| THEMEN UND TEXTE | März 2012 |
Predigtreihe „Suchet der Stadt Bestes“
Suchet der Stadt Bestes … und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s auch euch wohl. |

Thema „Menschen am Fluss“. Gastpredigerin Umweltministerin a. D. Dr. Simone Peter
Sehr geehrter Herr Hoffmann, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte mich herzlich für die Einladung bedanken, zu Ihnen im Rahmen Ihres Gottesdienstes sprechen zu dürfen. - Eine nicht ganz neue Erfahrung, denn ich hatte als Umweltministerin bereits am 1. Januar des vergangenen Jahres die Gelegenheit, in der evangelischen Kirchen¬gemeinde St. Wendel eine Predigt zu halten. Trotzdem ist und bleibt es etwas Besonderes. Zwar muss ich als Umweltpolitikerin auch immer wieder Überzeugungsarbeit leisten und versuchen, den Gedanken eines nachhaltigen, also gleichsam ökologischen, ökonomischen und sozialen Handelns in den Köpfen und Herzen der Menschen zu verankern. Aber in einer Kirche zu predigen, ist eine besondere Herausforderung. Dass Sie, Herr Hoffmann, trotz meines Ausscheidens aus der Regierung nach dem Bruch der Jamaikakoalition vor 3 Wochen an der Einladung festgehalten haben, ehrt mich darüber hinaus. Und ich bin ebenfalls gerne bei der Verabredung geblieben, denn ich finde Ihre Idee überzeugend und nachahmenswert, sich im Rahmen einer Predigtreihe mit dem zu beschäftigen, was in Politik und Gesellschaft an Herausforderungen und Aufgaben ansteht. Und dazu passt das Motto Ihrer Predigtreihe 2012 hervorragend: Es lautet "Suchet der Stadt Bestes" und stammt aus dem Brief des Propheten Jeremias an die jüdische Exilgemeinde in Babylon, wohin sie einst verschleppt worden war. Er enthält eine Aufforderung, sich dort einzurichten, zu engagieren und das Beste für die Stadt zu suchen. Er fordert Mir fiel in diesem Kontext direkt der Begriff „Heimat“ ein: Dort wo ich mich wohl fühle, fühle ich mich zuhause - daheim. Sicher ist Heimat aber nicht nur der Ort, in den ein Mensch hineingeboren wird. Ich habe ein paar Jahre in Berlin gelebt und mein kleiner Hauptstadtwohnsitz, den ich nicht so schnell aufgeben werde, ist auch ein Stück Heimat geworden. Ich fühle mich wohl und vertraut in dem Viertel, in der Straße und in der Wohnung. Das hat auch mit der Gewöhnung an die Umgebung und der sozialen Nähe zu Verwandten dort zu tun. Die Veröffentlichung Was ist Heimat?, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, hat mich dann eher überzeugt, denn sie beinhaltet, dass „Heimat auch neu gewonnen werden könne“, da der Heimatbegriff die Möglichkeit auf Beheimatung einschließe - also auf Aneignung einer vertrauten Lebenswelt und Ausbildung sozialer Zugehörigkeiten. Die Heimatfindung könne demnach gleichsam in beweglichen Modellen von Raumdefinitionen und persönlichen Zuordnungen erfolgen. Heimat nicht als Kulisse, sondern als Lebenszusammenhang muss auch Leitbild der Stadtentwicklung sein. Für diese war ich bis vor kurzem als Ministerin für Umwelt. Energie und Verkehr zuständig; ein Ressort¬zuschnitt, der es ermöglichte, einzelne Belange sektorübergreifend und im Zusammenhang zu betrachten. Um die Energiewende im Gebäudebereich voranzutreiben, werden deshalb verlässliche Rahmenbedingungen und beständige Förderbedingungen benötigt. Damit diese auch den Mieterinnen und Mieter nutzen, ist eine Anpassung des Mietrechts an die zentralen Herausforderungen einer breiten Sanierung für mehr Energieeffizienz und Barrierefreiheit notwendig. Auch die Betrachtung klimatischer Auswirkungen von städtebaulichen Projekten gewinnt vor dem Hintergrund des Klimawandels zunehmend an Bedeutung, so der Umweltdezernent der Stadt SB, Kajo Breuer, vor einigen Tagen bei der Vorstellung des neuen Klimamodells für Saarbrücken. Die Landeshauptstadt will in ihren Planungen zunehmend den Erhalt bzw. die Schaffung eines gesunden Stadtklimas berücksichtigen. Die neue Stadtmitte am Fluss soll Im Wettbewerb der Städte in der Großregion Saar-Lor-Lux gilt es, Saarbücken als Oberzentrum zu stärken. Während Städte wie Luxemburg und Metz, aber auch Trier und Kaiserslautern in den vergangenen Jahren zum Teil erhebliche Investitionen zur Steigerung ihrer Attraktivität getätigt haben, zeigen seit Jahren alle wesentlichen Indikatoren der Entwicklung der Landeshauptstadt Saarbrücken eine negative Tendenz: Auch die regionale und überregionale Erreichbarkeit Saarbrückens als Wirtschafts-, Bildungs- und Versorgungszentrums der Region ist beeinträchtigt durch das extreme Verkehrsaufkommen, das hohe Gefährdungspotenzial und die ungünstigen Prognosen für die A 620, für die dringend nachhaltige Lösungen gefunden werden müssen. Im Rahmen umfangreicher Voruntersuchungen wurden alle Alternativen untersucht und bewertet. Das Ergebnis: Stadtmitte am Fluss ist nachweislich die wirksamste, nachhaltigste und effektivste Lösung für die Verkehrsprobleme und schafft gleichzeitig zwölf Hektar Entwicklungsflächen für Freianlagen und Innenstadtentwicklung. Das veranschlagte Finanzvolumen von 370 Millionen Euro kann einseitig als Überforderung interpretiert werden, es ist aber vor allem ein gigantisches Konjunkturprogramm. Es wird Menschen in die Region ziehen, die hier arbeiten, leben und somit auch Geld in die Kassen der Unternehmen lenken wird. Dies gilt v.a. für den Mittelstand, der durch Aufträge im Projekt stark profitiert. Hinzu kommen langfristige Effekte durch die Attraktivitätssteigerung der Stadt nach der Bauphase. Natürlich dürfen die Kosten nicht zu einer finanziellen Überforderung führen, weder für die Stadt noch für das Land. Nach heutigem Stand ist Nachhaltiges Handeln setzt aber voraus, dass wir über den Kirchturm hinaus denken, sowohl in räumlicher wie in zeitlicher Hinsicht. Wir müssen das, was wir heute tun, verantworten mit Blick auf die gesamte Erde und auch mit Blick auf die zukünftigen Generationen. Also müssen wir – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft - heute mit der Energiewende, der Verkehrswende und der Wende beim Städtebau anfangen. Denn sie braucht Zeit und die Beteiligung aller Akteure. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr, in dem wir alle mit verantwortlichen Taten der Stadt Bestes geben können und bedanke mich für die Aufmerksamkeit. |
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Predigt (Pfr. Herwig Hoffmann) Am Donnerstag war im Fernsehen zu sehen, dass ein junges, 16-jähriges Mädchen nach Tagen aus Trümmern gerettet worden ist. Bewegend! Das Mädchen habe gute Aussichten zu überleben. Vielleicht ist es ein lebendiges Symbol der Hoffnung für ein Volk, welches mal wieder von einer schlimmen Katastrophe heimgesucht wurde. Im Filmbericht sagten mehrere Menschen: „Wir lassen uns nicht unterkriegen, wir haben schon viele Krisen überstanden!“ Allmählich erwacht Haiti aus seinem Trauma. „Warum? Warum wieder die Ärmsten der Armen?“ Diese Frage höre ich häufig. Auch diese Antwort bleibt für mich unbefriedigend, da die Welt m. E. ohne die Annahme: „Es gibt Gott“ letztlich nicht auskommen kann – obgleich auch ich zweifle, gerade wenn Menschen so leiden müssen wie jetzt in Haiti. Ebenso aber kann ich der Idee des hilflosen, ohnmächtigen Zuschauers nichts abgewinnen: Was nützt uns ein solcher Gott, der hilf- und tatenlos zusieht, was auf seiner Erde geschieht? Um einen solchen Gott brauchten wir uns wirklich nicht mehr zu kümmern. Martin Luther prägte den Begriff des absconditus; des verborgenen Gottes, der sich uns nicht erschließt- damit geheimnisvoll und unverfügbar bleibt. So weiß ich auch nicht mehr zu sagen, als dass er sich nicht ins Tagebuch sehen lässt. Uns bleibt nichts anders übrig, als diese Spannung auszuhalten- nämlich von Gott nicht alles zu wissen. Luther stellte jedoch dem deus absconditus den deus relevatus als der anderen Seite Gottes gegenüber: den sich offenbarenden Gott, wie er sich in Christus und zuvor in der Geschichte des Volkes Israel gezeigt hat und von Menschen erkannt worden ist: Die Vision des Hesekiel (Hesekiel 37) ist auf Israel bezogen. Es handelt sich um eine symbolische Vision: Zugrunde liegt ihr das Geschehen des Jahres 587 v. Chr., das Israel (das noch vorhandene Südreich) als Overkill erlebt hat. Die feindlichen Babylonier waren ins Land eingedrungen, hatten gemordet, geraubt und verwüstet. Jerusalem und vor allem der Tempel fielen dieser Zerstörung anheim. Die Oberschicht war nach Babylonien deportiert worden. Israel - ein zerteiltes, niedergedrücktes Volk, lange Zeit am Boden zerstört- vor allem in den Daheimgebliebenen war kein Lebenswille mehr, und das Exil wurde als Gefangenschaft empfunden. Hesekiel drückt diese Stimmung aus im Bild von Toten und Totengebeinen. Unschöne, gespenstige Bilder - beschönigt wird hier nichts, schließlich soll die Katastrophe Israels verarbeitet werden. Ich hoffe wirklich, dieses 16-jähriges Mädchen wird überleben und eine Zukunft haben. Das würde mir es übrigens auch mir leichter machen, an Gottes Güte zu glauben. |
03. Oktober - 09.November 2009
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit ist in der Saarbrücker Johanneskirche vom 3. Oktober bis 9. November
die Ausstellung "20 Jahre Mauerfall - 20 Deutsche Maler" zu sehen.
