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„Eintopf“ mit einem Topf - Im unendlichen Rhythmus

30. März 2011
Klangkünstler TROMLA - Premiere und CD-Präsentation seiner Debut-CD „Eintopf“ in der Johanneskirche

Der Künstler nahm ein Album auf, worauf in genau 1 Stunde Länge nichts anderes als ein Topf zu hören ist, welcher mit Paukenschlägeln sanft bearbeitet wird.
Der geradezu unendliche, meditative Rhythmus ändert sich kaum wahrnehmbar und doch stetig. Das weltweit erscheinende Album „Eintopf“ wird an diesem Abend erstmals für 10 Euro käuflich zu erwerben sein.

Geboren wurde die Idee 2010 in der Reihe „Nach+bar“ in der Johanneskirche. Nach einem netten Abend mit allerlei Klangspielereien zeigte der künstlerische Leiter Martin Heuer auf den Topf mit den Worten: „Der hat mir besonders gefallen“.
Der Topf entfachte einen besonderen Klang, man hatte sogleich Assoziationen zu Glocken, Klangschalen, Ambient-Musik. Zusammen mit Pfarrer Jörg Metzinger als „Audio-Engineer“ wurde kurz darauf eine erste lange Aufnahme gestartet.
Als dann sogar das Elektro-Label TWIN TOWN eine Veröffentlichung zusagte, ging TROMLA ins Studio des Jazzpianisten Bernhard Wittmann und spielte das Album als Solostück im ersten Durchlauf innerhalb einer Stunde ein.
Stilistisch handelt es sich bei dieser Art von Musik eigentlich um eine neue Richtung, irgendwo zwischen Ambient, Elektronik und Minimal Music.
Der Haupteinfluss des Schaffens von TROMLA war immer schon die elektronische Musik und deren hypnotischen „Drive“. Er gab daher diesem neuen Genre die Eigenbezeichnung „Hypno“.
Grundmerkmal dieses Genres ist der Einfluss der Elektronik, die Ausführung muss aber mechanisch erfolgen - durch schlagen, spielen, singen etc.... „Es soll erkennbar sein wie der Klang entsteht und soll nicht von versteckt agierenden Apparaten erledigt werden“,
so TROMLA. Das Genre „Hypno“ steht als Ergänzung zur elektronischen Musik und nicht als „Gegner“. Die sinnliche Wiederholung des immergleichen Beats hat uns die elektronische Musik gelehrt, TROMLA zog Rückschlüsse daraus und schuf etwas ganz Neues.

Der Klangkünstler TROMLA alias Christoph Hans ist schon mehrfach in der Johanneskirche aufgetreten, manche werden sich noch an das 24-stündige Trommelevent „Katharsis“ im Jahre 2001 erinnern, zur Silvesternacht 03/04 bearbeitete er die Kirchenglocken durch „Stille Schläge“.
Des Weiteren ist er häufig in House-Clubs anzutreffen und begleitet als Drummer die Musik der DJs.
Seine Band „Reaktor“ mixte Ende der 1990er schon Elektrosounds mit live-gespielten Rhythmen und schrägem Gesang. Mit der Reihe „Elektroklub“ gründete er im Saarbücker Club „Blau“ eine eigene Reihe für neue, interessante elektronische Musik.
Für das Projekt „Eintopf“ ist eine grössere Tournee durch ganz Deutschland an besonderen Orten in Planung.

Beim Konzert wird wieder nur 1 Topf zu hören sein, also schließen Sie die Augen und erleben Sie einen meditativen Abend. Eintritt: 1 Euro!

Schultheaterfestival FACETTE(S)

Grenzüberschreitendes Schultheaterfestival FACETTE(S) in der Johanneskirche (April 2009)


