Thomas Werner und Willi Müller-Schulte
Zell-Bad Bertrich-Blankenrath-Würrich
Das "geteilte Amt"
Im Pfarramt sind traditionell viele Dienste gebündelt, z.B. Gemeindeleitung, Verkündigung, Seelsorge, Diakonie und pädagogische Aufgaben. In Zell-Bad Bertrich-Blankenrath und Würrich teilen sich dieses Amt ein Pfarrer und ein Religionspädagoge.Seit gut einem Jahr gibt es in den beiden Gemeinden das „Geteilte Amt“. 2005 hatte die Evangelische Kirche im Rheinland diese Möglichkeit eröffnet, wonach sich Pfarrer und qualifizierte Mitarbeiter die Leitung und den Dienst in der Gemeinde teilen können. „Bei uns hat sich dies bewährt und unsere Gemeinden profitieren davon“, urteilt Pfarrer Thomas Werner.
„Wenn wir den Gedanken der Gabengemeinschaft einer Gemeinde und auch das Priestertum aller Gläubigen ernst nehmen, dann ist es doch logisch, dass neben dem Pfarrer auch andere Kompetenzen und Professionen im pastoralen Dienst tätig sind“, erläutert Willi Müller-Schulte. Der Gemeindekatechet arbeitet seit 1992 in der Kirchengemeinde Zell-Bad Bertrich-Blankenrath. Der Religionspädagoge ist in der Schule tätig, nach seiner Ordination 1997 übernahm er auch Amtshandlungen und erteilte kirchlichen Unterricht.
„Als die Landeskirche das geteilte Amt in der Landeskirche vorstellte, wurde mir bewusst, dass wir das in unserer Gemeinde eigentlich schon lange praktizieren“, erzählt Pfarrer Werner. In dieser Zeit gab es in der Zeller Gemeinde größere Veränderungen. Durch die Strukturreformen wurde die Kirchengemeinde Würrich mit Zell-Bad Bertrich-Blankenrath pfarramtlich verbunden. Bereits bei der Einführung von Thomas Werner als Pfarrer in Würrich war Willi Müller-Schulte dann schon mit dabei.
„Ich hätte es mir überhaupt nicht vorstellen können, dass ich allein in beiden Gemeinden den pastoralen Dienst übernehmen sollte“, so Thomas Werner. Die beiden Kirchengemeinden haben zusammen eine räumliche Ausdehnung von rund 200 Quadratkilometern mit insgesamt 30 Dörfern sowie der Stadt Zell. Insgesamt 2700 Evangelische leben hier, es gibt fünf Kirchengebäude.
In der neuen Gemeindekonzeption, die die beiden Kirchengemeinden erarbeiteten, wurde daher das gemeinsame pastorale Amt von den Presbytern festgeschrieben. Danach übernimmt Willi Müller-Schulte den Seelsorgebezirk Blankenrath mit rund 600 Evangelischen und arbeitet außerdem mit dem Schwerpunkt Pädagogik in beiden Gemeinden. Pfarrer Werner hat die Seelsorgebezirke Hunsrück, Zell und Würrich mit rund 2100 Gemeindemitgliedern, sein Schwerpunkt ist daneben die Diakonie und die Seelsorge. Im Juli 2010 folgte die Genehmigung durch den Kirchenkreis und die Landeskirche.
„Die Erfahrungen, die wir seitdem mit dem geteilten Amt gemacht haben, sind durchweg gut“, meint Willi Müller-Schulte dazu. Doch Thomas Werner macht auch klar: „Für die Gemeinden war das letztendlich nichts Neues. Wir haben dem, was wir schon jahrelang praktizieren, nun einen festen Rahmen gegeben, nachdem die Landeskirche dies ermöglicht hat.“
Dieter Junker
Hintergrund: Das „Geteilte Amt“
2005 hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland die Möglichkeit für das „Geteilte Amt“ geschaffen. Gemeint ist damit, dass sich qualifizierte Mitarbeiter, die ordiniert sind, mit dem Pfarrer den Dienst in der Leitung, der Verkündigung und in der Seelsorge teilen. Die Mitglieder dieses Teams sollen aber Schwerpunktaufgaben übertragen bekommen. Das „Geteilte Amt“ in Zell und Würrich ist das erste im Kirchenkreis Simmern-Trarbach.
28.12.2011
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