Es werden Werke der größten deutschen zeitgenössischen Künstler präsentiert: Zehn westdeutsche und zehn ostdeutsche Künstler.
Dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm, unter anderem Gottesdienste mit Bildpredigten, Führungen und vieles mehr.
Die Ausstellung ist vom 3. Oktober bis 9. November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Es wird um Spenden für die Renovierung des Gotteshauses gebeten.
Aus der saarländischen Privatsammlung Zimmer werden Werke von Rainer Fetting, Salomé, Jörg Immendorff, Bernd Zimmer, Karl Horst Hödicke, Markus Lüpertz, Helmut Middendorf, Walter Dahn und Walter Libuda. Die Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank überlässt Arbeiten von Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes, Bernhard Heisig, Gerhard Altenbourg, Hartwig Ebersbach, Wolfgang Peuker, Willi Sitte, Sieghard Gille und Werner Liebmann. Auch Elvira Bach und Georg Baselitz sind vertreten.
| Bildpredigt "Mene Mene Tekel" zu Karl Horst Hödicke, Mauerzeichnung, 1972 Liebe Gemeinde,in dieser Ausstellung ist viel Farbe zu sehen. Ich habe mir das Bild ausgesucht, das kaum Farbe aufweist. Liebe Gemeinde, Der König nötigt Daniel daraufhin Purpur und Goldkette auf, macht ihn zum Dritten in seinem Reich -- allein es nützt nichts, Liebe Gemeinde, Für mich ist das Bild "Mauerzeichnung" ein Menetekel: ein Sinnbild der Gier, vordegründig der sexuellen Gier, darüber hinaus für Die Gier hat uns weitergetrieben, die Menetekel erschienen und erscheinen weiter: Tschernobyl, die Klimaveränderungen, Es ist manchmal zum Verzweifeln -- schwarz wie dieses Bild. Soll die Gier wirklich eine Grundbefindlichkeit des Menschen sein, Mene mene tekel u-parsin. Liebe Gemeinde, |
die Pflanzen, die wir heute hier in der Johanneskirche begrüßen dürfen Vielleicht sollten wir schweigen und ihnen zuhören? Was erzählt ihr Grün uns? Die Blätter und Halme in ihrer Schönheit und Nützlichkeit loben den, der Wo lobe ich den, der mich erschaffen hat? Was sagen uns die Wurzeln? In welchem Boden wurzeln wir Menschen, was gibt mir festen Halt im Leben.... Ich schaue auf zarte Triebe und frische Knospen. Dieses ewige, stetige, Wo wachse ich, innerlich in meinem Leben? Wie nachhaltig gehe ich um mit Liebe Gemeinde, es lohnt sich, ruhig und lange diese Pflanzen zu betrachten, zu Sie predigen, in der Tat. Sie können uns viel sagen. Es lohnt sich, unsere Beziehung zu den Pflanzen zu betrachten, darüber Wir ernähren uns von ihnen, direkt als Gemüse, Salat, Körner -- Pflanzen sind überlebenswichtig für unsre Erde. Wir wissen seit langen Pflanzen regenerieren uns. Beim Spaziergang in den rauschenden Wäldern, Liebe Gemeinde, der Umgang von uns Menschen mit Pflanzen droht immer ins Ausbeuten, ins Für mich ist die Gentechnik da ein Beispiel, wieweit die Verzweckung von Für einen ganzheitlicheren Umgang plädiert die Bibel in vielen Texten. Schon ganz am Anfang -- das Paradies: ein Garten. In dem Gott des abends Der Mensch -- erschaffen, um diesen Garten mit und für Gott zu hüten. Zu An anderer Stelle dann die in ihrer Wirkungsgeschichte verhängnisvolle Und als der Garten Eden perdu war, weil Adam und Eva vom für sie ungute Liebe Gemeinde, Sie haben ein Bild auf Ihrem Gottesdienstblatt, dass von einem sehr Eigentlich muss in Farbe sein, Grün und Braun, Rot und Gelb und auch ein Braun wie Erde -- das Gesicht mit dem Bart. Blau wie der Himmel -- das Gewand dessen, der so nachdenklich zärtlich Diese Blume -- gelb wie die Sonne. Grün -- die Blätter. Das Bild heißt "Der große Gärtner" und ist ein bewegendes Bild von Gott. Im Buch des Propheten Hesekiel spricht Gott selbst von sich als einem Und Emil Nolde macht aus ihm den "großen Gärtner". Es gibt viele biblische Bilder von Gott. Er erscheint in der Feuersäule Gott als Gärtner, der hegt und pflegt, der pflanzt und düngt, der aber Wenn ich das Bild mir betrachte, so vermute ich, dass Gott selbst Das wünsche ich mir auch: dass Gott auch mich betrachtet, mir zuhört -- Amen |
| Valentin, 15.2.2009, 11h, Johanneskirche, Jörg Metzinger Ansprache Teil 1 Liebe Liebenden -- hoffe ich doch Liebende? -- ich hab uns mal was Eine Doppelseite aus der Saarbrücker Zeitung von gestern, Samstag, den Erwachsene Menschen - ich geh mal davon aus, dass die Verfasser dieser (Aus der Zeitung vorlesen) Das ist sozusagen die Speerspitze der Valentinianer, einer Art Sekte, Nun: wenn Jesus wirklich ein Mensch und Mann war, dann war ihm nichts Ansprache 2 Liebe Liebenden, Naja, so geht es anderen ja auch. Valentins berühmteste Tat, die hat ihm dann auch später den Kopf gekostet. Valentin hätte bei Romeo und Julia für ein Happy-End gesorgt! Liebe Liebenden, Liebe ist ein Zauberwort, immer. Der Urgrund, aus dem wir alle leben./ // Die Liebe hält viel aus, Durststrecken, Enttäuschungen, Streit. Amen. |
| Apologie des glatzköpfigen Christkindes (Jörg Metzinger) (nimmt den Heiligenschein ab) Is das nicht albern? Dieser Heiligenschein geht mir so was von auf den Sack. |
Apologie des Weihnachtsmanns (Christian Bauer) (Mütze wieder auf! Schluck Cola aus der Pulle…)
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24. August 2008, Superintendent Christian Weyer
Gnade sei mit euch und Frieden von Gott, unserem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus! Amen.
Liebe Schwestern und Brüder!
