| ARCHIV | 2009 |
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Film- und Predigtreihen in der Saarbrücker Johanneskirche (Jetzt Projekt-Gottesdienste)
Predigtreihe "Wunder" Predigt am16.11.08, Jörg Metzinger
"Das Wunder des Friedens"
Kanzelgruß
Friede sei mit Euch!
Hm. "Friede sei mit euch" -- das klingt altertümlich, oder? In unserer Sprache. Juden begrüßen sich allerdings täglich so: Shalom!
Und natürlich die Moslems, das wissen wir seit den Karl-May-Büchern:
Salem aleikum.
Schade, wir sagen "Guten Tag". Oder in Bayern "Grüß Gott". Hm. "Friede sei mit euch".
Heute am Volkstrauertag ist "Das Wunder des Friedens" mein Thema. Und wo bin ich mit meinen Gedanken gelandet? Beim Krieg.
Frieden als Gegenbegriff zum Krieg. Frieden -- die Abwesenheit von Krieg.
Krieg -- von altersher und immer als DIE Geißel der Menschheit beschrieben, beklagt, verdammt, bekämpft.
Krieg -- die gewaltsame Durchsetzung von Interessen gegen ein Gegenüber. Und zwar als Gruppe, Volk, Land, Nation, Bündnis von
Nationen.
Mal von Königen und Kaisern autokratisch angeordnet, mal von Parlamenten beschlossen, mal vom Mob auf der Strasse selber angezettelt.
Religionskrieg, Wirtschaftskrieg, Völkerkrieg, Bürgerkrieg. Straßenkrieg. Weltkrieg. Krieg der Kulturen, Krieg der Worte.
Es gibt viele Theorien, was die Wurzel des Krieges ist. Warum immer wieder Menschen als Gruppe auf eine andere Menschengruppe gewaltsam, mehr oder weniger geordnet und geplant kriegerisch handeln.
Übertragen auf den individuellen Bereich, also wenn so zwei einzelne Menschen gegeneinander handeln, wäre in allen Kulturen der
Tatsbestand des Totschlags und meist sogar des Mordes erfüllt.
Vorsatz, geplant, Heimtücke. Besondere Grausamkeit. Aber beim Thema Krieg wird der einzelne vom Kollektiv freigesprochen.
Er darf töten, morden.
Ja, weise Männer diskutieren über den "gerechten Krieg". Geben ihm eine Ordnung in langen Verhandlungen in Friedenszeiten
-- so die berühmte "Haager Landkriegsordnung" von 1899 oder die "Genfer Konventionen" von 1949.
Krieg, die Durchsetzung von Interessen einer Gruppe von Menschen gegenüber einem anderen mit gewaltsamen, brutalen Mitteln.
Der Mensch war und ist erfinderisch darin. Steinschleuder, Wurfspiess, Axt. Langbogen, Armbrust, Kanone. Schnellfeuergewehr,
Raketenwerfer, Torpedo. Feuerwerfer, Gasgranaten, Atombombe.
Niedergefackelte Äcker, Reihenerschießungen wehrhafter Männer, Massenvergewaltigungen.
Friede sei mit euch, liebe Gemeinde. Ich breche ab. Mein Thema ist nicht der Krieg sondern der Friede.
Jeder Mensch sehnt sich nach Frieden.
Wirklich?
Ja, eigentlich schon. Die Sehnsucht nach "Stahlgewittern" und mannhaftem Soldatentum relativieren sich wenns dann losgeht binnen Stunden.
Jeder Mensch will eigentlich in Frieden leben.
Warum gelingt das nicht? Warum spreche ich da von einem "Wunder"?
In der Bibel ist wahrhafter Friede, Shalom, ein erhoffter, erbetener Zustand. Den wünscht man sich gegenseitig -- und weiß doch, er wird
erst am Ende der Zeit kommen.
Friede ist machbar -- ein beliebter Slogan von Antikriegsaktivisten.
Ja, Friede als Abwesenheit von Krieg ist machbar. Alles andere als ein Wunder, sondern Ergebnis harter, nüchterner,
beharrlicher Arbeit.
Von Politikern, Institutionen der Völkerverständigung, religiösen Gruppen.
Wir leben seit Jahrzehnten in solch goldenen Zeiten der Abwesenheit von Krieg -- bei uns hier wohlgemerkt. Hart erarbeitet.
Schüleraustausch, Uno, deutsche Verfassung, Ostverträge. Atomwaffensperrvertrag, Entwicklungshilfe, Friedensinstitute.
Friedensbewegung, Aktion Sühnezeichen, Deutsche Volksgräberfürsorge. Und und und...
Doch Friede im biblischen Sinn meint mehr als die Abwesenheit von Krieg.
Die Menschen sehnen sich -- so sie nicht verblendet, manipuliert oder psychisch gestört, sich mit Gewalt Vorteile meinen verschaffen zu müssen
-- die Menschen sehnen sich nach mehr als der Abwesenheit von Krieg.
