| KULTUR | 2011 |
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„Eintopf“ mit einem Topf - Im unendlichen Rhythmus
30. März 2011
Klangkünstler TROMLA - Premiere und CD-Präsentation seiner Debut-CD „Eintopf“ in der Johanneskirche
Der Künstler nahm ein Album auf, worauf in genau 1 Stunde Länge nichts anderes als ein Topf zu hören ist, welcher mit Paukenschlägeln sanft bearbeitet wird.
Der geradezu unendliche, meditative Rhythmus ändert sich kaum wahrnehmbar und doch stetig. Das weltweit erscheinende Album „Eintopf“ wird an diesem Abend erstmals für 10 Euro käuflich zu erwerben sein.
Geboren wurde die Idee 2010 in der Reihe „Nach+bar“ in der Johanneskirche. Nach einem netten Abend mit allerlei Klangspielereien zeigte der künstlerische Leiter Martin Heuer auf den Topf mit den Worten: „Der hat mir besonders gefallen“.
Der Topf entfachte einen besonderen Klang, man hatte sogleich Assoziationen zu Glocken, Klangschalen, Ambient-Musik. Zusammen mit Pfarrer Jörg Metzinger als „Audio-Engineer“ wurde kurz darauf eine erste lange Aufnahme gestartet.
Als dann sogar das Elektro-Label TWIN TOWN eine Veröffentlichung zusagte, ging TROMLA ins Studio des Jazzpianisten Bernhard Wittmann und spielte das Album als Solostück im ersten Durchlauf innerhalb einer Stunde ein.
Stilistisch handelt es sich bei dieser Art von Musik eigentlich um eine neue Richtung, irgendwo zwischen Ambient, Elektronik und Minimal Music.
Der Haupteinfluss des Schaffens von TROMLA war immer schon die elektronische Musik und deren hypnotischen „Drive“. Er gab daher diesem neuen Genre die Eigenbezeichnung „Hypno“.
Grundmerkmal dieses Genres ist der Einfluss der Elektronik, die Ausführung muss aber mechanisch erfolgen - durch schlagen, spielen, singen etc.... „Es soll erkennbar sein wie der Klang entsteht und soll nicht von versteckt agierenden Apparaten erledigt werden“,
so TROMLA. Das Genre „Hypno“ steht als Ergänzung zur elektronischen Musik und nicht als „Gegner“. Die sinnliche Wiederholung des immergleichen Beats hat uns die elektronische Musik gelehrt, TROMLA zog Rückschlüsse daraus und schuf etwas ganz Neues.

Der Klangkünstler TROMLA alias Christoph Hans ist schon mehrfach in der Johanneskirche aufgetreten, manche werden sich noch an das 24-stündige Trommelevent „Katharsis“ im Jahre 2001 erinnern, zur Silvesternacht 03/04 bearbeitete er die Kirchenglocken durch „Stille Schläge“.
Des Weiteren ist er häufig in House-Clubs anzutreffen und begleitet als Drummer die Musik der DJs.
Seine Band „Reaktor“ mixte Ende der 1990er schon Elektrosounds mit live-gespielten Rhythmen und schrägem Gesang. Mit der Reihe „Elektroklub“ gründete er im Saarbücker Club „Blau“ eine eigene Reihe für neue, interessante elektronische Musik.
Für das Projekt „Eintopf“ ist eine grössere Tournee durch ganz Deutschland an besonderen Orten in Planung.
Beim Konzert wird wieder nur 1 Topf zu hören sein, also schließen Sie die Augen und erleben Sie einen meditativen Abend. Eintritt: 1 Euro!
Schultheaterfestival FACETTE(S)
Grenzüberschreitendes Schultheaterfestival FACETTE(S) in der Johanneskirche (April 2009)

Foto: Regine Eichholz
Was? In einer Kirche sollen wir Theater spielen – das geht doch gar nicht?! Da dürfen wir doch nicht … Können wir wirklich … ?
Auch hinter dem Altar? Dürfen wir auch von der Kanzel aus …? Echt?
