| KIRCHENEINTRITTSTELLE JOHANNESKIRCHE | 2009 |
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KIRCHENEINTRITTSTELLE JOHANNESKIRCHE SAARBRÜCKEN
Wie man aus der Kirche austritt, weiß fast jeder. Und was ist, wenn man wieder eintreten möchte? Nichts leichter als das!
Es kommt häufiger vor als man meint. Es ist kurz und schmerzlos. Nein, es tut nicht weh, sondern im Gegenteil: den meisten Menschen bekommt der Eintritt in die Kirche sogar ausgesprochen gut!
Welche Schritte
man unternehmen kann
Was also tun, wenn es mich in die Kirche zieht? Zunächst einmal: zur nächsten
Kircheneintrittsstelle gehen. Zum Beispiel
in die Johanneskirche. Sie ist die zwölfte offizielle Eintrittstelle
der Rheinischen Landeskirche und ist an zwei Tagen in der Woche,
nämlich dienstags und freitags von 15.00 -18.00 Uhr für Eintretende geöffnet.
Was mich in der Eintrittstelle erwartet
Man wird erwartet. Und zwar von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer. Denn am
Dienst in der Kircheneintrittstelle beteiligen sich Seelsorgerinnen und Seelsorger
der Saarländischen Kirchenkreise. Sie nehmen sich Zeit für ein persönliches
Gespräch, in dem Rechte und Pflichten, Fragen und Bedenken des künftigen
Kirchenmitglieds bei einer Tasse Kaffee oder Tee unter vier Augen besprochen
werden können.
Hier darf wirklich alles zur Sprache kommen, denn die Seelsorgerinnen und Seelsorger
stehen selbstverständlich unter Schweigepflicht.
Im Laufe des Gesprächs wird der Aufnahmeantrag ausgefüllt,
auf welcher der Eintrittswillige unterschreibt, dass er künftig
der Evangelischen Kirche angehören will. Mit dieser Unterschrift ist der
Eintritt rechtskräftig.
Am Ende des Gesprächs erhält das neue Kirchenmitglied eine Mitgliedschaftsbescheinigung
, die ihn als offizielles Mitglied der Evangelischen Kirche ausweist.

Papierkram
Der unvermeidliche Papierkram hält sich in Grenzen. Man benötigt nichts
weiter als seine Taufurkunde (zumindest sollte man Taufort und Datum im Kopf
haben) und die Bescheinigung, die man beim Austritt aus der Kirche erhalten
hat. Wer diese Papiere nicht mitbringen kann, unterschreibt vor Ort eine schriftliche
Versicherung , dass er christlich getauft wurde und keiner Kirche angehört.
Was das Besondere an einer Kircheneintrittstelle ist
Wer in früheren Zeiten in die Kirche eintreten wollte, konnte dies einzig
und allein in seiner Ortsgemeinde tun. Nach einem Gespräch mit dem zuständigen
Pfarrer oder der zuständigen Pfarrerin wurde ein Aufnahmeantrag an das
Presbyterium gestellt. Nachdem das Presbyterium dem Antrag zugestimmt hatte,
wurde man in die Gemeinde aufgenommen.
Diese Zustimmung ist, genau wie die Ortsgebundenheit, nun nicht mehr notwendig.
In einer Kircheneintrittstelle können Menschen aus dem gesamten Bereich
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unabhängig von ihrem Wohnsitz
in die Kirche eintreten.
Auf Wunsch der Eintretenden wird der Kontakt zur Ortsgemeinde vermittelt. Ebenso
können Eintretende gleich beim Eintritt erklären, welcher Kirchengemeinde
sie angehören wollen, falls einer anderen als da, wo sie ihren Hauptwohnsitz
haben.
Ein Beispiel
Frau Müller wohnt in Berlin und überlegt sich während ihres Urlaubs
im Saarland, dass sie in die Evangelische Kirche eintreten möchte. Also
macht sie sich an einem schönen Dienstagnachmittag auf den Weg in die Johanneskirche.
Dort tritt sie in die Evangelische Kirche ein. Während des Gesprächs
mit dem Seelsorger stellt sich heraus, dass sie sich mit einer Ev. Kirchengemeinde
in Potsdam verbunden fühlt. Frau Müller möchte gern zu dieser
Potsdamer Gemeinde gehören. Also füllt sie noch ein drittes Formular
über die Gemeindezugehörigkeit in besonderen Fällen aus .
Jetzt wird sie nicht in Berlin eingemeindet, sondern in Potsdam. Und das alles
von Saarbrücken aus. Der Saarbrücker Seelsorger schickt Frau Müllers
Unterlagen über das Verwaltungsamt des Kirchenkreises an die Gemeinde nach
Potsdam und schon ist alles Notwendige geregelt.
Gemeinde vor Ort
Selbstverständlich kann man auch weiterhin bei der Gemeinde vor Ort in
die Kirche eintreten. Dann sollte man sich mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer
der Heimatgemeinde in Verbindung setzen und einen Termin zum persönlichen
Gespräch vereinbaren. In fast allen Gemeinden besteht die Möglichkeit,
seinen Kircheneintritt mit einem kleinen feierlichen Akt zu begehen.
(Bianca
van der Heyden)
Kirche für Einsteiger EKD
Eröffnung
Die Kircheneintrittstelle in der Johanneskirche wurde am Freitag, den 03. September
2004, mit einem Festgottesdienst von Johanna-Martina Rief, Annegret Wirges und Bianca
van der Heyden eröffnet.