Spüren Sie, liebe Gemeinde, welche Bilder in Ihnen aufsteigen, wenn ich sage "Und die Menschen lebten in tiefem Frieden miteinander"?
Unversehrtheit, Heil, Frieden Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit. Ruhe.
Shalom -- Versprechen, Geschenk Gottes. Zustand, der gemeint war, als wir erschaffen wurden. Der Garten Eden. Das Paradies.
Natürlich nicht machbar von uns kümmerlichen Menschen.Oder?
Shalom -- das steht hinter den Worten Jesu, des Rabbis aus Nazareth, in dem wir Gottes Sohn glauben:
/3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich./
/4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. /
/5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. /
/6 Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn
sie sollen satt werden. /
/7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. /
/ 8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. /
/9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen./
/10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn
ihrer ist das Himmelreich./
Ich glaube, dass Frieden in diesem tiefen Sinn sicher nicht machbar ist von uns Menschen. Auch nicht von solchen Ikonen der Friedfertigkeit
wie Martin Luther King, Gandhi, Albert Schweitzer oder Berta von Suttner.
Ich glaube aber, dass wir Menschen fähig sind, dieses Angebot als Geschenk zu ergreifen, Wunder zu erleben im Hier und Jetzt für befristete Momente und Zeiten.
Voraussetzung dafür ist allerdings die Abwesenheit von Krieg. Deshalb danke allen, die hart, nüchtern und beharrlich dafür arbeiten.
Den Politikern, Institutionen der Völkerverständigung, religiösen Gruppen. Einzelnen Menschen, Initiativen, Bürgerbewegungen. Amen.
Wunder der Auferweckung
Herwig Hoffmann, 19.10.2008
Lukas 7, 11-17
Der Jüngling zu Nain
(11) Und es begab sich danach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seine Jünger gingen mit ihm und eine große Menge.
(12)Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der der einzige Sohn seiner Mutter war, und sie war eine Witwe; und eine große Menge aus der Stadt ging mit ihr.
(13)Und als sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr: Weine nicht!
(14)Und trat hinzu und berührte den Sarg, und die Träger blieben stehen. Und er sprach: Jüngling, (a) ich sage dir, steh auf!
(15)Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und (a) Jesus gab ihn seiner Mutter.
(16)Und Furcht ergriff sie alle, und sie priesen Gott und sprachen: (a) Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und: (b) Gott hat sein Volk besucht.
(17)Und diese Kunde von ihm erscholl in ganz Judäa und im ganzen umliegenden Land.
Predigt über Lukas 11,11-17
Keine leichte Kost, dieser Predigttext, denn:
Sie erinnert uns wieder einmal daran, dass wir alle sterblich sind. Und selbst die Auferweckung des toten Jünglings vermittelt nicht einfach überschäumende Freude, denn:
Wer von uns hat sich nicht schon mal gewünscht, Gott möge einen Menschen wieder lebendig machen, oder: alles war nur ein böser Traum. Doch alles Wünschen nützt nichts. Der Mensch bleibt tot, der Sarg oder die Urne wird in die Erde gelassen, uns bleibt unser Schmerz, unsere Trauer, Wut oder unser Entsetzten.
Was anfangen mit so einem Bibeltext?
Vor 2000 Jahren hat Jesus angeblich einen Toten erweckt- na und ? Was nützt uns heute ein solches Wunder- angesichts der ausbleibenden Wunder, angesichts der Menschen, die wir hergeben mussten, die wir schmerzlich vermissen, die nicht aus ihren Gräbern auferstehen ?
Eine übliche Deutung dieser Geschichte ist die, in Jesus den Wundertäter im Auftrag Gottes zu sehen. Durch Jesus hat er gezeigt, dass er Herr über Leben und Tod ist. Durch das Wirken Jesu wird klar: es ist eine neue Zeit angebrochen, die Zukunft des Reiches Gottes ragt schon in unsere Welt hinein; Joh würde sagen: Jesu Wunder sind Zeichen seiner in diese Welt hineinbrechenden Herrschaft.
Andererseits: diese Geschichte der Totenerweckung finden wir nur bei Lk, eine ähnliche zwar noch bei Johannes, aber nirgends sonst in den Evangelien; ansonsten nämlich sagt das biblische Zeugnis eindeutig: Jesus ist der Erste der Entschlafenen, die von Gott auferweckt worden sind (1 Kor 15).
Ich möchte niemand daran hindern, solche Wundergeschichten wörtlich zu verstehen. Das ist eine Entscheidung des eigenen Glaubens.
Ich möchte heute aber auch denjenigen einen anderen Weg zeigen, die da nicht mitgehen können; denn ich selbst mag auch nicht daran glauben, dass „Gott“ Naturgesetze außer Kraft setzt. Ich sehe in dem biblischen Bericht folglich nicht die Story von einer wiederbelebten Leiche.
