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für den 21.10.2017

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Bundestagswahl 2017

Die christlichen Kirchen rufen zur Wahlbeteiligung auf

Die christlichen Kirchen in Solingen rufen die wahlberechtigten Bürger der Klingenstadt auf, wählen zu gehen. Sie warnen vor Parteien, die Stimmung gegen einzelne Menschengruppen machten und so zur Spaltung beitrügen.

„Eine hohe Wahlbeteiligung ist wichtig“, heißt es in einem „Wahlaufruf“, der von der evangelischen Superintendentin und ACK-Vorsitzenden Dr. Ilka Werner und dem Katholischen Stadtdechanten Michael Mohr im Namen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Solingen unterzeichnet ist.

In dem Text bitten die beiden Verfasser die Menschen in Solingen darum, sich nicht frustriert von der Politik abzuwenden, sondern wählen zu gehen. Dabei seien politische Haltungen, die mit Fremdenfeindlichkeit und Anti-Islamismus Stimmung machen mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Gleichzeitig fordert der Text die politischen Parteien auf, sich stärker gegen eine zunehmende Zerrissenheit in unserer  Gesellschaft zu engagieren und konsequenter für Versöhnung einzutreten.

Den vollständigen Wortlaut des Wahlaufrufs dokumentieren wir im Folgenden:

Wahlaufruf der christlichen Kirchen in Solingen

Wir rufen die Menschen in Solingen auf, wählen zu gehen.
Warum?
Eine hohe Wahlbeteiligung und damit eine breite politische Meinungsäußerung sind wichtig. Sie stärken den Zusammenhalt der Gesellschaft, die die Auseinandersetzung um den besten Weg braucht. Und sie halten die demokratische Kultur lebendig, die darauf angewiesen ist, dass Menschen sich engagieren und sagen, was sie denken.

Wir bitten Sie, mit Ihrer Stimme die Parteien zu stärken, die für die universale Geltung der Menschenrechte und die freiheitlich demokratische Grundordnung in unserem Land eintreten.
Warum?
Mit dem christlichen Glauben und auch mit dem Grundgesetz sind Haltungen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihres sozialen Status diskriminieren, nicht vereinbar. Wir bitten Sie, Fremdenfeindlichkeit, Anti-Islamismus und Stimmungsmache nicht zu unterstützen. Geben Sie Ihre Stimme menschenfreundlichen, toleranten und vernunftgeleiteten politischen Programmen.

Wir hören in unseren Gemeinden, dass Menschen enttäuscht sind über gebrochene Wahlversprechen früherer Jahre. Wir bitten Sie, ihr Gefühl, es ändere sich ja sowieso nie etwas, nicht zu politischem Desinteresse werden zu lassen.
Warum?
Stumme Verbitterung verstärkt die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung. Schieben Sie die Verantwortung für eine gute Gesellschaft nicht einfach auf andere. Bleiben Sie dran, informieren und engagieren Sie sich und überlegen Sie, in welchem Rahmen Sie selbst für eine bessere Nachbarschaft eintreten können!

Wir nehmen wahr, dass die Zerrissenheit der Gesellschaft und die Spaltungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zunehmen. Wir fordern alle politischen Parteien auf, sich dem zu stellen und konsequenter für Zusammenhalt und Versöhnung einzutreten.
Warum?
In den vergangenen Jahren haben viele gesellschaftliche Kräfte zu wenig erkannt, dass sich Ungerechtigkeiten verfestigten. Auch wir als Kirchen haben zu wenig auf die Lebensgeschichten von Menschen gehört, die in unserem Land praktisch keine Chancen auf Lebenserfolg und Zugehörigkeit haben. Wir haben uns zum Beispiel mit Kinderarmut, Langzeitarbeitslosigkeit und ethnischen Parallelgesellschaften zu leicht abgefunden. Wir warnen aber davor, jetzt die Brüche und Risse im Gesellschaftsgefüge zu benutzen, um die einen gegen die anderen auszuspielen. Dadurch werden die Chancen auf mehr Gerechtigkeit und sozialen Frieden leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Stattdessen geht es darum, ernst zu machen mit Umsteuerung und Veränderung hin zur sozialen Versöhnung.

In der Bibel heißt es: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zu Gott, denn wenn es ihr wohl geht, so geht´s auch euch wohl!“ (Jeremia 29, 7).
Bitte tun Sie das: Gehen Sie wählen, stimmen Sie ab, stimmen Sie mit!

Für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Solingen
Superintendentin Dr. Ilka Werner
Stadtdechant Michael Mohr

 

19.09.2017



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