Foto: Regine Eichholz

Was? In einer Kirche sollen wir Theater spielen – das geht doch gar nicht?! Da dürfen wir doch nicht … Können wir wirklich … ?
Auch hinter dem Altar? Dürfen wir auch von der Kanzel aus …? Echt?
So waren die ersten Reaktionen von Jugendlichen aus der Groß – Region. Und auch die Workshopleiter – Schauspieler aus dem Drei – Länder – Eck – zeigten sich zunächst nicht besonders angetan, in einem Kirchenraum die Ergebnisse ihrer Arbeit zu zeigen.
Sie hatten drei Tage lang in verschiedenen Workshops im Rahmen des grenzüberschreitenden Schultheater- Festivals FACETTE(S) mit den etwa 90 Schülerinnen und Schülern an Szenen und kleineren Theaterstücken gearbeitet – und konnten erstaunliche Resultate vorweisen.
Erstaunlich, weil die unterschiedlichen Sprachen, Französisch, Luxemburgisch und Deutsch, beim gemeinsamen Darstellen von Improvisationen anscheinend keine Rolle spielen. Und erstaunlich auch, wie variabel und flexibel der Kirchraum um den Altar und in der Apsis genutzt werden kann.
Da wurde die Tür zur Küche zu einem Tor, hinter dem sich Ungeheuerliches ereignet, die Apsis zum Sportplatz und die Treppen hinter dem Altar zur Bushaltestelle.
So war der Abschluss des Festivals, das von den Kultusministerien der drei Länder Lothringen, Luxemburg und dem Saarland alle zwei Jahre organisiert wird, ein voller Erfolg:
Für die Veranstalter und die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer – gerade weil der Ort, unsere Citykirche, ein solch
magischer und überraschender Ort ist.
Regine Eichholz, Projekt Johanneskirche

 

Foto: Regine Eichholz




Mai 2007

Stoll & Wachall Private Collection room 06


 
Freitag, 04. November 2005 um 20.00 Uhr
Johanneskirche Saarbrücken
Maryam Akhondy und Ensemble Banu -
Iranischer Frauenchor

Die Geschichte der iranischen Musik gehört zu der mehr als zweitausend Jahre alten Zivilisation eines großen Landes mit verschiedenen Völkern und einer wechselvollen Vergangenheit. Diese Musik erzählt uns von den Kämpfen, den zerschlagenen Revolutionen, von der Liebe und den damit verbundenen Schmerzen und Freuden.

In Ländern wie dem Iran ist der Auftritt von Künstlerinnen mit größten Schwierigkeiten verbunden. Die religiöse Repression hat Jahrhunderte lang selbst Männern das Musikmachen verboten. Nur bei religiösen Singspielen, Tazieh genannt, war das später möglich.

Den Gesang der Frauen zu hören, war den Männern untersagt. Gesungen wurde deshalb nur in privater Sphäre, wenn Frauen allein oder unter sich waren: am Kindbett, bei der Haus- und Feldarbeit, am Teppichrahmen oder bei reinen Frauenfesten.

Maryam Akhondy mit ihrer Gesangsgruppe Banu – musikbegeisterte Exiliranerinnen, die heute in Deutschland leben – möchte auch den persischen Frauen eine Stimme geben, die auf den Bühnen der Konzertsäle und Musikfestivals bisher nicht mit ihren Liedern präsent waren. Mit Melodien und Texten, in denen Frauen wieder selbst vom Leben erzählen – von harter Arbeit, aber auch fröhlichen Festen, von großer Trauer, aber auch bedingungsloser Liebe.

Banu ist, trotz aller farbenfroher Gewänder, keine pittoreske Folkloregruppe. Die Sängerinnen verstehen sich vielmehr als musikalische Erforscherinnen der verschiedenen Regionen und Ethnien des Iran – mit besonders neugierigem Blick auf die Gesangskultur der Frauen.

 

Die KinderKulturKarawane
Im Sommer 2005 werden sich im Rahmen der KinderKulturKarawane 7 Kinder- und Jugendkulturgruppen aus 3 Kontinenten unter der Schirmherrschaft von Ron Williams, der UNESCO und von UNICEF auf die Reise begeben und von "Oase zu Oase" ziehen, um dort ihre kulturellen Schätze auszubreiten.
In der KinderKulturKarawane verbindet sich die künstlerische Leistung der jungen Kulturschaffenden in idealer Form mit Begegnung, Dialog und Elementen nachhaltiger Bildung. Nicht zuletzt deshalb ist das Projekt als "Offizielles Projekt der UN-Dekade 'Bildung für nachhaltige Entwicklung'" ausgezeichnet worden.
 
 
In der Saarbrücker Johanneskirche
In diesem Jahr war die Saarbrücker Johanneskirche im Rahmen der KinderKulturKarawane eine Oase, die Kindern und Jugendlichen der TROUPE HAKILI SO gemeinsam mit dem Deutsch-Ausländischen Jugendclub und Haus Afrika vom 22.06. bis zum 25.06.2005 Gastfreundschaft gewährte.
 