Der Neutestamentler Dibelius hat herausgefunden, dass es eine Vielzahl antiker Wundergeschichten (Novellen) gegeben hat, von denen einige auf Jesus übertragen wurden. Sie sollten dann sagen: Jesus ist der Sohn Gottes, er ist stärker als alle anderen Heiler, da in ihm die Kraft Gottes wirksam ist.
Für mich ist diese Novelle für mich keineswegs überholt oder sinnlos. Vielmehr ist es für mich nahelegend, diese Geschichte bildhaft zu verstehen.
Was also kann diese Geschichte uns dann heute an Erkenntnis bringen?
Am Grab eines Menschen wird uns ja auch bewusst: Wir können jetzt nichts mehr ändern. Dazu ist es jetzt zu spät. Insofern stimmen wir wohl dem Satz von Georg Jellinek zu, der einmal gesagt haben soll:
„Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben.“
Nehmen wir an, dies sei das eigentliche Thema dieser wundersamen Wiedererweckung: Das ungelebte Leben von Menschen, bildhaft verdichtet in eine gleichnishafte Geschichte verpackt. In der Geschichte ist es ja ein junger Mensch, der stirbt. Gerade ein solcher Tod wird besonders bedauert. Wir sagen dann, er hat sein Leben noch gar nicht gelebt. Ungelebtes Leben.
Der Tod hat dann auch eine Aufgabe:
Er bewahrt das Leben gleichsam davor, gleichgültig und sinnlos zu werden. Wäre das nicht eine wirkliche Gefahr, wenn das Leben endlich wäre? Der Tod ermahnt uns dann dazu, unser Leben zu leben; nach den richtigen Maßstäben zu suchen, zu überdenken, was wichtig und unwichtig ist.
Manchmal erinnert uns vielleicht erst der Tod daran, wie kostbar das Leben ist und wie gefährlich es ist, unsere Lebenszeit mit Nichtigkeit zu vergeuden.
Martin Walser lässt eine seiner Romanfiguren resümieren:
„Wahrscheinlich lebt man gar nicht, sondern wartet darauf, dass man bald leben werde; nachher, wenn alles vorbei ist, möchte man erfahren, wer man, solange man gewartet hat, gewesen ist.
(aus: „Der springende Brunnen“)
Ja, wer ist man dann gewesen, solange man gewartet hat?
Vielleicht jemand, der in Pflichten und Anforderungen so sehr eingespannt ist, dass er kaum noch Luft zum Atmen hat? Oder jemand, der sein Leben vorwiegend nach den Plänen und Wünschen anderer ausrichtet, und sich dabei selbst nicht mehr kennt?
Oder ist man jemand gewesen, der in falschen, unglücklich machenden Bindungen lebt, die ihm schaden? Oder jemand, der nur noch funktioniert, ohne zu wissen, wozu eigentlich?
Oder ist man jemand gewesen, der einen längst fälligen Neubeginn, wichtige Entscheidungen immer wieder vertagt wie Scarlett O Hara- in „Vom Winde verweht“, die nach unzähligen Katastrophen ihres Lebens am Ende beschließt, alles anders zu machen--- aber erst morgen.....
Ich bin durchaus der Meinung, Religion und Glaube – zumindest eine Geschichte wie die von der Totenerweckung-, fordern zu Fragen heraus, wie: Wer bin ich eigentlich? Wer möchte ich sein? Was erwarte ich vom Leben? Was habe ich eigentlich noch vor ? Welche Entscheidungen stehen an? Aus welchem Dornröschenschlaf muss ich erweckt werden?
In Jesus begegnet mir Gott, der lebensbejahend ist!
Er steht für die Befreiung aus der Enge des Daseins, des vermeintlichen „Schicksals“, der Rolle, die sich andere für mich ausgedacht haben, aus faulen Kompromissen...
Jesus fordert auf, besser gesagt: er erlaubt uns aufzustehen aus den Ruinen des Daseins, aus den Grabkammern des eigenen Lebens so wie den Jüngling in der gleichnishaften Wundergeschichte. Für mich heißt das auch immer, die Verantwortung für mich und mein Leben selbst zu übernehmen, statt sie anderen Menschen, vermeintlichen Sachzwängen oder einfach dem Schicksal zu überantworten.
Wenn das gelingt, dann ist das etwas Wunderbares und es mag mir vorkommen wie ein Wunder, wenn quasi noch mal von vorne anfangen kann- so wie dem jungen Mann das Leben noch einmal geschenkt worden ist, als zweite Chance sozusagen.
Ich kann dann sicher nicht alles nachholen, was ich versäumt habe, aber vielleicht doch das eine oder andere verwirklichen, von dem ich immer geträumt habe. Ich kann Fehler nicht ungeschehen machen, aber darf mit ihnen leben und mich auch des Lebens wieder freuen.
Ich trage weiter Last und Verantwortung, aber ich darf auch „nein“ sagen und danach fragen, was mir gut tut.
Mancher Neuanfang macht mir Angst, aber ich getraue mich dennoch, Schritt für Schritt weiter zu gehen...
