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für den 23.04.2018

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Im Jahr 2017 feiern wir 500 Jahre Reformation. Darum zeigen wir auf den Seiten etwas von uns: Typisch evangelisch. In Solingen. 2017.

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Jahresempfang zu Beginn des Kirchenjahres

Von der Reformation zur Transformation

Am vergangenen Freitag (01.12.2017) richtete der Evangelische Kirchenkreis Solingen seinen Empfang zum Beginn des neuen Kirchenjahres aus. Den Festvortrag hielt der Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Prof. Dr. Uwe Schneidewind.

Hielt den Gastvortrag: Professor Dr. Uwe Schneidewind (alle Fotos: Jörg Schmidt) Hielt den Gastvortrag: Professor Dr. Uwe Schneidewind (alle Fotos: Jörg Schmidt)

In seinem Referat unter dem Titel „Von der Reformation zur großen Transformation“ erläuterte Schneidewind vor rund 150 geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Ökumene, Wirtschaft, Medien und Evangelischer Kirche die Bedeutung des Themas „Große Transformation“. Die größte Herausforderung stecke nicht in dem Problem, unseren Planeten vor dem ökologischen Kollaps zu bewahren. Das ließe sich, so der Wissenschaftler, technologisch vermutlich gut bewerkstelligen. Die größte Herausforderung liege darin, das Leben auf der Erde so nachhaltig zu gestalten, dass auch zukünftige Generationen die gleichen Lebens- und Entwicklungschancen  bekämen, wie viele Menschen heute. Und zwar nicht nur auf der reichen Seite der Menschheit, sondern überall. „Es geht darum, ob es uns gelingt, den Klimawandel und seine Folgen so zu begrenzen und zu gestalten, dass wir humanitäre Katastrophen verhindern können“, betonte Schneidewind, der auch Mitglied im Club of Rome und im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung „Globale Umweltveränderungen“ ist.

Die Verpflichtung zu mehr Nachhaltigkeit erwachse aus der konsequenten Verlängerung der Idee der Menschenrechte: „Wenn wir allen Menschen das Recht einräumen wollen, ein Leben in Würde führen zu können, dann müssen wir uns für mehr Nachhaltigkeit entscheiden.“ Jeder und jede müsse sich fragen, ob er oder sie dazu beitragen wolle, die humanitären Probleme weltweit zu verschärfen oder den Weg nachhaltigen Lebens einzuschlagen. Das „große Zivilisationsprojekt unserer Zeit“ entwickle sich nicht von selbst, es müsse erstritten werden. Schneidewind: „Wenn einst Ihre Urenkelin Sie fragt, auf welcher Seite Sie zu Beginn des 21. Jahrhunderts beim Kampf um eine nachhaltige Welt gestanden haben, was werden Sie dann antworten?“

Das Kulturprogramm kam von dem Solinger Musicalprojekt "We perform!", bei dem junge geflüchtete und in Solingen geborene Menschen gemeinsam Musik machen. LupeDas Kulturprogramm kam von dem Solinger Musicalprojekt "We perform!", bei dem junge geflüchtete und in Solingen geborene Menschen gemeinsam Musik machen.

Den Kirchen wies der Gastredner in diesem Kampf eine wichtige Rolle zu. Sie sollten als „Mahner, Mittler und Motor“ fungieren: als Mahner, weil sie als Institution mit einem verbindlichen moralischen Kompass, die Voraussetzung hätten, „auch in einem schwierigen Umbruchprozess ethisch Kurs zu halten“. Als Mittler, weil die Kirchen über eine lange Tradition als Ort der Verständigung bei Konflikten verfügten. Und als Motor, weil sie vorbildhaft zeigen könnten, dass es trotz enger ökonomischer Grenzen möglich sei, Konflikte zugunsten von mehr Nachhaltigkeit aufzulösen. „Seien Sie sich dessen bewusst, wie wichtig Ihre Arbeit und Ihre Ausstrahlung nach außen ist!“, forderte Schneidewind die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter Solinger Kirchen auf.

Hoffnung gäben ihm dabei seine Erfahrungen in der Evangelischen Kirche. Schneidewind, der auch Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags und Vorsitzender der Kammer für nachhaltige Entwicklung der EKD ist, lobte ausdrücklich evangelische Initiativen, die wissenschaftliche und politische Dimension der so genannten „Großen Transformation“ durch eine spirituelle zu ergänzen. Dabei bezog er sich auch auf 14 Thesen zu "Aspekten einer transformierenden Spiritualität", die im Vorfeld der Landessynode 2016 der Evangelischen Kirche im Rheinland entstanden sind. Mitautorin war damals auch die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner.

Prof. Dr. Uwe Schneidewind ist Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH und Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit an der Bergischen Universität Wuppertal.

Bei Fingerfood von der Schülerfirma des Mildred-Scheel-Berufskollegs gab es viel Gelegenheit, über Musik und Vortrag miteinander ins Gespräch zu kommen. LupeBei Fingerfood von der Schülerfirma des Mildred-Scheel-Berufskollegs gab es viel Gelegenheit, über Musik und Vortrag miteinander ins Gespräch zu kommen.

 Das Kirchenjahr beginnt in der Evangelischen Kirche traditionell mit dem 1. Advent. Mit dem Jahresempfang möchte die Evangelische Kirche in Solingen das Gespräch mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft in Solingen verstärken.

Stichwort

Der Begriff „Große Transformation“ wurde 2011 vom Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung „Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) in seinem Nachhaltigkeitsgutachten geprägt und bezeichnet „den nachhaltigen weltweiten Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft“. Auf den „zentralen Transformationsfeldern Energie, Urbanisierung und Landnutzung“ müssten Produktion, Konsummuster und Lebensstile so verändert werden, dass die globalen Treibhausemissionen im Verlauf der kommenden Jahrzehnte auf ein Minimum sinken und klimaverträgliche Gesellschaften entstehen könnten. Viele Vertreter dieses Konzepts schreiben in diesem gesellschaftlichen Umbauprozess auch den Religionsgemeinschaften und Kirchen eine wichtige Rolle zu.

In den christlichen Kirchen wiederum wird das Konzept der Großen Transformation aufgegriffen und in den Zusammenhang des seit Jahrzehnten erfolgenden Eintretens für „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ gestellt. Die Kirchen betonen dabei, dass aus theologischer Sicht der Umbau zu klimaverträglichen Gesellschaften und der Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit unlösbar verbunden sind.

 

04.12.2017



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