Am Donnerstag, dem 23. Juni, gastierten die elf Kinder und Jugendlichen der Theatergruppe  in der Johanneskirche, um vom Leben, seinen guten Seiten und den Problemen in ihrer Heimat zu erzählen.  
Die Spielszenen werden in französischer Sprache aufgeführt, zuvor gibt es eine kurze Einführung auf Deutsch. 
Die Kommunikation mit der Gruppe findet auf Französisch statt und kannn ins Deutsche übersetzt werden.
 
 
Das Programm
Das Programm besteht aus drei eigenständigen kleinen Inszenierungen, die mit afrikanischem Tanz, Liedern zum Mitmachen und Musik (Rap, Kora, Djembé) verbunden werden:
 
I. "DIE WELT HAT SICH VERÄNDERT" (LE MONDE Á CHANGER)  
Yuba hat seine Eltern durch AIDS verloren und kommt nun zu seiner Tante Fatumata Foronto (scharfe Pepperoni) in die Stadt. Die Tante hetzt ihre Kinder gegen Yuba auf:"Esst nicht mit ihm, guckt ihn nicht an, grüßt ihn nicht, denn er hat eine ansteckende Krankheit!"
Auch ihren Mann bringt sie gegen den Jungen auf, indem sie behauptet, er habe gestohlen. Vor der Polizei wird Yuba aufgefordert, nichts als die volle Wahrheit zu sagen...
 
 
II. SCHULVERBOT FÜR AISCHA (MOUSSO DEW LOYRORO - DER PLATZ EINES MÄDCHENS)
Mariam, die Mutter von Aischa, kommt aus der Schulversammlung, in der dazu aufgefordert wurde, die Kinder in die Schule zu schicken, und erzählt ihrem Mann davon. Dieser hat kein Problem, seine Söhne, Karim und Moussa, in die Schule zu schicken, denn das ist normal. Aber seine Tochter? "Ein Mädchen muss zuhause bleiben und lernen, den Haushalt zu machen. Da hat sie genug Bildung, um sich mit einem guten Mann verheiraten zu können." Da er sich weigert, das Schulgeld für Aischa zu zahlen, entbrennt eine Auseinandersetzung: Darf Aischa die Schule besuchen oder nicht...?
 
 
III. DIE WELT DER KINDER - DIE AFRIKANISCHE FAMILIE
Felix aus Deutschland kommt, zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter Maria, zu Besuch nach Burkina Faso.
Sie kommen am Jahresende, als das Schulfest stattfindet.
Bouba, Sohn einer afrikanischen Familie, tanzt beim Fest mit Maria, die ihm viele Fragen über das Leben in Burkina faso stellt. Bouba beginnt zu erzählen und nutzt afrikanische Märchen, um sein Leben zu veranschaulichen...
 
 
Die Idee
Im Jahr 2002 beschloss Abuo Batoe, Schauspieler, Musiker, Regisseur, den Kindern seines Viertels in Bobo Dioulasso eine Möglichkeit zu schaffen, Theater zu spielen und gleichzeitig die Schwierigkeiten mit der Finanzierung des Schul- und Lehrgeldes und der Jugendarbeitslosigkeit kreativ zu meistern.
Es geht darum, jungen engagierten Heranwachsenden und Kindern zu helfen, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern.
 
So entstand der Sya Club und mit ihm die Kinder- und Jugendtehatergruppe HAKILI SO (Haus der Ideen). Sobald eine Heirat oder ein anderes fest im Viertel ansteht, kommt die TROUPE HAKILI SO, um die Leute zu begeistern und gleichzeitig ein wenig Geld zu verdienen. Abou Batoe:"Mein größter Wunsch ist es, diesen Kindern zu helfen und eine Schule zu eröffnen. Ich habe als Straßenkind in der Koranschule gelitten. Mein Vater hat mir verboten, eine normale Schule zu besuchen. In der Schule wurden wir als Feldarbeiter ausgebeutet. Weil ich einmal vor lauter Verzweiflung davongelaufen war, wäre ich beinahe im Busch gestorben. Wir haben jetzt begriffen, dass sie Schule uns erlaubt, mit der ganzen Welt zu kommunizieren, um uns mit eigener Kraft aus der Misere zu ziehen. Und die Kunst erlaubt uns, das in Gang zu setzen und zu sagen, was wir gerne möchten und was unsere Wünsche sind."
 