Ich sehe in diesem Jesus von Nazareth jemanden, der Menschen aufrichtet, oder anders gesagt: der ihnen dabei hilft, sich selbst aufzurichten. Weil in ihm die Kraft Gottes wirksam ist. Weil Gottes Kraft heilend ist. Und das ist wunderbar. Daher dürfen wir im Namen dieses Jesus um Gottes Kraft bitten.
Amen.
1. Mose 11, 1-9: Der Turmbau zu Babel
1 Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
2 Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst.
3 Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel
4 und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
5 Da fuhr der HERR hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten.
6 Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.
7 Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!
8 So zerstreute sie der HERR von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen.
9 Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.
Apg 2, 1-13: Das Pfingstwunder
1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,
4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?
8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?
9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien,
10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom,
11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.
12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?
13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.
Predigt „Das Wunder der Sprache“, Jörg Metzinger, 28.09.2008
Kanzelgruß
„Wunder der Sprache“ - liebe Gemeinde, unsere christliche Tradition legt einen Kurzschluss nahe, den ich gleich am Anfang ansprechen will: das Christentum, zumal in seiner protestantischen Prägung, gilt als Buchreligion, ähnlich wie der Islam mit seinem Koran und selbstverständlich das Judentum, mit dem wir Teile der Bibel gemeinsam „heilig“ nennen.
Sich auf die niedergeschriebenen Worte in der Bibel heute einzulassen, das ist aber beim Thema „Wunder der Sprache“ zu wenig. Sprache muss gesprochen werden, das fixieren in Form von sichtbaren Zeichen kommt später – viele Menschen auf der Welt können ihre Sprache überhaupt nicht schriftlich fixieren.
Noch eine Weitung des Themas:
Sprache ist auch mehr als das gesprochene Wort. Auch anderes, was ich höre, spricht zu mir: die Musik der Orgel oder des Chores generiert Bedeutungen und Gefühle, Stimmungen in mir – unabhängig vom Text, der gesungen wird.
Sprache braucht auch nicht das Hören. Nicht jede Sprache ist hörbar – Taube haben die Gebärdensprache, es gibt die nonverbale Sprache der Gesten und der Mimik, der Berührungen. Fotografien, Bilder, Farben, Objekte, Architektur sprechen mit mir, haben eine Sprache.
Sprache ist auch nicht auf den Menschen beschränkt. Wale sprechen singend miteinander, Bienen teilen tanzend den Genossinnen die Himmelsrichtung zum Nektar mit.
Das alles sind Sprachen.
Und sie sind alle wunderlich zu hören, zu sehen, zu fühlen. Und es sind unendlich viele.
Staunend machen mich allein die Unzahl der Sprachen des Menschen, die Klicklaute afrikanischer Menschen, die Rachenlaute in Arabien, die niedlich rundgeschliffenen Worte der Niederländer, das stoßende Bellen mancher Japaner, die funkelnde Bandbreite deutscher Dialekte.
Doch das ist ja nur die wundersame Außenseite der Sprachen, das, was meine Sinne wahrnehmen.
Noch mehr staunen lässt einen doch, was da passiert, mit mir. Da berührt mich eine Hand, zart, und ein ganzer Kosmos von Empfindungen wird in mir entfesselt.
Da höre ich eine halben Satz, und tiefe Trauer überwältigt mich.
Sprache und die Worte, aus der sie besteht – oder besser: ihre Zeichen, damit wir auch immer mehr als an Hörbares denken – Sprache und ihre Zeichen entbinden in mir, wenn ich sie annehme, Bedeutungen.
Höre ich „Vater“, dann entsteht in mir ein Bild von „Vater“, gespeist aus meinen Erlebnissen mit meinem Vater, positiven, negativen. Meinen eigenen Erfahrungen als Vater, so wie andere als Väter erlebt habe.
Aber etwas versteht sich nicht von selbst: wenn da jemand „Vater“ sagt, zu mir, und mir damit etwas sagen will – dann heißt das noch lange nicht, dass ich ihn verstehe.
Deshalb ist das wirklich ganz große Wunder der Sprache, dass da überhaupt etwas mitgeteilt werden kann, das ich die Sprache, die Zeichen des anderen überhaupt entziffern kann, verstehen kann.
Denn Menschen wollen sich ja mehr mitteilen als definierte Bedeutungen. Selbst wenn ich zu jemandem sage: „Stuhl!“ und auf einen den Gegenstand „Stuhl“ zeige – bin ich sicher, welche Bedeutung in ihm entsteht?
Sprache steht immer in der Gefahr, missverständlich zu sein. Vielleicht brauchen wir Menschen deshalb so viele Sprachen, weil wir uns so viel mitteilen möchten, so Differenziertes. Immer wieder müssen Missverständnisse ausgeräumt und das Verstehen gesucht werden.