„Wie stellen Sie sich Gott vor? Welches Bild haben Sie von Gott?“ fragte ich im Bibelkreis. Eine Teilnehmerin schaute mich irritiert, ja fast entrüstet an. Fast 90 Jahre alt war sie, eine fromme Frau, in guter christlicher Tradition aufgewachsen. Sie kannte ihre Bibel und sie lebte von den vielen guten Worten, die gläubige Christen in der Heiligen Schrift finden. Irritiert schaute sie mich also an und sagte: „Aber man darf sich doch kein Bild von Gott machen. Das steht doch in der Bibel: Du sollst dir kein Bildnis machen ...“
Ja, diese gute Frau, die ich sehr geschätzt habe, sie kannte ihre Bibel. Das steht da wirklich. Und viele Generationen von Konfirmandinnen und Konfirmanden haben diese Worte auswendig gelernt, wenn sie die zehn Gebote gepaukt haben:
Das zweite Gebot: Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf der Erde, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist ab vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. (2. Mose 20, 4-6)
Das längste und ausführlichste unter den zehn Geboten. Verbunden mit einer handfesten Drohung. Und dennoch hatte die alte Dame aus meinem Bibelkreis dieses Gebot gründlich missverstanden. Missverstanden, weil es in der Tradition der evangelischen Kirche eben so ausgelegt und von Generation zu Generation weiter getragen wurde. Nahe liegt dieses evangelische Missverständnis an der Auffassung des Judentums und des Islam, die beide eine bildliche Vorstellung oder Darstellung als Sünde betrachten. Wieder einmal müssen wir unterscheiden zwischen dem, was in der Bibel gemeint ist, und dem, was die Tradition daraus gemacht hat.
Schauen wir genau hin: Was ist mit dem zweiten Gebot des Dekalogs wirklich gemeint?
Dieses Gebot stammt aus einer Zeit, in der der Ein-Gott-Glaube Israels gegen den Viel-Gott-Glauben der Umwelt zu kämpfen hatte. Die Gottheiten der Völker, die das Gottesvolk damals umgaben, waren weitgehend Fruchtbarkeitsgottheiten. Gottheiten also, die Fruchtbarkeit bei Mensch und Tier, sowie gute Ernten garantierten oder verweigerten – je nachdem, wie die Menschen sie bedienten und verehrten. Opferte man ihnen viel und gut, dann war das ein gutes Vorzeichen für die Ernte und dann klappte es auch gut mit der Viehzucht. So glaubte man. Deshalb stellten diese Völker ihre Götter als Fruchtbarkeitssymbole dar: Sie verehrten heilige Bäume, Standbilder von Stieren oder auch weibliche Göttinnenfiguren. Diese beteten sie an. In diesen manifestierte sich die Gottesmacht. Das Bild wurde auf diese Weise mit Gott der Gottheit gleichgesetzt.
Der Gott des Volkes Israel setzt sich davon deutlich ab. Auch zu ihm wird für gute Ernten und das Gelingen der Viehzucht gebetet. Auch ihn bitten die Gläubigen um Familiensegen. Aber dieser Gott bindet sich vor allem an eine Sippe, die Sippe Abrahams, die später zum Volk Gottes wird.
Dieser Sippe verspricht er kontinuierliche Begleitung durch die Geschichte. Die Naturgottheiten der Umwelt Israels bewegten sich gewissermaßen im Kreislauf des Jahreszeitenwechsels. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs bewegt sich auf der Zeitachse der Geschichte. Aus einer kreisförmig verlaufenden Religion wird eine zukunftsorientierte Religion. Das hinter dem Gott der Geschichte herwandernde Gottesvolk bricht gewissermaßen aus aus dem ewig sich nie verändernden Kreislauf der Jahreszeiten. Aus den beeinflussbaren Fruchtbarkeitsgötzen wird ein Gott der Geschichte. Und der Gott der Geschichte will unverfügbar sein und bleiben. Er wandert vor dem Gottesvolk her, aber sein Weg ist weder beeinflussbar, noch vorherbestimmbar.
Und dieser Gott sagt: Macht euch keine Götzenbilder, wie die Völker eurer Umwelt. Nehmt nichts aus der vorfindlichen Welt und legt mich darauf fest. Betet keine Götzenbilder an, sondern betet zu mir, dem unverfügbaren Gott, der von sich sagt: Ich bin, der ich bin.
Das zweite Gebot verbietet es also nicht, dass man sich eine Vorstellung von Gott macht oder Gott bildlich denkt. Das zweite Gebot warnt jedoch davor, Gott auf eine bildliche Vorstellung festzulegen.
Gott will sich nicht zum Götzen unserer Vorstellungen machen lassen. Er ist nicht das Stierbild, um das wir tanzen müssen, damit es regnet. Er ist auch nicht die Marmorstatue, vor der wir irgendwelche Opfergaben ablegen müssen, damit wir Glück im Leben haben. Solche Stufen der menschlichen Religiosität hat der Gott Israels, der Vater Jesu Christi überwunden.
Gott will aber auch nicht „Jenes höhere Wesen, das wir verehren“ sein – wie es einst Heinrich Böll in Dr. Murkes gesammeltes Schweigen formulierte. Das protestantische Missverständnis des zweiten Gebots hat dazu geführt, dass Gott konturenlos, ja geradezu gesichtslos wurde – zumindest in evangelischer Tradition. Und so kommt es auch, dass in vielen evangelischen Köpfen Gott reichlich unkonkret geworden ist: Gott ist so etwas wie ein ewiges Prinzip, der auf die Erschaffung der Welt reduziert wird und ansonsten eher theoretisch vorkommt, nie aber lebenspraktisch. Und das ist nun auch wieder falsch. Aus den frühreligiösen Götzenanbetern sind in der Postmoderne Gottestheoretiker geworden, die nur noch ganz abstrakt von Gott denken können und ihm keinen Zugang mehr in den Alltag gestatten.
Das hat sich Gott aber ganz anders vorgestellt. In der Bibel des Alten und neuen Testaments finden wir ganz viele Bilder von Gott. Gott wird als der Herr der Heerscharen bezeichnet; Gott wird als ein Hirte gezeichnet, der sich liebevoll um seine Schafe kümmert; mit einem Adler wird Gott verglichen; und sogar mit einer Mutter, die sich um ihre Kinder sorgt; als feste Burg beschreibt der 46. Psalm Gott; Psalm 103 vergleicht Gott mit einem barmherzigen Vater und Jesus nimmt dieses Bild im Gleichnis vom verlorenen Sohn auf; ja, in den Gleichnissen malt Jesus Gott immer wieder plastisch und farbig aus: Von Gott wird dort z.B. als von einem König gesprochen, oder Gott wird mit einem Sämann verglichen.
Es ließen sich viele weitere Beispiele anführen, um deutlich zu machen, dass die Bibel keineswegs bildliche Vorstellungen von Gott verweigert. Die Bibel ist voller Gottesbilder.
Aber gerade diese Vielfalt macht wiederum auf das Anliegen des zweiten Gebots aufmerksam: Es gibt eine Vielzahl von möglichen Gottesvorstellungen und es ist keine nur und allein richtig. Gott lässt sich nicht auf ein Bild festlegen, weil Gott nicht mit einer Vorstellung zu begreifen ist. Gott ist immer höher und mehr, als wir uns vorstellen können.
Das heißt aber nun wiederum auch nicht, dass es keine konkreten Anhaltspunkte gibt, wer und wie Gott ist. Wir dürfen Gott nicht auf ein Bild festlegen, das in unseren Köpfen ist oder das in irgendeiner Kirche hängt. Wie Gott aussieht, das weiß niemand. Selbst Mose durfte Gott nicht ins Gesicht schauen. Aber wer und wie Gott ist, das wissen wir sehr wohl. Die Bibel des Alten Testaments gibt uns dazu Anhaltspunkte. Jesus Christus aber hat es dann ganz genau auf den Punkt gebracht. Jesus Christus sagt: Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ (Joh 14,8)
Wenn wir also wissen wollen, wer und wie Gott ist, dann können und dürfen wir uns an Jesus Christus orientieren. Jesus Christus hat uns eine klare Selbstvorstellung Gottes mitgebracht: Gott ist barmherzig und gütig, er sucht das Verlorene; aber Gott ist auch der Richter über die, die ihn verachten, die seine Güte verdrehen in Gesetzlichkeit und Unmenschlichkeit; Gott vergibt Schuld; Gott besiegt den Tod. So ist Gott. Wenn wir uns ein Bild von Gott machen, dann so.
Deshalb ist es auch richtig und sinnvoll, dass in christlichen Kirchen das Kreuz hängt – mit oder ohne Korpus. Das Kreuz sagt uns: Wenn wir uns schon ein Bild von Gott machen wollen, dann dieses. Wenn wir wissen wollen, wie und wer Gott ist, dann müssen wir uns an Jesus Christus – dem Gekreuzigten und Auferstandenen – orientieren. Nicht an einem bestimmten Künstler, der den Gekreuzigten so und nicht anders dargestellt hat, sondern an der Heilstatsache des Kreuzes. Und nicht das Bild des Kreuzes beten wir an, sondern das Geschehen von Kreuz und Auferstehung, von dem es viele Darstellungen gibt, die alle aber nur Teilaspekte zeigen.