Mit dem neu gegründeten Verein "Yiriba - der große Baum" will Abou Batoe das Schulprojekt starten. Die Stadt Bobo-Dioulasso hat ein Grundstück zur Verfügung gestellt, engagierte Schweizer in Burkina-Faso haben ihre Unterstützung in Aussicht gestellt und auch der ehemalige Kulturdezernent von Saarbrücken ist unter den Förderern des Projekts. Es ist das erste Projekt in Burkina Faso, das eine Grundschule mit einer Schule für traditionelle Künste verbindet und gleichzeitig ein Kultur- und Probenzentrum für HAKILI SO und alle Kindergruppen von Bobo-Dioulasso werden soll. Das Konzept der Schule ist nicht nur durch die Integration von Kunst und "normaler" Schulbildung geprägt, sondern soll auch eine Ausstrahlung auf das gesamte Viertel haben. Gesundheitsaufklärung - nicht nur für die Schulkinder gehört ebenso zum Konzept wie die Alphabetisierung der Eltern, Aufklärung über die Rolle der Frau und die Einbeziehung der Künstlerinnen vor Ort.    
(Bobo Dioulasso gilt als Hochburg der traditionellen Musik in Burkina Faso.)
 
 
Schirmherrschaft: Ron Williams, UNESCO, UNICEF
Veranstalter: Deutsch-Ausländischer Jugendclub, Haus Afrika, Projekt Johanneskirche
mit freundlicher Unterstützung von: Kulturamt Saarbrücken, Volksbank Dudweiler, Europäisches Informationszentrum EIZ
 
Informationen zur KinderKurlturKarawane: www.kinderkulturkarawane.de
Informationen zum Schulprojekt: babaduss@yahoo.fr (Stichwort: Schule in Burkina)
 
Die KinderKulturKarawane wurde ausgezeichnet als
Offizielles Projekt der UN-Dekade für
Bildung für nachhaltige Entwicklung


 

Pfingstsonntag, 15.05.2004

 

edn - Lange Kunstnacht am Pfingstsonntag

 

In ein "Paradies auf Zeit" verwandelte sich die Saarbrücker Johanneskirche in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag. Zwischen acht Uhr abends und zwei Uhr morgens machte das Künstlerkollektiv obn mit Klang- und Rauminstallationen das Motto "edn" erlebbar. Ein Surroundsystem mit zwölf Lautsprechern im Hauptschiff und die Inszenierung des Kirchgartens standen im Mittelpunkt.
Johanneskirche Saarbrücken / 15.05.05 / 20 bis 02 Uhr


Weitere Informationen:

www.unten.de

Foto:www.sol.de

 

26. Februar 2005:
Die Nacht des Tango in der Saarbrücker Johanneskirche

Ein überwältigendes Ambiente bietet die Johanneskirche mit ihrem Gewölbe, den Säulengängen und dem Holzboden sowieso schon.
Nimmt man dazu noch die Lichtinstallation des Saarbrücker Künstlers Martin Heuer,
die mitreissende Musik von DJ Andy Ungureanu und die Tanzdemonstrationen der Mitglieder des Tangokombinats, wird dies sicher ein u
nvergesslicher Abend werden.

Für die eingefleischten Tangotänzer, die von nah und fern kommen, wird ebenso etwas geboten wie für das Laienpublikum, das sich hier einen Eindruck von den unterschiedlichen Spielarten des Tango Argentino verschaffen kann.
www.tangokombinat.de


THEATER IN DER JOHANNESKIRCHE
Rückblick

Minotaurus Tanztheater.

Januar/Februar 2004

MINOTAURUS
eine Geschichte unserer Zeit
TanzTheater MUTANTH -

Er kommt aus einem dunklen Land jenseits des Waldes.
Er weiß nicht, wer er ist.
Er weiß nicht, woher er kommt.
Er weiß nicht...

"Minotaurus, eine Geschichte unserer Zeit", ist die Geschichte eines ungarischen Pastors
in Rumänien, der durch seine Predigten zum Sturz des Ceaucescu-Regimes beiträgt.
Gefangen und gefoltert durch die Securitate verliert er sein Gedächtnis und
seine Sprachfähigkeit.
Schließlich gelingt es ihm, nach Deutschland zu fliehen, wo er in einer
verlassenen Stasizentrale Unterschlupf sucht. Dort ist er in Sicherheit und
kann im Vergessenen bleiben, denn dort ist er ein Mensch ohne Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft.
Solange bis ihm dieses Mädchen begegnet. Nach und nach werden seine Erinnerungen wach...

