
Evangelische Kirche beteiligt sich an Protest gegen „Pro NRW“
Keine fremdenfeindliche Propaganda in christlichem Namen
Gegen die Kundgebung der rechtsextremistischen Partei "Pro NRW" am 1. Mai in Solingen setzt sich ein breites Bündnis unter dem Titel „Bunt statt Braun" zur Wehr. Auch die Evangelische Kirche in Solingen gehört dazu.
In seinem Wahlkampf schürt die rechtsextremistische Partei Angst vor Fremden und Ressentiments gegen Minderheiten. Besonders der Islam wird immer wieder zur Zielscheibe aggressiver Parolen. Darin wird der Islam pauschal mit militantem Islamismus gleichgesetzt. "Pro NRW" baut in seinem Wahlkampf auf rassistische und fremdenfeindliche Parolen“, erläutert der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, Klaus Riesenbeck. „Dazu wollen wir als evangelische Christinnen und Christen nicht schweigen, sondern deutlich machen: Menschenverachtende Propaganda wird in unserer Stadt nicht widerspruchslos hingenommen!“ Die Evangelische Kirche in Solingen engagiert sich seit langem bei Aktivitäten wie dem Christlich-Islamischen Gesprächskreis oder interkulturellen Begegnungen. Dabei habe man gelernt, so Riesenbeck, viele Vorbehalte abzulegen und einander mit Interesse und Respekt zu begegnen. „Das lassen wir nicht durch eine fremdenfeindliche Angstpropaganda kaputt machen.“
Entschieden wehrt sich Riesenbeck gegen den Anschein, „Pro NRW“ stünde in seiner Agitation an der Seite der Christen. So veranstaltete die Gruppierung eine Reihe von Veranstaltungen gegen Moscheen im Ruhrgebiet auch unter der Überschrift „Abendland in Christenhand“. Riesenbeck: „Die Verwendung des christlichen Namens im Rahmen dieser Propaganda ist ein Missbrauch, den wir nicht unwidersprochen durchgehen lassen.“
Neben seiner Mitarbeit im Bündnis unterstützt der Evangelische Kirchenkreis daher auch eine Unterschriftenkampagne der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Solingen. In der Erklärung "Für Vielfalt, Respekt und Menschenwürde!", die in den Kirchengemeinden Solingens zur Unterschrift ausliegt, heißt es unter anderem: "Wir betonen die Gültigkeit grundlegender Menschenrechte wie Religionsfreiheit, Integrität der Person und Recht auf Entfaltung der weltanschaulichen und kulturellen Identität. Fremdenfeindliche Äußerungen und Diffamierung ganzer Bevölkerungsgruppen sollen in unserer Stadt keinen Platz haben. Solingen muss eine Stadt bleiben, in der Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit miteinander leben."
Thomas Förster 14.04.2010
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