Bilder gibt es von Gott. Sie sind in der Bibel. Sie füllen die Kunstgeschichte. Und wir haben sie auch in unseren Köpfen. Die Bibel verbietet das alles nicht. Bilder helfen uns, den Glauben anschaulich und alltagstauglich zu machen. Das zweite Gebot warnt aber davor, diese Bilder zu verabsolutieren, dass wir Gott darauf festlegen. Nur ein Ab-Bild von Gott führt uns nicht von Gott weg, sondern zu Gott hin: Jesus Christus.
Amen.
Und der Frieden Gottes, der höher ist, als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Superintendent Christian Weyer
*Predigt "Projektionen" am 31.8.2008 in der Johanneskirche* von Jörg Metzinger
Am Anfang der Bibel steht diese uralte Geschichte von der Erschaffung
der Welt, der Tiere und Pflanzen, des Menschen.
Von dem heißt es dort, Gott schuf ihn nach seinem Bilde, also Gott nahm
sich selbst zum Vorbild, als er den Menschen bildete.
Wer die Geschichte der Religionen studiert, wie sie entstanden sind, wie
sie sich ausbreiten und dabei verändern, wie sie abgelöst und Teile
ihrer Ideen hinein genommen werden in eine andere, neue Religion -- der
dreht das biblische Wort schon mal um und sagt:
Der Mensch schafft Gott nach seinem Bilde.
Und dann ist der nächste Schritt nicht weit: Gott ist "nur" eine
Projektion des Menschen. Ein Konstrukt, eine Phantasie. Kindisch zudem,
für einen wirklich erwachsenen Menschen überflüssig.
Liebe Gemeinde, wir projizieren auch Bilder, die Kinder gemalt haben,
auf diese große runde Scheibe hinter mir. Naive Bilder, und doch voller
Überraschungen und Poesie. Kinder greifen ganz unbefangen in ihren
Erfahrungsschatz, wenn sie Gott malen. Kleiden ihn in Mäntel, geben ihm
Accessoires aus ihrer Alltagswelt mit.
Irgendwann werden diese Bilder zertrümmert. Mit dem Älterwerden, dem
Erwachsenwerden. Durch Erfahrungen der eigenen Stärke aber auch durch
Bekanntschaft mit der dunklen Seite des Lebens. Irgendwann ist dann eine
Leerstelle da, dort, wo einst ein tröstliches, kindliches Bild von Gott war.
Für viele Menschen ist dort ein Bruch, nach dem nichts mehr kommt.
Andere ringen nach Worten, um weiter auszudrücken, was sie zu empfinden
glauben. Stammeln vom Urgrund, dem Urvertrauen, dem Wirken in der
Geschichte. Darunter sind auch professionelle Stammler, liebe Gemeinde.
Die dies zu ihrem Beruf machen. Poeten, Maler, Filmemacher -- eine
bestimmte Sorte Künstler. Zu den professionellen Stammlern gehören wir
hier im schwarzen Talar auch, wir Pfarrerinnen und Pfarrer.
Manche suchen systematisch die Welt der Projektionen ab, bauen sich aus
verschiedenen Stücken ihre Weltsicht, ihre Religion, ihr Bild von Gott.
Nicht wenige versuchen, den Bruch mit dem Kinderglauben zu verhindern.
Halten fest am gütigen Mann im Rauschebart, träumen weiter vom Paradies
mit gebratenen Tauben und einem Wiedersehen mit den lieben Gestorbenen.
Das kann rührend sein, das kann aber auch gefährlich unduldsam werden,
wenn alle, die diesen naiven Bildern nicht folgen wollen, als
persönliche Bedrohung empfunden und schließlich sogar bekämpft werden.
Fundamentalismus.
Liebe Gemeinde, als professioneller Stammler, kurz: Pfarrer, muss ich
mich in dieser Gemengelage bewegen. Darf gestalten, aufgreifen, anregen,
vermitteln, was Menschen noch glauben wollen, soll helfen, dass sie ihre
Projektionen entwerfen. Kann dabei Modelle anbieten aus der christlichen
Tradition darf auch einen Blick auf die anderen Stammler werfen, um
Anknüpfpunkte zu finden.
Mehr -- so glaube ich -- haben wir nicht.
Auch dieses Buch da, die Bibel -- Projektionen. Faszinierende,
bewegende, auch ärgerliche, verstörende und sperrige. Ich finde es
faszinierend und tröstlich, wie frei uns unsere christliche Tradition
machen kann im Umgang mit Gottesbildern. Wir dürfen sie gebären, wir
dürfen sie zerstören, wir dürfen sie bewerten, wir dürfen sie
nebeneinander stellen. Wir dürfen sogar über sie lachen und scherzen.
Wir dürfen sogar wieder naiv werden, obwohl wir keine Kinder mehr sind.
Bewusst naiv. Warum? In der Sprache der Bibel gesprochen: Weil Gott uns
nach seinem Abbild geschaffen hat -- und er sich selbst uns nach unsrem
Abbild gezeigt hat. Im Menschensohn Jesus.
Alles was du suchst -- da ist es. Entdeck es in dir, entdeck es im
andern, entdeck IHN, Jesus, wo du kannst, entdeck Gott, wo du kannst. Du
suchst Gott? Dann blick dem Menschen ins Gesicht!
Der Rest ist Demut und Schweigen.
Ich lese aus dem ersten Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth 1.
Korinther, Kapitel 13:
9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist
Stückwerk.
10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein
Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab,
was kindlich war.
12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von
Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde
ich erkennen, wie ich erkannt bin.
Amen
Matthäus 20, 1-16: Von den Arbeitern im Weinberg
Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.
(2)Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg.
(3)Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen
(4)und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist.
(5)Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe.
(6)Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da?
(7)Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg.
(8)Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn
und fang an bei den letzten bis zu den ersten.
(9)Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen.
(10)Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen.
(11)Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn
(12)und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch
du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze
getragen haben.
(13)Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen
Silbergroschen?
(14)Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir.
(15)Oder (a) habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?
(16)So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.
Predigt vom 10.02. 2008 von Pfarrer Herwig Hoffmann
48 Millionen Euro haben die Vereine der Fußball- Bundesliga in der Winterpause investiert. Um sich zu verstärken, haben
sie neue Spieler eingekauft. Man braucht schließlich gutes
Spielermaterial.
So über die sog.' Wechselbörse' im Fußballgeschäft zu sprechen, ist üblich- nicht nur bei Fußballmanagern, Trainer und Journalisten,
auch bei der riesigen Schar der Fans. Hört sich an wie auf dem modernen Sklavenmarkt. Ob da noch jemand merkt, wie zynisch
diese Sprache ist?
Wie auch immer: Für ihre Vereine sind die Profikicker so etwas wie humanes Kapital oder wie Ware, die eingekauft und wieder verkauft wird.
Nun kann man einwenden: diese Spieler leben und verdienen
auf ziemlich hohem Niveau. ...
Da kann es einem egal sein, wie man sie betrachtet.
Aber Sprache ist verräterisch- Ich frage mich: welches Bild vom Menschen verbirgt sich dahinter?
Das Wort "humanes Kapital" ist immerhin Unwort des Jahres 2005 gewesen. Es steht dafür, dass auch in anderen ,normalen'
Bereichen
der Arbeitswelt mehr und mehr eine Sprache Einzug hält, die den Menschen auf seinen wirtschaftlichen Nutzen reduziert.
So ein Wort degradiert den Menschen zu einer nur noch ökonomisch wahrnehmbaren Größe.
So sprach einst der Präsident des Verwaltungsrates im Nestle- Konzern Helmut Mauder von ,Wohlstandsmüll' (1997).
Er meinte damit Menschen, die aufgrund mangelnder Schulbildung, ihres hohen Alters oder wegen einer Krankheit usw. auf dem Arbeitsmarkt kaum noch oder gar nicht mehr zu vermitteln sind. Müll!
Längst haben wir uns ja daran gewöhnt, dass Aktienkurse steigen und damit die Gewinne der Aktionäre, wenn Mitarbeiter entlassen werden.
Aber es kommt wohl noch schlimmer: Es gibt jetzt schon Firmen, da müssen Bewerber einen sog. "Integritätstest" machen.
Dieser soll dem Personalchef zeigen, welche Charaktereigenschaften der Bewerber hat und wie integer der ist.
Durch "Motivationssysteme" soll gar der Wert eines Mitarbeiters ermittelt werden. Dieser Wert steigt und fällt wie eine Aktie.
Spielermaterial -- humanes Kapital -- Wohlstandmüll -
Der Mensch, dessen Wert steigt und fällt wie eine Aktie an der Börse.
Welches Bild vom Menschen wird also hier gezeichnet? Oder mit dem Titel der Predigtreihe formuliert:
"Wann ist ein Mensch ein Mensch?"