Angelehnt an die Biografie des ungarischen Pastors Tökes Laszlo und Dürrenmatts "Minotaurus"
kreieren die Künstler des Musiktanztheater-Labors MUTANTH eine mythisch-poetische Geschichte,
die die Ebenen menschlichen Daseins verkörpert.
Dabei verbinden sich Tanz und Schauspiel, Musik und Maske zu einer spannungsvollen Einheit.
Lassen Sie sich entführen in ein Labyrinth des MUsikTANzTHeaters.
Mit Liedern und Tänzen aus Ungarn, teuflischen Masken, ausdrucksvoller Körpersprache,
einer eindrucksvollen Musikmischung mit Flügel, Saxophon und Schlagzeug
bietet MUTANTHeater ein dynamisches, explosives Bühnengemisch über die zärtliche
und grausame Geschichte eines ungewöhnlichen Mannes.(hey)

MINOTAURUS, eine Geschichte unserer Zeit
von und mit Miguel Bejarano und Eva Maria Lajko

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SARTRE IN DER JOHANNESKIRCHE

"Die Hölle, das sind die Anderen"
" Geschlossene Gesellschaft "

Mittwoch, 26. November 2003
Drei einander unbekannte Personen finden sich in der Hölle wieder.
Sie sind dazu verdammt, sich gegenseitig zu quälen.
Die frauenliebende Inés verzehrt sich nach Estelle,
die jedoch ein Auge auf Garcin geworfen hat.
Dieser wiederum lechzt nach der Anerkennung durch Inés
und geht nicht auf Estelles Avancen ein.
In der Hoffung auf Rettung aus dieser teuflischen Lage
lassen die drei ihre Masken fallen.
Sie zeigen ihre wahren Gesichter und gestehen die Taten ihrer Vergangenheit...

"Man ist das, was man ist, nur dadurch,
dass man sich selbst und den anderen vorspielt,
was man ist.",
so Sartres Kommentar zu seinem wohl bekanntesten Werk.

Die ESG Trier sorgte bereits bei der Premiere des Stücks für Furore.
Wegen des großen Erfolgs gaben die Mitwirkenden
in Kooperation mit dem Projekt Johanneskirche ein Gastspiel in Saarbrücken.
Dass sie dazu den Raum der Johanneskirche ausgewählt haben,
ist kein Zufall, bietet sie doch eine reizvolle Kulisse
für Akteure und Zuschauer.


08.10.2003 THEATER in der Johanneskirche:

EL COMO QUIERES

Theater EL COMO QUIERES. Theater EL COMO QUIERES. Theater EL COMO QUIERES.

"Ein besonderes Spektakel" veranstalteten das Le Carreau aus Forbach und das Projekt Johanneskirche:
In Bistro-Athmosphäre präsentierten zwei Künstlerinnen das Programm EL COMO QUIERES.

Ohne französische Sprachkenntnisse versteht das Publikum den ununterbrochenen Redestrom
der französischen Schauspielerin und der spanischen Tänzerin.
Es sind die Bewegungen und der Tanz, die dem Zuschauer den Inhalt vermitteln:
Geschichten vom Leben, dem Tod und der Liebe.
Über dem Lachen hinweg entstehen kleine Momente seltener Poesie.
Ständig tauschen die beiden Frauen ihre Rollen in dem Spiel auf der Grenze zwischen
Getanztem und Gesprochenem, Theater und Choreographie,Spanisch und Französisch.
Wie Clowns können sie alles und zeigen eine Aufführung, die ein wirkliches Glück ist."

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MUSIK

Blick auf die Orgel.

Foto:C.Hauschild

TERMINE DER KIRCHENMUSIKALISCHEN VERANSTALTUNGEN:
mehr:Canticus.de


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GanzTON - eine Konzertreihe in der Johanneskirche (von Petra Rieß)

Die Johanneskirche ist nicht nur eine Haltestation für die Saarbrücker Straßenbahn.
Seit vielen Jahren bietet sie Kultur unter einem Dach, das ursprünglich nicht
dafür vorgesehen war.
Organisator ist das Projekt Johanneskirche, das mit Ausstellungen,
Kino, Diskussionsrunden und vielem mehr Teil der Saarbrücker Stadtkultur geworden ist.
Hinter dem Projekt Johanneskirche stehen eine Kirche, ein Kirch-Garten
und eine ganze Menge engagierter Leute, die Lust haben, mitten in Saarbrücken
etwas Lebendiges auf die Beine zu stellen.