Wie entsteht aber das Verstehen? Das ist wirklich ein Wunder. Denn eigentlich ist das Missverstehen selbstverständlich. Ich kann so viele Worte machen, wie ich will – nie werden sie eindeutig. Im Gegenteil – im Schwall der Worte, im Versuch, eindeutig zu werden, alle Aspekte mitzuteilen, da verliert sich das Verstehen und Sprache wird – Geräusch. Das Schicksal mancher Predigt übrigens.
Verstehen entsteht, wenn das, was ich meine und mit Sprache ausdrücken möchte, mit de, was ich beim anderen auslöse eine Schnittmenge bildet. Die kann klein, die kann groß sein. Sie kann an einer überraschenden Stelle sein.
Sage ich „Vater“ im Gottesdienst und meine damit den im Himmel, von dem Jesus spricht – und fühle in mir, wie ich weich werde – dann wird die Frau in der zweiten Reihe auch berührt. Aber es hat nicht mit dem zu tun, was in der Bibel steht, auch nicht mit Jesus – sondern unsrer beider Erfahrung mit unsren Vätern gerade zum Klingen gekommen ist. Und – weiteres Wunder – vielleicht kommen wir dem, was Jesus „Abba, lieber Vater“ zu Gott hat sagen lassen, sehr nahe.
Liebe Gemeinde,
zwei Geschichten haben sie gehört aus der Bibel. Zwei wundersame: wie Gott die Einheitssprache der Menschen verwirrt, damit ihre Werke nicht in den Himmel wachsen. Der Turmbau zu Babel.
Und wie der Geist Gottes bewirkt, dass Menschen mit ganz unterschiedlicher Sprache gleichzeitig verstehen – obwohl keiner von Ihnen Esperanto spricht, im Gegenteil, die Verwirrung der Sprachen bleibt – und trotzdem verstehen sie sich.
Das Pfingstwunder.
Beide sind uralte Geschichten. Ihr Verstehen versteht sich auch nicht von selbst. Es sind die Versuche unserer Altvorderen, zu verstehen, sich zu vergewissern, wie es kommt, diese scheinbar gegensätzliche Erfahrungen mit Sprache, die beide letztlich wunderbar sind:
Die Fremdheit, die ich empfinde, wenn da jemand mit mir spricht, zu erleben, wie hermetisch die Sprache ist, auf die ich beim anderen treffe. Abgeschottet, kein Zugang für mich, und doch stimmig für ihn und die, die mit ihm in dieser Sprache kommunizieren. Und, liebe Gemeinde, denken Sie dabei nicht nur an die gesprochen Sprachen sondern auch die der Kunst, der Musik. Eine fremde, ja sogar bedrohliche babylonische Vielfalt, die mich staundend schaudern lässt. Von Gott gewollt, Zeichen der unendlichen Vielfalt seiner Schöpfung.
Zum anderen das noch größere Wunder: Menschen können sich verstehen, zueinander finden trotz der Hermetik ihrer Sprachen, die Folge immer zutiefst individueller, ganz eigener Erfahrungen ist. In solchen Momenten, wenn Sprache gelingt, dann weht in der Tat Gottes Geist.
Amen.
Predigt "Wunder der Schöpfung", Hilmar von Tippelskirch, 14.9.2008
Heute beginnen wir mit unserer Predigtreihe „Wunder“. Was verstehen wir unter diesem Begriff Wunder? Wie können wir ihn umschreiben?
Als Wunder bezeichnete man früher ein Gefühl im Sinne von Verwunderung, Erstaunen, Neugier, Wissbegier, im Sinne von: „ich wundere mich“:
„drum spitzt die ohren wer da kan,
und höret mich mit wunder an“ Sporck, streitgedichte 44 Kopp
Heute versteht man unter Wunder hauptsächlich etwas, was Verwunderung und Staunen hervorruft, das können Ereignisse, Gegenstände, Lebewesen, insbesondere auch Menschen sein. Wunder wird mannigfach schattiert und differenziert gebraucht. Das Übernatürliche, Naturgesetzwidrige als Merkmal des Wunderbegriffs spielt nur teilweise eine Rolle, auch die katholische Kirche ist davon etwas abgekommen. Ich werde den Begriff allgemein verwenden im Sinne von „ich bewundere etwas“:
„uns ist in alten mären wunders vil geseit“, wie es zu Beginn des Nibelungenlieds heißt.
Das Grimmsche Wörterbuch bietet über dreißig Seiten weitere Beispiele.
Was verstehen wir unter Schöpfung? Schöpfen bedeutet schaffen, erschaffen, das kann ein einzelner Gegenstand sein, aber auch alles, die gesamte Natur, in der auch wir Menschen einbegriffen sind. Ich möchte den Begriff so weit fassen, dass auch die Ergebnisse menschlicher Tätigkeit darin eingeschlossen sind, dass damit die Schöpfung auch heute noch nicht beendet ist.
Hören wir nun aber zuerst, was die Bibel sagt:
Wenn wir diesen Text auf uns wirken lassen, er steht ganz am Anfang der Bibel, so entsteht vor uns eine poetische Beschreibung der Welt. Wir staunen über dieses wunderbare Bild.