In der Logik solcher Sprach- und Denksysteme: Wenn er einen hohen Wert auf dem Arbeitsmarkt besitzt, wenn er über Geld verfügt,
um Waren zu kaufen- wenn er selbst als Ware interessant ist, die man gemäß dem Schema von Angebot und Nachfrage kaufen oder abstoßen kann; dessen Kauflust man durch gezielte Stimulation in der Werbung dazu reizen kann, möglichst viel zu konsumieren.
Menschen werden mithin auf einzelne Aspekte des Lebens beschränkt -- und letztlich dreht sich alles ums Geld und ums Geldverdienen. Geld regiert die Welt.
In einer solchen Welt überlebt man letztlich nur, wenn man viel haben will und viel bekommt.
Wo bleibt da der Gegenentwurf? Die andere Vorstellung vom Menschen und seinem Leben? Oder sind wir schon so in dieses Weltbild verstrickt, dass wir da gar nicht mehr herauskommen?
Ich habe ja nach einem Gegenentwurf zu dem eben skizzierten Bild vom Menschen gefragt. Wo und wie finden wir es?
Ich glaube, dazu braucht man so etwas wie eine Vision, und in der Tat bin ich der Meinung:
das eben gehörte Gleichnis Jesu von den Arbeitern im Weinberg enthält so eine Vision. Dass es ein Gegenentwurf ist, merkt man ja sofort:
Alle Arbeiter erhalten am Abend den gleichen Lohn: ob sie zwölf, acht, vier oder nur eine Stunde gearbeitet haben.
Nun können wir einwenden: "Das ist doch auch nicht gerecht: wie kann jemand, der nur eine Stunde arbeitet, genau so viel bekommen wie jemand, der den ganzen Tag hart schuftet?"
Unser Blick ändert sich wahrscheinlich, wenn wir uns vor Augen halten:
es geht in dieser Geschichte um sog. Tagelöhner: Der Lohn, den diese Menschen an einem Tag verdienten, reichte aus, um den Lebensunterhalt für einen Tag zu bestreiten. Wer also weniger Lohn bekam, dessen Lebensunterhalt war gefährdet. (TL lebten ohnehin von der Hand in den Mund).
Jeder bekommt am Abend den gleichen Lohn. Das bedeutet: der Weinbergbesitzer sorgt dafür, dass jeder leben kann von dem, was er
verdient. Das ist schon sehr viel, wenn man bedenkt, wie sehr die soziale Schere bei uns auseinandergeht und zunehmend mehr Menschen auch hier bei uns in die Armutszone abrutschen (Familien....).
In diesem Gleichnis wird der Mensch nicht nur nach seinem ökonomischen Wert bemessen, und niemand fällt als ,Wohlstandsmüll' unter den Tisch.
Vielmehr kommen Menschen hier in ihrer Not und Bedürftigkeit in den Blick. Damit werden sie zugleich in ihrer Würde geachtet. Der
Weinbergbesitzer bringt doch durch seine ungewöhnliche Entscheidung zum Ausdruck: jeder Mensch hat ein Recht darauf zu leben, weil jedes menschliche Leben an und für sich wertvoll ist- zumindest mit den Augen Gottes betrachtet.
Nach dieser Vision muss es dann auch möglich sein, ein Leben in Würde zu führen.
Dann geht es aber nicht, Menschen wie Ware zu behandeln, Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu diskriminieren, weil sie jenseits der vierzig oder fünfzig sind. Und auch in der Medizin dürfen Zustände Einzug halten, in denen Patienten nur als Kostenfaktoren oder als lukrative
Einkommensquellen betrachtet werden.
Reformen in Staat und Gesellschaft sind nach wie vor notwendig, und die können auch weh tun.
Ich möchte hier nicht Strömungen egal welcher Herkunft unterstützen, die Leute in der Illusion wiegen, es könne alles beim Alten bleiben.
Aber in die notwendigen Debatten um Reformen und Veränderungen dürfen wir das christliche Bild vom Menschen einbringen:
Er darf nicht zur Ware degradiert werden, denn er ist -- mit den gütigen Augen Gottes betrachtet- gewollt, angenommen und geliebt und verdient es, entsprechend behandelt zu werden. Folglich sollten wir auch mit uns selbst entsprechend umgehen. Wir haben es nämlich nicht nötig, uns in ein Weltbild pressen zu lassen, welches uns mehr oder weniger nach unserer wirtschaftlichen Potenz misst. Wir selbst sind Gottes geliebte Töchter und Söhne und somit mit einer Würde begabt, die wir auch selbstbewusst leben dürfen.
Amen.
Seele Mensch, Christian Bauer - Über die göttliche Seite des Menschen
Psalm 42
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, / darum gedenke ich an dich aus dem Land am Jordan und Hermon, vom Berge Misar. Deine Fluten rauschen daher, / und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, / wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Gen 2
Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land. Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch eine lebendige Seele.
Predigt
Die Seele ist so etwas wie eine Banane. Wenn sie aufgegessen ist - ist sie weg! Klingt albern? Ok! Ist aber deshalb noch lange keine unangemessene Behauptung. Jedenfalls dann nicht, wenn man betrachtet, was über die Seele in den letzten Jahren und Jahrhunderten so geschrieben und gedacht worden ist. Also ich finde - mit Banane bin ich da noch richtig nett zur Seele.
Eine These der modernen Philosophie besagt zum Beispiel, dass das Wesen der Seele einem Computerprogramm gleiche. Schaltet man den Computer aus so bleibt auch das Programm nicht erhalten. Oder ins Leben übertragen: stirbt der Mensch den körperlichen Tod, dann erlischt auch die Existenz der Seele. Diese Vorstellung ist mit der modernen naturwissenschaftlichen Sichtweise vereinbar. Sie ist sehr anschaulich. Macht man die Maschine aus, ist es eben aus. Mensch aus! Seele aus! Ende! Ein Maschinenparadigma. Der Mensch als zugegeben leidlich intelligente biologische Fressmaschine, die aufgrund von Verschleiß irgendwann den Geist aufgibt. Tschüss Seele.
Immerhin - auch die materialistische Theorie und die Neurophysiologie haben sich früher mal mit der Existenz der Seele befasst. Sie haben sie nicht negiert und nicht reduziert, zum Beispiel auf das Bewusstsein. Ich denke also bin ich. Ich fühle also Mensch. Heute ist die Wissenschaft da weiter. Die Seele ist vollends in Verruf geraten - oder besser ins wissenschaftliche Abseits. Sie spielt in der empirischen Wissenschaft, in der Neurophysiologie und der Hirnforschung einfach keine Rolle mehr. Ja der Gebrauch des Begriffs ist schon verdächtig. Das war mal anders. Früher hat sich der Materialismus wenigstens die Mühe gemacht, zu erklären. hat gesagt: Alles ist nur Materie, Geist wird durch Physik und Chemie erklärt. Die Seele - ein biochemischer Prozess. Und die Hirnforschung wollte beweisen: Geist und Seele sind nur Halluzinationen des Hirns. So eine Art Sicherungsschaltung, die dem Bewusstsein der eigenen Ohnmacht entgegenwirkt, wenn es denn man zu Ende geht. Sie wissen: Das Licht am Ende des Tunnels bei der Nahtoderfahrung. Dieses Gefühl: Alles wird gut! Die Seele - also das, was wir eigentlich sind - das bleibt erhalten. Trügerischer Trost einer Maschine. Ist der Rechner erst runtergefahren, ist auch das Programm nicht mehr aktiv. Der einzige Unterschied: Den Computer kann man wieder hochfahren. Dann ist auch das Programm wieder da. Mit dem Menschen ist das schwieriger. Da ist der Tod dann der totale Festplattencrash. Kann man nix mehr retten! Nur noch entsorgen. Banane aufgegessen. Bleibt nur noch die Schale übrig! Schade!
Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch eine lebendige Seele.
Die Lutherbibel übersetzt hier "ein lebendiges Wesen". Das meint aber dasselbe. Im Hebräischen heißt es hier: näfäsch haja! und näfäsch haja ist mit lebendige Seele oder vielleicht auch atmendes Leben am besten übersetzt - den näfäsch hängt ganz nah mit "atmen" - nafasch - zusammen. Das Leben hängt hier am Atem. Gott bläst seinen Atem in den Menschen - und deshalb lebt er, das bestimmt sein Wesen, sein Sein, seine Seele. Der Mensch ist Atem Gottes. So die Bibel. Und auch das Griechische Psychä bedeutet Hauch, Atem. Da ist das Neue Testament mit seinem Begriff dem Alten ganz nah.
Der Mensch – ein lebendiges Wesen, eine "näfäsch haja". Die hebräische Sprache ist eine geerdete Sprache - im doppelten Wortsinn: Der Mensch ist vom Acker genommen und er zerfällt wieder zu Staub. Der Mensch verliert seine Lebendigkeit, wenn der Atem ihn verlässt. Das heißt: Die Seele des Menschen ist der Atem. Mund zu Mund beatmet vom Schöpfer.
