Gewaltstatistik hier in der Region durchaus der in Großstädten.“ Und oft sind die Opfer Frauen, wie Michaela Gasper, die Opferschutzbeauftragte des Polizeipräsidiums Koblenz dabei deutlich macht.

Wie geht man um mit Aggressionen? „Viele haben nicht gelernt, zu verlieren oder Frustrationen zu ertragen“, meint dazu Harald Neusser vom Shodan GYM in Simmern. Frust führe zu Aggressionen. Mit Folgen: „Wer Gewalt sieht, sät auch Gewalt“, so der Kampfsporttrainer, der in Alterkülz beschrieb, wie durch den Sport Menschen auch lernen würden, Regeln einzuhalten und mit Enttäuschungen umzugehen. Die, die das nicht schaffen, kommen dann oft in Kontakt mit der Polizei. „Die Hälfte der Rohheitsdelikte wird von Jugendlichen begangen“, erläuterte Gebhard Petry von der Polizei in Simmern. Dabei würden Aggressionen oft durch Alkoholkonsum verstärkt. „Das gab es früher nicht in diesem Maße“, so Petry.

Wo sind Lösungsansätze? „Es ist wichtig, dass wir gerade bei Jugendlichen Selbstbewusstsein aufbauen, sie stärken, aber sie auch lernen, mit ihren Schwächen umzugehen“, so Barbara Albers. Von den Zuhörern wurde dabei auch betont, wie wichtig männliche Vorbilder gerade für Jungs sind. Oder das Jugendliche durch den Sport Erfolge haben, mit Niederlagen umgehen lernen und diese Erfahrungen anderen weiterzugeben, wie Harald Neusser betont. Kritisch wurde allerdings auch die Rolle des Fernsehens nachgefragt.

„Ich denke, in den vergangenen Jahren ist die Sensibilität für Gewalt im sozialen Nahfeld gestiegen, es gibt viele Hilfestellungen für Täter wie Opfer“, so Pfarrer Andreas Nehls (Sohren), der Moderator der Runde. Und auch: „Frauen werden heute mutiger, dieses Thema anzusprechen“, so Anna Werle. Allerdings warnte Michaela Gasper: „Wir dürfen nicht nur die Täter im Blick haben, es muss noch viel getan werden, damit auch den Opfern immer ausreichend geholfen werden kann.“

Dieter Junker


28.12.2011


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