So waren die ersten Reaktionen von Jugendlichen aus der Groß – Region. Und auch die Workshopleiter – Schauspieler aus dem
Drei – Länder – Eck – zeigten sich zunächst nicht besonders angetan, in einem Kirchenraum die Ergebnisse ihrer Arbeit zu zeigen.
Sie hatten drei Tage lang in verschiedenen Workshops im Rahmen des grenzüberschreitenden Schultheater- Festivals FACETTE(S)
mit den etwa 90 Schülerinnen und Schülern an Szenen und kleineren Theaterstücken gearbeitet – und konnten erstaunliche Resultate vorweisen.
Erstaunlich, weil die unterschiedlichen Sprachen, Französisch, Luxemburgisch und Deutsch, beim gemeinsamen Darstellen von Improvisationen anscheinend keine Rolle spielen. Und erstaunlich auch, wie variabel und flexibel der Kirchraum um den Altar und in der Apsis genutzt werden kann.
Da wurde die Tür zur Küche zu einem Tor, hinter dem sich Ungeheuerliches ereignet, die Apsis zum Sportplatz und die Treppen hinter dem Altar zur Bushaltestelle.
So war der Abschluss des Festivals, das von den Kultusministerien der drei Länder Lothringen, Luxemburg und dem Saarland alle zwei Jahre organisiert wird, ein voller Erfolg:
Für die Veranstalter und die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer – gerade weil der Ort, unsere Citykirche, ein solch
magischer und überraschender Ort ist.
Regine Eichholz, Projekt Johanneskirche
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Foto: Regine Eichholz


Mai 2007
Stoll & Wachall Private Collection room 06
Freitag, 04. November 2005 um 20.00 Uhr
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Pfingstsonntag, 15.05.2004
edn - Lange Kunstnacht am Pfingstsonntag
In ein "Paradies auf Zeit" verwandelte sich die Saarbrücker Johanneskirche in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag. Zwischen acht Uhr abends und zwei Uhr morgens machte das Künstlerkollektiv obn mit Klang- und Rauminstallationen das Motto "edn" erlebbar. Ein Surroundsystem mit zwölf Lautsprechern im Hauptschiff und die Inszenierung des Kirchgartens standen im Mittelpunkt.
Johanneskirche Saarbrücken / 15.05.05 / 20 bis 02 Uhr
Weitere Informationen:
www.unten.de

Foto:www.sol.de
26. Februar 2005:
Die Nacht des Tango in der Saarbrücker Johanneskirche
Ein überwältigendes Ambiente bietet die Johanneskirche mit ihrem Gewölbe, den Säulengängen und dem Holzboden sowieso schon.
Nimmt man dazu noch die Lichtinstallation des Saarbrücker Künstlers Martin Heuer,
die mitreissende Musik von DJ Andy Ungureanu und die Tanzdemonstrationen der Mitglieder des Tangokombinats, wird dies sicher ein unvergesslicher Abend werden.
Für die eingefleischten Tangotänzer, die von nah und fern kommen, wird ebenso etwas geboten wie für das Laienpublikum, das sich hier einen Eindruck von den unterschiedlichen Spielarten des Tango Argentino verschaffen kann.
www.tangokombinat.de
"Ein besonderes Spektakel"
veranstalteten das Le Carreau aus Forbach und das Projekt Johanneskirche:
In Bistro-Athmosphäre präsentierten zwei Künstlerinnen das Programm EL COMO
QUIERES.
Ohne französische Sprachkenntnisse versteht das Publikum den ununterbrochenen
Redestrom
der französischen Schauspielerin und der spanischen Tänzerin.
Es sind die Bewegungen und der Tanz, die dem Zuschauer den Inhalt vermitteln:
Geschichten vom Leben, dem Tod und der Liebe.
Über dem Lachen hinweg entstehen kleine Momente seltener Poesie.
Ständig tauschen die beiden Frauen ihre Rollen in dem Spiel auf der Grenze zwischen
Getanztem und Gesprochenem, Theater und Choreographie,Spanisch und Französisch.
Wie Clowns können sie alles und zeigen eine Aufführung, die ein wirkliches Glück
ist."