Inhaltlich steht das Projekt auf den drei Beinen
Kontemplation, Kultur und Kommunikation.
"GanzTON" ist eine Musikreihe, die Musik bietet
zwischen den Koordinaten Jazz, Weltmusik, Folk und Cross Over.
Anknüpfend an eine früher existente Konzertreihe in der Kirche
sollen die jeweiligen Künstlerinnen und Künstler
mit ihrem Klang in den Kirchenraum passen, weswegen etwa kleine,
akustische Besetzungen bevorzugt werden.
Etwas Neues soll es sein, etwas, das es zu entdecken gilt.
Man will das aufspüren und einladen, was mit oben genannter Stilistik durch die Lande zieht.
Darunter sollen durchaus auch bekannte Namen sein.
Egal, aus welcher Region, aus welchem Land sie kommen.
Zum Auftaktkonzert am 7. Mai 2003 ist das Berliner a capella Ensemble
"Aquabella" eingeladen worden, eine der jüngsten Entdeckungen der deutschen Folkmusikszene.
Und am 29.Juni war der Bandolavirtuose Ricardo Sandoval aus Venezuela
in der Johanneskirche zu Gast.
Auch wenn die Begriffsgrenzen hier manchmal verschwimmen,
in Richtung Weltmusik mit all ihren Schattierungen soll es hauptsächlich gehen.
Diese Marschrichtung ist klar, denn davon, so die Veranstalter,
gibt es in Saarbrücken und Umland noch viel zu wenig.

Vier Konzerte pro Jahr sind geplant, zwei im Frühjahr und zwei im Herbst.
Übrigens: GanzTON heisst die Konzertreihe, weil es um die Hervorhebung des Klanges
jenseits der stilistischen Schubladen geht.
Warum gerade Musik und Kultur in der Kirche?
Weil Kirche und Kultur zusammengehören, sagt Bianca van der Heyden,
und weil Kunst und Kultur ihren Ursprung in der Spiritualität haben.

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Freitag, 21. Mai 2004
22 Uhr:

MOUVEMENT
Musik im 21. Jahrhundert
Improvisationen
Composer in Residence:
Vinko Globokar, Posaune
Michel Portal, Klarinette
Jean-Pierre Dronet, Schlagzeug
Helge Leiberg, Maler
eine Veranstaltung des Saarländischen Rundfunks

SR-online.de

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LESUNG
Lesung mit Musik:
José F.A. Oliver
Mittwoch, 23.Juni 2004 Johanneskirche, Saarbrücken

José F.A. Oliver, Sohn andalusischer Eltern, geboren im Schwarzwald,
hat sich als deutschsprachiger Dichter spanischer Herkunft hervorgetan
(Adelbert-von-Chamisso-Preis, 1998).
Teile seines Werkes hat er auch auf Spanisch geschrieben. Der Lyriker
bedient sich der Sprachbausteine des Deutschen und setzt sie wie kein anderer,
immer wieder neu, zu musikalisch wohlklingenden Gebilden zusammen.


José F.A. Oliver wurde durch verschiedene Stiftungen in seiner Arbeit
unterstützt (unter anderem der Kunststiftung Baden-Württemberg e.V.
und der Kurt-Tucholsky-Stiftung). Er hatte 2002 eine Gastprofessur am M.I.T.
in Cambridge (USA) inne und war gleichzeitig writer-in-residence. Er folgt dem
Ruf dieses Jahr ein zweites Mal.


Nach mehr als einem Dutzend erfolgreich veröffentlichter Gedichtbände
liegt jetzt sein jüngster Band „Nachtrandspuren“ vor.


Nachtrandspuren
Gedichte
Edition Suhrkamp


Aus der Saarbrücker Zeitung vom 26.06.2004

Der Lyriker greift zur Gitarre und singt Gedichte

Im vergangenen Jahr war José F. A. Oliver Stadtschreiber von Kairo- Zustandsbeschreibungen fremder Menschen
Von SZ-Mitarbeiterin kerstin krämer

José F. A. Oliver ist ein deutscher Dichter andalusischer Abstammung.
Er las in der Johanneskirche aus der Reihe Eurovisionen:

Fernlautnetz und Nachtrandspuren heißen die beiden Lyrikbände.