Fürbitten
Annegret Wirges
In unser Gebet lasst uns heute die Menschen mit hineinnehmen,
die diese Kirche –
GottesRaum – besuchen:
Mädchen, Jungen, junge Erwachsene und Alte, Männer, Frauen, Paare,
Singles, auf der Durchreise, aus Stadt und Umgebung:
- Menschen, in Eile, getrieben
von der Geschäftigkeit des Alltags, die sich hier für einen Moment
nur niederlassen,
für einen Moment nur spüren, dass ihr Leben mehr ist,
als Hast und Unruhe, Treiben und Alltag;
für einen Moment nur spüren, ihre Sehnsucht nach
einem tragenden Fundament,
für einen Moment nur spüren, sich selbst.
- Menschen, die mit ihrer
Kritik an Kirche nicht hinter dem Berg halten, und sich dennoch nicht vertreiben
lassen aus unseren Gottesräumen,
die unsere Kirche aufsuchen und uns herausfordern, in unserem Denken und Glauben
beweglich zu bleiben,
die uns deutlich machen, dass der Glaube an Gott auf vielfältige Weise
tragen kann.
- Menschen, die hier in
Kontakt mit einer tiefen Dankbarkeit kommen, die sich ihres Lebens freuen,
die glücklich sind über eine neu gefundene Liebe, über die Geburt
ihres Kindes, über ein gelingendes Leben, über ein Wort der Versöhnung.
Wie schön, dass sie in ihrem Glück hier auch an Gott denken.
- Menschen, die diese Kirche
in Verzweiflung aufsuchen und Gott um Kraft bitten:
in ihrer Angst um ihr krankes Kind, den kranken Partner/Partnerin, die Eltern,
eine Trennung zu durchstehen, eine enttäuschte Liebe.
auszuhalten, mit ihrem Wunsch nach Versöhnung, ihrem Wissen um Schuld;
- Menschen, die aus der
Kirche ausgetreten sind,
denen wir, die Gemeinde, zur Anfechtung wurden,,
die unseren Worten keinen Glauben mehr schenken können,
die das Versprechen deiner Liebe mit ihrer Welterfahrung nicht verbinden können,
die sich mit ihrem Glauben ins Private zurückgezogen haben.
Menschen, die nach einer
Zeit der Entfernung/ Entfremdung es wieder mit unserer Kirche versuchen wollen:
die eine tragende Gemeinschaft für ihr Leben brauchen, um selbst einen Halt
zu haben,
die im christlichen Glauben eine innere Heimat suchen und gefunden haben,
die weiter in der Gemeinschaft mit anderen auf der Suche sein wollen,
die spüren: Glaube an Gott braucht die Begegnung mit anderen Menschen.
EINDRÜCKE..........
"Offene Kirchen" heißt ein Projekt, an dem auch die rheinische Kirche beteiligt ist. Dabei geht es darum, auf geöffnete Kirchen deutlich hinzuweisen
Auch außerhalb der Gottesdienstzeiten gehen Menschen gerne in die Kirche. Sie gönnen sich eine Auszeit, zum Beispiel für eine kurze Besinnung oder zum Nachdenken über Gott und die Welt. In vielen Kirchen können sie nicht nur den Kirchenraum auf sich wirken lassen, sondern auch eine Kerze anzünden oder ihre Gedanken einem Buch anvertrauen.
Die Saarbrücker Johanneskirche
gehört seit zehn Jahren zu den Kirchen, die offen sind: für Reisende
und für Menschen, die Ruhe suchen oder einen Gesprächspartner. Darauf
weist seit heute das Banner „Kirche geöffnet“ am Eingang hin.
Mitten in der Stadt soll die Johanneskirche eine Anlaufstelle bieten für
die Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten - aber auch für diejenigen,
die die Stadt besuchen. „Das Projekt Johanneskirche orientiert sich mit
der offenen Kirche am Bedürfnis zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen“,
so Bianca van der Heyden, (ehemalige) Pfarrerin in der Johanneskirche. "Wenn man die
Kirche öffnet, kann man ganz schön viel erleben."
Menschen mit ganz unterschiedlichen Anliegen kommen nachmittags in die Kirche: Ratsuchende und Erschöpfte, Touristen und Neugierige. Manche wagen sich nur bis zur Glastür. "Es ist auch schon vorgekommen, dass jemand laut schimpfend in die Kirche gekommen ist, weil er wütend war auf Gott und die Welt.", erzählt die Pfarrerin.
Halten Sie mit uns die Kirche offen!
In eigener Sache:
Wir wollen, dass die Tür zu unserer Kirche auch weiterhin von Dienstag bis Sonntag von 15-18 Uhr für jeden offen steht.
Wir suchen ehrenamtliche Mitarbeiter, die uns beim Kirchendienst unterstützen.
Die Aufgaben des Kirchendienstes sind:
- die Kirche zu öffnen und wieder zu schließen.
- Fragen zur Johanneskirche zu beantworten.
- ein offenes Ohr für Besucher zu haben.
- Rücksicht auf Besucher zu nehmen.
In der Anfangszeit werden Sie natürlich von uns unterstützt. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Evangelische Kirchengemeinde
St. Johann
Gemeindeamt
Ev.-Kirch-Straße 27
66111 Saarbrücken
Tel.: 3 12 61