"Näfäsch haja" – die lebendige Seele – das ist die lebendige Kehle. Das Arbeiten der Lunge. Im Atem zeigt sich der Hunger nach Leben. Halten sie mal die Luft an. Sie merken schnell, dass das nicht lange geht. Dann schnappen Sie nach Luft. Denn Sie wollen ja weiter leben. Ohne Atem bist du tot! Durch die Kehle fließen die elementaren Lebensfunktionen des Menschen: Atem, Nahrung, Sprache. Ohne Atem ist es vorbei. Der Atem als Zeichen von Lebenshunger. Von Lebendigkeit. Aber auch von Bedürftigkeit, wenn man nach Luft schnappen muss. Beides ist unauflöslich miteinander verbunden: Lebendigkeit und Bedürftigkeit. Gott gibt und Gott nimmt.
Von der Unsterblichkeit der Seele spricht übrigens die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments nicht. Da ist sie fast schon materialistisch. Staub ist Staub und tot ist tot! Das muss uns Christen aber nicht schrecken! Können ja nicht alles gewusst haben, die geerdeten Hebräer vor mehr als 3000 Jahren! Halten wir aber fest: Seele ist das, was Gott dem Menschen gibt. Wie Gott das biochemisch hinkriegt, ist seine Sache. Kann Christ drüber nachdenken. Muss Christ aber nicht!
Von der Unsterblichkeit der Seele spricht das Alte Testament nicht. Dafür aber davon, dass nicht nur der Mensch eine lebende Seele ist. Auch von anderen Lebewesen wird in der hebräischen Bibel gesagt, sie seien »näfäsch haja«. Die Beseelung der Schöpfung umfasst nicht den Menschen allein – heißt: Gott atmet sich aus in die ganze Schöpfung.
Allerdings: Nur dem Menschen wendet er sich direkt und intim zu. Bläst ihm selbst den Atem ein. Ihn macht er zu seinem Ebenbild. Und deshalb wäre es doch schade, wenn die liebe Seele mit dem Tod verloren ginge. Hätte die liebe Seele zwar Ruh – aber das will der Mensch ja gar nicht. Und deshalb ist die Seele unsterblich... hoffentlich.
Nach vielen alten Glaubensvorstellungen löst sich die Persönlichkeit des Menschen nach seinem Tod vom Körper ab und lebt in unsichtbarer Gestalt weiter. Der Buddhismus glaubt, die Seele besiedelt nacheinander zahlreiche Körper, auch solche von anderen Lebewesen. Sie ist dem "Ich", dem Bewusstsein, zugehörig: Mit dem Tode des Menschen geht das Bewusstsein ebenfalls aus ihm aus.
Sie merken schon – der Begriff „Seele“ wird hier anders verstanden als bei den Hebräern. Die haben dagegen Aristoteles auf ihrer Seite, der in der Seele die Kraft sah, die den Leib zum Lebendigen macht. Plato dagegen sah im Leib ein "Fahrzeug" der Seele. Die Seele sozusagen als "Steuermann". Was ist also die Seele?
Etwas, das per Gottes Willen in den Körper hineinschlüpft und diesen auch wieder verlässt?
Ist sie Bestandteil einer an sich unteilbaren "Allseele", ein Teil Gottes, der sich in der gesamten Welt manifestiert?
Oder ist sie eine steuernde Kraft, die den Körper lenkt?
Und – wie ist das nun mit der Unsterblichkeit? Also: was bleibt von der Banane, wenn sie gegessen ist?
Es gibt in der Geschichte viele Fragen. Es gibt auch viele Antworten! Allein: Die Beweiskraft fehlt. Sie ist aber auch nur dem materialistischen Ansatz wirklich wichtig. Dem, der das Wesen gerne auf den biochemischen Prozess reduzieren will. Dem, der uns als biologische Fressmaschine definiert.
Für die anderen Ansätze ist die Frage nach der Seele eher eine Suchbewegung. Der Mensch auf der Suche nach Wahrheit, auf der Suche nach sich selbst, und auf der Suche nach Gott und nach dem, was denn das Band zwischen Gott und Mensch ist. Das Alte Testament hat es über die Atemhilfe definiert. Wir atmen Gottes Luft. Das macht uns lebendig.
Etwas ist in uns, das uns mehr sein lässt als unsere biologischen Funktionen. Etwas ist in uns, das uns für die Ewigkeit vorbereitet. „Auferstehung der Toten und das ewige Leben“ – Sie erinnern sich.
Doch nicht zu vorschnell hier die Begriffe verwischen. Denn, dass die Seele als unsichtbare Substanz den Körper verlässt und zu Gott schwebt, ist eine Vorstellung jüngeren Datums. Sie kommt von der frühchristlichen Vorstellung, die Auferstehung umfasse den ganzen Menschen. Mit Haut und Haaren. Das überstieg für viele die Vorstellungskraft: Wie sollte das funktionieren? Mit welchem Leib soll ich auferstehen? Mit dem Leib, mit dem ich gestorben bin – alt und faltig – oder mit dem eines 20jährigen? Und was, wenn ich mir gar nicht gefallen habe??? Und was ist mit Krüppeln, mit Verstümmelten?
Nach Paulus mangelt es solchen Fragen an grundsätzlichem Verständnis über das Wesen der Auferstehung. By the way: Paulus kann die Fragen auch nicht beantworten – muss er aber auch nicht, weil er auf Wesentliches setzt: Der Zusammenhang zwischen irdischem Leib und Auferstehungsleib ist ähnlich dem zwischen Weizenkorn und Weizen, sagt er: Das Korn enthält den Keim, es hat insofern sehr viel mit dem Weizen zu tun, aber man sieht dem Korn nicht an, wie der Weizen aussehen wird. Das Korn fällt in die Erde und stirbt. Es kommt zu neuem Leben im aufkeimenden Weizen. Im ersten Korintherbrief beschäftigt sich Paulus intensiv mit allen möglichen Einwänden um dann zu dem Schluss zu gelangen:
„Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.“
Noch Fragen? Äh ja – die bleiben offen. Paulus will keine materialistische Vorstellung dessen geben, WIE denn Auferstehung funktioniert. Er will sich dem nähern WAS Auferstehung sein kann. Den Rest überlässt er Gott. Der kennt sich mit so was aus! Mit Biochemie und all dem anderen auch.
Was aber festzuhalten bleibt. Leib und Seele werden bei Paulus nicht begrifflich getrennt – nicht auseinander dividiert – denn: Sie gehören beim Mensch zusammen. Der Mensch ist Leib und Seele. Und da ist Paulus ganz auf der Linie des Alten Testaments: Der Mensch ist „näfäsch haja“ – lebende Seele und mit der Auferstehung – und da ist er dann doch weiter – unsterbliche Seele.
Ach ja – wie gesagt – Beweiskraft hat das nicht. Das ist eine Frage des Glaubens. Da geht es nicht um „Wissen“ und trotzdem können wir „gewiss“ sein! Aber das ist ein anderes Thema und eine andere Predigt.
Für die Seele halte ich fest: Christen kann es ziemlich egal sein, wo die Seele sitzt und welche biochemischen Prozesse da ablaufen. Hauptsache ist – es gibt sie – sie kommt von Gott, der uns mit »Atemhilfe« zum Leben brachte. Was mit ihr wird, wenn wir sterben, wissen wir nicht. Aber, da bin ich sicher: Sie ist bei Gott gut aufgehoben.
Amen!
Katastrophe Krieg - 18.11.2007 - Jörg Metzinger
Liebe Gemeinde, eine alte Geschichte, übertragen in die Zeit heute.
Ein Zimmer, Raufasertapete, Sitzecke.
Flachbildschirm, Beistelltisch, eine Flasche Urpils.
Erstes Deutsches Fernsehen, ARD-Brennpunkt, 20.15h, nach der Tagesschau.
Auf dem Sofa: Jonas Mittermayer (Jona Ben Amittai, 2. Kön 14,25).
"Mein Gott, so ein Mist!" flucht Jonas vor sich hin, "was ist denn mit
dem Fernseher los!"
Jonas geht es gut, er wohnt in der Stadt Tarsis, die liegt in einer
Gegend, die man den "Goldenen Westen" nennt. Schöne Häuser, schöne
Gärten, manche sogar mit Pool.
Wer da wohnt und einen Job hat, der braucht sich keine Sorgen zu machen.
Jonas arbeitet bei der größten Direktversicherung des Landes. Er lässt
die Wahrscheinlichkeit, mit der große Katastrophen eintreten können, in
die Berechnung von Prämienhöhen für alle Arten von Versicherungen
einfließen. Angewandte Mathematik, dazu ein wenig Kaffeesatzlesen.