Damit wäre ich schon am Ende meiner Predigt, wenn mich in meiner Neugier nicht doch noch genauer interessieren würde, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.
Ich will der Frage, wie und in welcher Reihenfolge die Welt entstanden ist, ausweichen und mich über unsere heutige Welt wundern.
Wie wundert sich ein Naturwissenschaftler?
Er vermutet gewisse Zusammenhänge und entwirft Experimente, mit denen seine Vermutungen überprüft werden können. Seine Theorie wird so lange als richtig angesehen, so lange die Experimente das gleiche Ergebnis liefern, auch wenn sie an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit und von anderen Experimentatoren mit anderer Versuchsanordnung ausgeführt werden.
Es stellte sich heraus, dass man mit der Festlegung von nur sieben Größen, der Länge, der Masse eines Gegenstandes und der Zeiteinheit, der Temperatur, der elektrischen Stromstärke, der Stoffmenge und der Lichtstärke, eine vollständige Beschreibung unserer materiellen Welt erhalten kann. Mit dem entsprechenden theoretischen Rüstzeug und unzähligen Experimenten im Versuch und Irrtum konnte z.B. die Dampfmaschine, das Eisenbahn-Netz, das Auto und das Elektrizitätswerk konstruiert und betrieben werden. Sie verzeihen mir bitte diese etwas gewalttätige Abkürzung an dieser Stelle. Sie werden vielleicht auch den Einwand machen, dass dies wohl keine eigentlichen Schöpfungswerke sind.
Vor etwas mehr als 100 Jahren bei der Forschung an besonders kleinen Untersuchungsobjekten fand man heraus, dass Elementar-Teilchen je nach Versuchsanordnung auch Wellen-Eigenschaften haben können, dass in bestimmten Fällen Teilchen ihre Energie nur in Portionen ändern können, und sogar eine Umwandlung von Masse in Energie und umgekehrt möglich ist nach der Formel von Einstein. Weiter beobachtete man, dass die Masse von der Geschwindigkeit abhängt, - im neuen Ringbeschleuniger LHC bei Genf sollen Protonen so schwer wie Stubenfliegen werden - , dass die Zeitmessung davon abhängt, ob sie von einem ruhenden Beobachter aus oder auf dem bewegten Gegenstand selbst vorgenommen wird und dass die Messung selbst die zu messende Größe verändert. Das ist die Unschärferelation von Heisenberg, die angibt, dass die prinzipielle Ungenauigkeit von Impuls und Ort eines Teilchens etwa so groß wie das Plancksche Wirkungsquantum sein muss.
Erst mit Hilfe dieser Erkenntnisse war es möglich, zum Beispiel die Energie-Erzeugung in der Sonne zumindest teilweise zu verstehen, eine Atombombe zu konstruieren und ein funktionierendes Kernkraftwerk zu bauen und zu betreiben. Etwas näher an unsere tägliche Erfahrung kommt ein Gerät, das auf einem gerüttelten Maß an moderner Physik beruht, der Kernspin-Computer-Tomograph, weil er in der medizinischen Diagnostik eine große Rolle spielt. Auf unserem Liedblatt können Sie Schnitte durch ein Gehirn sehen. Das menschliche Gehirn ist ein Beispiel für ein Wunder der Schöpfung, wie ich finde.
Bei besonders großen, astronomischen, Entfernungen stellte man fest, dass Information von einer Stelle zur nächsten nicht augenblicklich übermittelt werden kann. So können wir nicht wissen, was im Kosmos geschehen ist, wenn das Ereignis so weit weg liegt, dass das Licht noch nicht bis zu uns gekommen ist. Ebenso dauert es, bis die Information über ein Ereignis in unserer Nähe sich im Kosmos verbreitet. Die Aufnahme des Sternennebels gibt also kein Bild wider nach unserer Anschauung wie ein Porträt, sondern enthält Informationen aus naher und ferner Vergangenheit.
Es sind große Wunder, die der Mensch in seiner Umgebung vorfindet, es ist ein Wunder, wie der Mensch diese Umgebung nach seinen Bedürfnissen verändert hat, mit Ergebnissen, die nicht immer dem Wohlbefinden der gesamten Menschheit genutzt haben. Es ist eine große Sache, an der jeder nach seinen Fähigkeiten mitarbeiten kann. Wir sollten aber nicht hochmütig werden, bei der allergrößten Anstrengung sind wir nur eine Randerscheinung, eine Fußnote im kosmischen Naturgeschehen.