Saarbrücken. Er glaubt, dass es keine endgültige Fassung von Gedichten gibt.
Er hofft auf den Mut des Lyrikers. Grammatikfehler gereichen ihm zur Poesie.
Wenn eine Dichterkollegin sagt "Immer, wenn mir ein lebendiger Mensch gegenüber tritt,
vergesse ich alles, was ich gelernt habe", dann ist das ein Satz,
auf den er seit Jahren gewartet hat.

Und wenn der Hall in der Johanneskirche ein Verstehen seiner Worte nachhaltig
boykottiert, dann steigt José F. A. Oliver eben aus dem Dichter-Olymp des
Altarraums herab, verzichtet aufs Mikro und setzt sich direkt vor seine Zuhörer,
die gleichfalls näher rücken. Frauen hauptsächlich - am Mittwoch,
beim Spiel Deutschland-Tschechien, fordert die Fußball-EM eben ihren Tribut.

Eine Situation, die bei Oliver, deutscher Dichter andalusischer Abstammung,
D&;jà-vu-Effekte auslöst: Denn er veranstaltet in seiner
Schwarzwälder Heimat das Literaturfestival Hausacher Lese-Lenz, und auch
das reagierte heuer schon mit Männerschwund auf die Kicker-Konkurrenz.

Auf Einladung von Ramesch, Forum für interkulturelle Begegnungen e. V., las Oliver
nun in der Reihe Eurovisionen: Fernlautnetz und Nachtrandspuren heißen die beiden
Lyrikbände, die er bei Suhrkamp veröffentlicht hat.


Außerdem im Gepäck: Das Tagebuch, das er im Mai letzten Jahres als
Stadtschreiber von Kairo führte. Auch Alexandria und Montreal kennt er,
brachte aus Finnland einen Wintervorrat mit und arbeitete über zehn Jahre
lang mit Straßenkindern in Lima. Ich bin überzeugt davon, dass Sie
nicht alles verstehen werden. Und das ist gut so, verstört der Weitgereiste
sein Publikum: Weil ich nur über Dinge schreibe, die ich nicht begreife.
Sonst werde kein Gedicht daraus.

Und so entwirft er Zustandsbeschreibungen fremder Mentalität, fern und
doch so vertraut. Wendet Tiermetaphern auf Städte an und erreicht damit
eine leuchtend farbige Bebilderung von Sprache. Entwirft Gedankenbücher
der Gefühle, setzt einzelne Wörter und Satzfragmente aus, um Wirkung
zu erzielen. Fragt nach dem Gewicht der Stille in einem Schrei.
Und dazwischen flicht er immer wieder Erläuterungen ein, intoniert orientalische
Arabesken oder greift zur Konzertgitarre und singt Gedichte von Federico Garcia
Lorca - auf Türkisch: Weil das die zweitwichtigste Sprache ist, die in
Deutschland gesprochen wird.

Sie passt gut in den weiten Kirchenraum, die fast
schon pastorale Andacht seines Vortrags. Die Abgeklärtheit eines Mannes,
der in sich selbst ruht: Sanft rieselt seine Stimme dahin wie ein gleichmäßiger
Fluss, unmerklich gekräuselt von einem süddeutschen Zungenschlag;
nur gelegentlich ein kleiner Strudel - wenn ein Vers rhythmisch skandiert werden
möchte, ein Gefühl nach Akzentuierung verlangt. Und niemand sehnte
sich während der Gedankenreise nach Fußball. "Ich schreibe nur
über Dinge, die ich nicht begreife. Sonst wird kein Gedicht daraus."
Eine Veranstaltung von Ramesch

mit Unterstützung von Kulturamt-Interkult. Arbeit.

 

Ein Gedicht von F.A. Oliver:

"Denke daran, daß ich auch Rose bin"

1

blüht die weiße
rose mein laken

öffnet das weiße
laken mein fenster

kehrt das weiße
fenster zur nacht

empfängt die weiße
nacht mir luna

wie kaltes fieber
der mond danach

2

dies nüchterne blau
die schweigende hand

ergießt sich stille
das lippenpaar

3

die mondin war
scheues olivengesicht
seidener hain
dein haar

4

blaue rose
matrosin der nacht
die mondin streut falten
mond dem schoß

ich erde ein
den geruch

5

so kämmen wir lippen
die münder fort
erneut die hände
haarpfade lang
unsere schieren körper bloß
bewelken die mondin die rose


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