Manchmal nennt er sich einen Unheilspropheten, wenn die
Wahrscheinlichkeit mal wieder ein paar Prozentpunkte steigt und die
Prämien für die Versicherten damit auch.
Dass sein Fernseher jetzt streikt, das war sehr unwahrscheinlich.
Jonas springt auf und hämmert auf den Apparat. "Mensch, das darf doch
nicht wahr sein, gerade als es losgehen soll, macht dieser blöde Kasten
schlapp!"
Jonas will unbedingt die Live-Übertragung aus Ninive sehen. Ninive, die
große Stadt am Tigris, Millionen Menschen leben dort. Seltsame Menschen,
braungesichtig, in Hütten, arm sind sie auch -- ganz anders als Jonas.
Gewalttätig sind sie, sprengen sich und andere in die Luft, jeden Tag
gibt's Tote, mal Dutzende, mal Hunderte.
Sie haben auch eine andere Religion, manchmal sagen die Sprecher im
Fernsehen, das mit der Gewalt dort hätte auch mit deren Religion zu tun.
Jonas interessiert das aber nicht wirklich.
Der Rest der Welt hat Soldaten nach Ninive geschickt, damit dort Ruhe
und Ordnung einkehrt. Die Menschen sollen irgendwann genau so leben wie
die Menschen in den Ländern, aus denen die Soldaten kommen. Wollen die
aber nicht.
Jonas versteht das auch nicht. So ein Reihenhaus mit Garten - ist doch toll!
Nun, seit ein paar Wochen haben die Chefs von den Soldaten genug, sie
wollen aufräumen mit dem aufmüpfigen Volk da in Ninive. Ein neuer
Feldzug gegen das Böse. Und Jonas will dabei sein, live. Nein, nicht als
Soldat, am Fernseher dabei sein.
Heute soll es losgehen, genau zur besten Sendezeit.
"Na endlich" sagt Jonas erleichtert. Das Bild ist wieder da. Der
Reporter sagt: "Wie wir soeben aus gutunterrichteten Kreisen erfahren,
ist der Feldzug kurz vor Beginn abgebrochen worden. Die Diplomatie hat
gesiegt. Auf Vermittlung des UNO-Generalsekretärs setzen sich die
Aufständischen und Klanführer sowie die Vertreter der Besatzungsmächte
an einen Tisch."
Jonas zappt weg. Er ist enttäuscht. Sehr enttäuscht. So live dabei zu
sein, das wäre es gewesen...
Predigt zu Jona 4: Zweiter Teil
Liebe Gemeinde,
Krieg ist jeden Tag auf der Erde. Und wir sind dabei -- medial vermittelt.
Aus sicherer Entfernung, vor dem Fernseher sitzen die Zuschauer, die
Schüssel auf dem Dach macht's möglich, rund um die Uhr, mit CNN, Al Jazeera.
Mich hat diese paradoxe Situation erinnert an das alttestamentliche Buch
Jona, wo der Prophet in sicherer Erwartung darauf wartet, dass Gott die
böse Stadt Ninive vernichtet -- und dann doch Gnade vor Recht ergehen
lässt. Und eben enttäuscht ist.
Und -- mal ehrlich -- sind wir nicht scharf auf aufregende Bilder von
den Kriegsschauplätzen, so ein wenig Voyeur-Gelüste, Schauder vor echtem
Blut, echtem Krieg?
Die Jungen ziehen selbst in den Krieg. Den virtuellen am Bildschirm.
Ballern sich durch 1337 Kriegsszenarien in Counterstrike, Battlefield,
Battlefront und wie sie alle heißen, Werbeslogan: „erlebe den krieg im
21. jahrhundert hautnah in ego-perspektive.“
Tja, die Ego-Perspektive.
Die Alten, sofern sie davon reden, könnten von einer ganz anderen
Ego-Perspektive reden. Sie waren wirklich live dabei, beim Schießen,
beim Granaten Abfeuern, beim Stechen mit dem Bajonett, beim
Bomben Abwerfen, beim Töten, beim Getötet Werden in Uniform.
Wir können froh und dankbar sein, dass diese Ego-Perspektive bei uns
seit 1945 niemand mehr einnehmen musste.
Doch sie kommt wieder, diese unmittelbare Beteiligung. Oder präziser:
Sie hat nie aufgehört.
Deutsche Waffen haben auch nach 1945 getötet.
Deutsche Wirtschaftsinteressen haben auch nach 1945 kriegerische
Konflikte sonst wo in der Welt mit beeinflusst.
Und seit einigen Jahren dürfen auch deutsche Soldaten wieder mit in den
Krieg ziehen. Real.
Und es wird auch wieder gestorben. Echt.
Krieg ist und bleibt ein Mittel zur Durchsetzung von Interessen auf der
Welt.
Mal werden Machtinteressen ganz unverblümt und direkt mit Krieg
durchgesetzt, mal werden sie versteckt hinter Befriedungs- und
Befreiungsaktionen.
Gerechte Kriege? Gibt's wohl kaum. Selbst Hitler wäre wohl ohne Krieg zu
stoppen gewesen -- allerdings vor 1933.
Krieg ist und bleibt ein Mittel zur Durchsetzung von Interessen auf der
Welt.
Obwohl die Religionen der Welt ihn ächten.
Obwohl Menschen, die weltweit geachtet werden, sich gegen ihn aussprechen.
Obwohl wir jedes Jahr einen Friedensnobelpreis vergeben.
Woran liegt das? Warum ist das so?
Wieso meinen Menschen, Krieg könne nützlich sein, gerecht? Wieso meinen
Menschen, die Auswirkungen des Krieges an Unschuldigen als
"Kollateralschäden" gegenüber irgendeinem Nutzen aufrechnen zu dürfen?
Johanneskirche, 18. November 2007, Volkstrauertag, irgendwo sind die
Geschäfte in diesem Land bestimmt den ganzen Tag offen zum Shoppen --
liebe Gemeinde, ich kleiner Pfaffe kann darauf keine Antwort geben.
Ich halt mich an die Bibel, 1. Mose 6, Noah und seine Leute haben gerade
die Sintflut überlebt. Gott sagt das -- übrigens nachdem er jede weitere
Vernichtung von Menschen für sich ausgeschlossen hat:
„Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend
auf.“
Böse Menschen haben böse Ideen. Dagegen müssen die Guten sich schützen.
Mit Krieg hat das aber zunächst nichts zu tun.
Liebe Gemeinde, wir Christen uns übrigens nicht nur vor dem Bösen
schützen. Also uns draußen halten, wenns schwierig wird auf der Welt,
wenn Macht und Geld nach noch mehr Macht und Geld gieren.
Liebe Gemeinde, wir Christen sollen das Böse sogar bekämpfen. Das in uns
und in anderen.
Mit Gutem bekämpfen, sagt der Apostel Paulus. Nicht mit Gewehren,
Panzern, Granaten, Sprengstoffgürteln.
Mit Gutem. Mit Liebe. Die im Feind nicht den Feind, sondern wie in einem
Spiegel sich selbst sieht. Und Gott. Im Feind.
Das ist mühsam, so zu kämpfen.
Es ist schwer, auf eigene Macht zu verzichten.
Es ist nicht zeitgemäß, eigene Interessen hintanzustellen.
Es ist kaum vermittelbar, Ressourcen an Energie und Rohstoffen nicht für
sich zu sichern, sondern zu teilen.
Aber das ist es wert.
Denn es bekämpft die Wurzel des Krieges.