Foto:C.Hauschild
TERMINE DER KIRCHENMUSIKALISCHEN
VERANSTALTUNGEN:
mehr:Canticus.de
Freitag, 21. Mai 2004
22 Uhr:
MOUVEMENT
Musik im 21. Jahrhundert
Improvisationen
Composer in Residence:
Vinko Globokar, Posaune
Michel Portal, Klarinette
Jean-Pierre Dronet, Schlagzeug
Helge Leiberg, Maler
eine Veranstaltung des Saarländischen Rundfunks
SR-online.de
José F.A. Oliver wurde durch verschiedene Stiftungen in seiner Arbeit
unterstützt (unter anderem der Kunststiftung Baden-Württemberg e.V.
und der Kurt-Tucholsky-Stiftung). Er hatte 2002 eine Gastprofessur am M.I.T.
in Cambridge (USA) inne und war gleichzeitig writer-in-residence. Er folgt dem
Ruf dieses Jahr ein zweites Mal.
Nachtrandspuren
Gedichte
Edition Suhrkamp
Aus der Saarbrücker Zeitung vom 26.06.2004
Der Lyriker greift zur Gitarre und singt Gedichte
Im vergangenen
Jahr war José F. A. Oliver Stadtschreiber von Kairo- Zustandsbeschreibungen
fremder Menschen
Von SZ-Mitarbeiterin kerstin krämer
José F. A. Oliver ist ein deutscher Dichter andalusischer Abstammung.
Er las in der Johanneskirche aus der Reihe Eurovisionen:
Fernlautnetz
und Nachtrandspuren heißen die beiden Lyrikbände.
Saarbrücken.
Er glaubt, dass es keine endgültige Fassung von Gedichten gibt.
Er hofft auf den Mut des Lyrikers. Grammatikfehler gereichen ihm zur Poesie.
Wenn eine Dichterkollegin sagt "Immer, wenn mir ein lebendiger Mensch gegenüber
tritt,
vergesse ich alles, was ich gelernt habe", dann ist das ein Satz,
auf den er seit Jahren gewartet hat.
Und wenn der Hall in der Johanneskirche ein Verstehen seiner
Worte nachhaltig
boykottiert, dann steigt José F. A. Oliver eben aus dem Dichter-Olymp des
Altarraums herab, verzichtet aufs Mikro und setzt sich direkt vor seine Zuhörer,
die gleichfalls näher rücken. Frauen hauptsächlich - am Mittwoch,
beim Spiel Deutschland-Tschechien, fordert die Fußball-EM eben ihren Tribut.
Und so entwirft er Zustandsbeschreibungen fremder Mentalität, fern und
doch so vertraut. Wendet Tiermetaphern auf Städte an und erreicht damit
eine leuchtend farbige Bebilderung von Sprache. Entwirft Gedankenbücher
der Gefühle, setzt einzelne Wörter und Satzfragmente aus, um Wirkung
zu erzielen. Fragt nach dem Gewicht der Stille in einem Schrei.
Und dazwischen flicht er immer wieder Erläuterungen ein, intoniert orientalische
Arabesken oder greift zur Konzertgitarre und singt Gedichte von Federico Garcia
Lorca - auf Türkisch: Weil das die zweitwichtigste Sprache ist, die in
Deutschland gesprochen wird.
mit Unterstützung von Kulturamt-Interkult. Arbeit.
Ein Gedicht von F.A. Oliver:
"Denke daran, daß ich auch Rose bin"
1
blüht die weiße
rose mein laken
öffnet das weiße
laken mein fenster
kehrt das weiße
fenster zur nacht
empfängt die weiße
nacht mir luna
wie kaltes fieber
der mond danach
2
dies nüchterne blau
die schweigende hand
ergießt sich stille
das lippenpaar
3
die mondin war
scheues olivengesicht
seidener hain
dein haar
4
blaue rose
matrosin der nacht
die mondin streut falten
mond dem schoß
ich erde ein
den geruch
5
so kämmen wir lippen
die münder fort
erneut die hände
haarpfade lang
unsere schieren körper bloß
bewelken die mondin die rose