Sie erwarten vielleicht, dass ich nun näher auf die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Kreationisten, den Vertretern des „intelligent design“ und der Evolutionsforschung eingehe. Die Theologie beschäftigt sich mit der Sinnfrage, wie es Bischof Wolfgang Huber geschrieben hat: „Was tritt zu den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen unserer oder einer anderen Zeit hinzu, wenn wir die Welt als Schöpfung verstehen. Wir gewinnen einen Zugang zu ihrem inneren Sinn. Gerade weil sich das Ziel, um dessentwillen die Welt entstand und das Leben sich auf der Erde bildete, nicht aus den naturwissenschaftlichen Einsichten selbst erschließt, brauchen wir den Zugang zu dem Sinn des Ganzen.“ Wir, liebe Gemeinde, die wir hier versammelt sind, suchen den Zugang zu dem Sinn des Ganzen hier in der Johanneskirche. Eine sonderlich erfolgreiche Strategie, ein naturwissenschaftliches Experiment zu entwerfen, ist das nicht. Das „Warum“ bleibt ein Privileg des Glaubens.
Daher werde ich mich weiter darauf beschränken, was alles in der heutigen Welt staunenswertes und wunderbares zu beobachten ist:
Unsere materielle Welt besteht aus 92 ursprünglich in der Natur vorkommenden Elementen, die nach ihren Eigenschaften in eine gewisse Ordnung gebracht werden können, das Periodensystem. Die Elemente kommen im kosmischen Maßstab in außerordentlich verschiedener Häufigkeit vor. Ganz anders ist die Häufigkeit in dem uns unmittelbar zugänglichen Lebensraum. Einige Elemente sind ziemlich gleichmäßig verteilt, andere auch konzentriert in Lagerstätten.
Sechs leichte Elemente, fast überall auf der Oberfläche der Erde und in der Atmosphäre vorhanden,
CHONPS
haben ganz außerordentliche Eigenschaften: Der Kohlenstoff bildet mit Wasserstoff leicht Ketten im Gegensatz zu allen anderen ähnlichen Stoffen, Wasserstoff, das leichteste Element, kann mit fast allen anderen Elementen Verbindungen eingehen.
Sauerstoff verbindet sich ebenfalls gerne mit fast allen anderen Elementen. Grüne Pflanzen erzeugen dagegen molekularen Sauerstoff mit Hilfe des Sonnenlichtes. Der molekulare Sauerstoff wird als Gas in der Atmosphäre unserer Erde (und gelöst im Wasser) von der Schwerkraft genügend stark festgehalten, dass er Fischen, Landtieren und den Menschen das Atmen ermöglicht. Wäre die Kraft, mit der sich Massen anziehen und die Masse der Erde selbst größer oder kleiner als sie tatsächlich sind, würde das tierische Leben nicht so funktionieren.
Wasser, die Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff hat extrem ungewöhnliche Eigenschaften. Es ist flüssig bei Atmosphärendruck (wäre unser Planet größer oder kleiner, näher oder weiter weg von der Sonne, wäre es das nicht) in einem ausgedehnten relativ hohen Temperaturbereich im Vergleich zu ähnlichen Verbindungen, das Eis, festes Wasser, ist leichter als das flüssige Wasser (im Gegensatz zu den meisten anderen Verbindungen), in Wasser lassen sich viele andere Stoffe auflösen.
Stickstoff und Schwefel sind neben den vorher genannten Elementen Bestandteile der Aminosäuren, die wiederum die Proteine aufbauen, die wesentlichen Bestandteile tierischer und menschlicher Gewebe. Phosphor ist Bestandteil von Adenosinphosphat, dem Energieträger im tierischen und menschlichen Stoffwechsel und der DNS, der Desoxyribonukleinsäuren, den Trägern der Erbinformationen. Im Bild sehen Sie eine schematische Darstellung der Doppelhelix.
Schon diese verschwindend geringe Auswahl, die ich vor Ihnen ausgebreitet habe, macht uns staunen, wissbegierig und voller Bewunderung, wie zweckmäßig alles eingerichtet ist.
Mit dem Begriff zweckmäßig habe ich mich allerdings in das Gebiet des Glaubens begeben.
Noch ein letztes:
Die Entropie, das ist, verkürzt erläutert, ein Maß für die Unordnung eines Systems. Und nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik strebt die Entropie in einem geschlossenen System einem Maximum zu.
Wenn also alle Energiequellen verbraucht sind und die Welt in größte Unordnung gebracht ist, ist keine Veränderung mehr möglich, also auch kein Leben. Dies wäre der Wärmetod. Ist das ein mögliches Ende des Wunders der Schöpfung? Die Bibel entwirft das Bild vom Weltgericht.
Wir wissen es nicht.
„Herr, dir in die Hände
Sei Anfang und Ende,
sei alles gelegt.“
(Eduard Mörike)
Wann ist ein Mensch ein Mensch?