Amen
Innere Katastrophen - 28.10.2007 - Christian Bauer
|
Jüngster Tag - 7.10.2007 - Patrick Fries
| Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen.
|
Und der Friede Gottes, der höher ist als all unser Begreifen, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen. |
Predigt vom 13. Mai 2007 zur Ausstellung von Stoll & Wachall in der Saarbrücker Johanneskirche Seit mehreren Wochen bevölkern Frauenporträts diese Kirche. Merkwürdige ..... Damit wir Menschen in dieses Gebäude locken, die sonst keinen Fuß hineinsetzen? Denn die Kunst und die Menschen, die sie machen und sehen wollen, mit denen kommt ja auch viel Unruhe und Störung in die gewohnten Abläufe dieser Kirche. Und bei manchen provoziert das auch Ablehnung: „Ah ja, moderne Kunst… Schnickschnack, unverständlich, englische Wörter, Fernsehen auch noch in einer Kirche, muss das sein!?“ Warum tun wir uns das an, hier in der Johanneskirche? Liebe Gemeinde, wie Sie vielleicht wissen, bin ich ja hier an der Johanneskirche seit 1. April nur Teilzeitpfarrer, für eine Übergangszeit. Den größeren Teil meiner Arbeitszeit absolviere ich in der Kirchengemeinde Schafbrücke. Dazu gehören auch vier Stunden Religionsunterricht in der Woche an der Grundschule dort. Im 4. Schuljahr schauen wir uns gerade die Zehn Gebote an. Erst haben wir sie sortiert: Gebote, die das Verhältnis von Mensch-Gott regeln, dann die bekannteren Gebote, die das Verhältnis Mensch-Mensch betreffen. Und jetzt gehen wir sie einzeln durch. Warum erzähle ich Ihnen das? Hier, inmitten dieser Videoinstallation? Nun, ich möchte Ihnen meinen Zugang zu dieser Arbeit darlegen, und das ist kein kunstgeschichtlicher sondern ein theologischer. Schließlich bin ich Pfarrer und kein Kunstexperte. Womit wir uns langsam dem eigentlichen Grund nähern, warum Kunst, solche Kunst, in einer Kirche präsentiert wird, ja präsentiert werden muss. Ich lese Ihnen das 2. Gebot vor: Du sollst dir kein Bildnis machen in irgendeiner Gestalt, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Dieses Gebot wird gern zusammengefasst unter dem Titel „Bilderverbot“. Und meine pfiffigen Grundschüler haben gleich gemerkt, dass da was nicht stimmt: „Wie, dürfen wir dann gar nichts mehr malen, keine Tiere, keine Pflanzen, keine Menschen?“ Und einer erinnerte sich: „Du hast uns doch mal Gott malen lassen. Das darf man ja dann eigentlich gar nicht!“ Es gibt zwei Religionen, die haben solche radikalen Schlüsse aus diesem Gebot gezogen: der Islam und das Judentum. Keine Bilder in den Moscheen. Islamische Kunst – das sind Ornamente und Schriftzeichen. Unsere christliche Tradition geht einen anderen Weg. Sie produziert Bilder ohne Ende über die Jahrtausende. Die Kunstgeschichte des Abendlandes ist über weite Teile eine Geschichte der Bilder, die in kirchlichem Auftrag und für kirchliche Zwecke produziert wurden. Die Glaubensinhalte zum Gegenstand haben und sich auch nicht scheuen, Gott zu malen. Wie das? Nun, das 2. Gebot verbietet nicht das Bild an sich. Es verbietet nur den götzendienerischen Umgang mit Bildern, das Anbeten eines Bildes, die Fetischisierung eines Bildes, wodurch ein menschliches Werk zum Götzenbild wird, in dem das Abgebildete mit dem, auf den es verweist, in eins gesetzt wird. Sie kennen sicher die Geschichte vom goldenen Kalb, das angebetet wurde als Gott – und nicht mehr als Abbild, das nur auf IHN, den eigentlich Undarstellbaren in aller Vorläufigkeit und Begrenztheit verweist. Nicht die Produktion von Gottesbildern ist gefährlich. Dem können wir gar nicht entrinnen, wir Menschen. Denn wir leben mit Bildern, Sprachbildern, Schriftbildern, Abbildern. Nur wenn wir meinen, die eigentlich nie endende Bilderproduktion – auch Gottesbilderproduktion – stoppen zu müssen an einem bestimmte Bild, weil wir meinen: „Das ist es jetzt, wir haben es greifbar, anfassbar“ – dann gilt dieses Gebot. Damit zurück zu dem, was wir hier sehen, was wir in diese Kirche hineingelassen haben. Die Arbeit von Stoll & Wachall dient den Zwecken des 2. Gebotes wie alle gute Kunst, alte wie neue: Sie verstört, sie bricht festgefahrene Bedeutungsblöcke auf, sie irritiert, sie generiert neue Verbindungen, sie zerstört vermeintlich allgemeingültiges. Hier durch die Kombination scheinbar unvereinbarer Dinge: Renaissance-Menschen, moderne Fetische wie Handy, Gewaltsymbole wie die Pistole, dazu englische Begriffe, die die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen in immer neuen Kombinationen anbieten. Wer sich mit dieser Arbeit beschäftigt, sich auf sie einlässt, der – ich sag’s mal platt – übt das 2. Gebot ein. Und Fragen ergeben sich, gerade hier im Kirchenraum: Ein Frauenportät wie eine Madonna, mit entrücktem Blick gen Himmel blickend, in der Hand ein Handy. Menschlein, an was hängt dein Herz…... Schweineköpfe, Rassehündchen, eine Waffe. Spielekonsolen. Edle Kleidung, herausfordernde Blicke. Nägelkauen. Englische Begriffe, die Weltsprache, die längst in allen Sprachen große Inseln besetzt hält. Musik wie aus einem Film von David Lynch, beunruhigend. Feelings, dreams, trust. Gefühle, Träume, Vertrauen. Warum tun wir uns das an, hier in der Johanneskirche? Weil wir als Kirche, als Christen, Kunst – und nicht Illustration – brauchen, um unseren Geist, unseren Glauben beweglich und wach zu halten!
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Gottesdienst zum Thema "Schöpfung": Der Mensch des Menschen Schöpfer? Als Dr. Frankenstein erkennt, dass sein Geschöpf sich von ihm abgewendet hat, Irgendwie hat der Mensch es im Gespür: Irgendwie hat der Mensch es im Gespür: Und während Gott Der Mensch dagegen? Gott aber verdammt den Menschen nicht. J-M.Rief
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Der Mensch des Menschen Schöpfer?
Warum der Mensch sich über Gott erhebt
Gott hat den Menschen nur wenig niedriger gemacht
als sich selbst, ja mehr noch:
zu seinem Ebenbild hat er ihn geschaffen.
Und der Mensch erkennt in Seinesgleichen
s i c h als Schöpfer,
denn er schafft die wunderbarsten Dinge:
erzeugt Licht und Wärme, bringt Wüsten zum Blühen,
errichtet erhabene Bauten, die ihn schützen vor Sonne, Sturm und Regen,
schafft göttliche Musik und kunstvolle Gemälde ...
Was muss er da nach Gott fragen,
der über allen Himmeln thront?
Ja, hat nicht Gott i h m die Erde anvertraut,
dass er sie sich untertan mache
und herrsche über alles, was da lebt?
Hat Gott nicht gar die Welt verlassen,
nachdem er sie geschaffen hat,
und sie dem Menschen in die Hände gelegt,
damit e r in ihr schaffe und wirke
mit all den Gaben,
die Gott ihm gegeben hat mit Wissbegier und Verstand ...?
Dass er dem Tode widersteht und den Naturgewalten.
Sollte es ihm da nicht auch gegeben sein,
Leben neu zu erwecken aus dem Tod
oder es neu zu erschaffen?
J-M.Rief
Goldener Sonntag
(Text: Bianca van der Heyden)
Kennen Sie das Sonntagsgefühl?
Wenn man morgens aufwacht und weiß: Heute ist Sonntag, die Straßen sind so ruhig und die Menschen irgendwie auch.
Schon als Kind habe ich sie geliebt, die Sonntage.
Sicherlich auch deshalb, weil ich meine Mutter, die sonst immer arbeiten musste, den ganzen Tag für mich hatte.
Ich habe es geliebt. Das Sonntagsgefühl, wenn alles etwas langsamer, alles ein wenig heiterer verlief als an den anderen Tagen.
Vielleicht spielt dabei auch eine Rolle, dass ich ein Sonntagskind bin.
Sonntage sind für mich schwarz und golden Edel und feierlich. Auch dann, wenn die Sonne nicht scheint.
Und wenn sich keine familiäre Harmonie ausbreitet.
Der Sonntag ist und bleibt etwas besonderes.
Und von mir aus soll das bitte auch so bleiben.
Nicht nur der Erinnerung wegen, sondern aus ganz anderen, nicht weniger menschlichen Gründen:
Am siebten Tag sollst du ruhen,
so lautet eines der zehn Gebote, die dazu da sind, das Leben menschenfreundlicher zu machen.
Am siebten Tage, so heißt es in der Geschichte von der Erschaffung der Welt, hat Gott Pause gemacht.
Und sich ausgeruht, bevor es am nächsten Tag frisch ans Werk ging.
Dieser eine Tag sollte uns heilig sein.
Lassen wir ihn uns nicht wegnehmen oder verplanen.
Der Sonntag ist dazu da, genossen zu werden.
Auch wenn Sie zu den Menschen gehören, die heute arbeiten müssen, denn warum sonst sollten Sie sonntags so früh aufstehen,
wünsche ich Ihnen, dass sie sich ein Stückchen vom Sonntagsgefühl bewahren können.
Dass Sie sich eine kleine Pause, ein bisschen mehr Ruhe gönnen können als an anderen Tagen.
Wie das möglich ist?
Gott hat es uns vorgemacht.
Machen wir mit.
Schönen Sonntag noch!