1. Ware Mensch
Samstag, 9. Februar 2008, 20 Uhr:
Der Reigen von Max Ophüls
Literaturverfilmung, Frankreich 1950
Regie: Max Ophüls
10. Februar, 1. Predigt
2. Seele Mensch
23.Februar 2008, 20 Uhr: Vergiss mein nicht!
von Michel Gondry
USA 2004, Regie: Michel Gondry
24.2.2008, 11 Uhr: 2. Predigt. Christian Bauer
3. Leben Mensch
8.3.2008,20 Uhr:
Es (von Ulrich Schamoni, BRD 1965)
9.3.2008, 11 Uhr Dritte Predigt. Über den Beginn menschlichen Lebens
Jörg Metzinger
4. Sex Mensch
29. März 2008, 20h
"In einem Jahr mit 13 Monden" von Rainer Werner Fassbinder
BRD-WDR 1978
30. März 2008, 11 Uhr
4. Predigt von Christine Unrath
"Über die geschlechtliche Orientierung des Menschen"
1. Ware Mensch
Buch: Jacques Natanson und Max Ophüls, Kamera: Christian Matras. Autor: Arthur Schnitzler. Musik: Oscar Straus, Produzent: Ralph Baum. Ein Soldat lässt sich mit einer Dirne ein, während seine Freundin, ein Stubenmädchen, den Sohn ihrer Herrschaft verführt. Der junge Herr wiederum hat eine Liaison mit einer vornehmen verheirateten Frau. Ihr Ehemann betrügt sie mit einer jungen Arbeiterin. Diese schwärmt für einen Dichter, der in Leidenschaft zu einer Schauspielerin entbrennt. Jene liebt einen Grafen. Der Aristokrat schließlich hat ein Abenteuer mit der Dirne vom Anfang. Die Wiederholbarkeit des Unwiederholbaren ist das Thema des skandalumwitterten Bühnenstücks von Arthur Schnitzler. |
2. Seele Mensch
Buch: Charlie Kaufman, Story: Charlie Kaufman, |
3. Leben Mensch
9.3.2008, 11 Uhr |
4. Sex Mensch
30. März, 11 Uhr |
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Silvester 2007 Zukünftige Öffnungszeiten der NACHtBAR : |
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Katastrophenfilme und katastrophale Predigten in der Saarbrücker Johanneskirche
Film- und Predigtreihe in der Johanneskirche (September - November 2007)
9.9. 11h: 1. Predigt zum Thema:
Martina Rief predigt über Jakobs Traum von der Himmelsleiter und den Fähigkeiten, die Gott dem Menschen gibt, die dieser aber ambivalent anzuwenden weiß....
9.9. 20h:
Das China-Syndrom:
Spielfilm mit Jane Fonda, Jack Lemmon und Michael Douglas aus dem Jahr 1979, der sich kritisch mit der wirtschaftlichen Nutzung der Kernenergie auseinandersetzt.
In dem Film wird ein (fiktiver) Störfall in einem amerikanischen Atomkraftwerk beschrieben, dessen Ursache sowohl in technischem als auch menschlichem
Versagen wurzelt. Der Film erreichte in den Vereinigten Staaten ein erhebliches Medienecho, nicht zuletzt aufgrund seiner zeitlichen Nähe zum Reaktorunfall in Three Mile
Island (den er aber vorwegnahm). Angesichts der jüngsten Störfälle in Deutschland ein brisantes Thema.
Nach dem Film kann mit Mitgliedern des Arbeitskreises Kinokirche diskutiert werden.
Infos: /www.moviemaster.de/archiv/film/film_2727.htm
Sonntag, 7.10., Predigtreihe
11 Uhr: Katastrophale Predigt zum Thema "Jüngster Tag", Patrick Fries
So, 7.10.,
20 Uhr: Katastrophenfilm "Der jüngste Tag", Eintritt frei, anschließend Möglichkeit zur Diskussion mit Werner Stein u.a.
Der fantastische Science-Fiction-Film "Der Jüngste Tag", im Jahr 1951 Oscar-Gewinner für die besten Spezialeffekte, setzte neue Maßstäbe für die realistische cineastische Umsetzung von Katastrophenszenarien. Natürlich ist der Film, gemessen an den heutigen Maßstäben, eine eigenartige Kuriosität. Aber die von George Pal, dem Pionier für optische Effekte, produzierte Geschichte eines aus der Bahn geratenen Sterns, der mit der Erde kollidiert, ist immer noch ein überwältigendes Beispiel für die Science-Fiction-Filme der 50er-Jahre, als die Spezialeffekte eine neue Stufe der Entwicklung erreichten.
Trotz der Warnung der Wissenschaftler über das zerstörerische Potenzial des Sterns, weigern sich die Regierungsbeamten, Maßnahmen zu ergreifen, die internationale Panik auslösen könnten. Aber ein Konsortium von privaten Unternehmern bereitet sich auf das Schlimmste vor und baut ein gigantisches Raumschiff, eine Arche Noah für die Menschheit, um ein neues Leben auf einem entfernten Planeten zu beginnen. Wer wird ausgewählt werden mitzukommen, und wer wird zurückbleiben müssen? Als Erdbeben tosen und riesige Flutwellen ganze Städte vernichten, wird die Rakete startfertig gemacht, um von ihrer kilometerlangen Startrampe aus ins Weltall aufzubrechen -- bereit, die zerstörte Erde hinter sich zu lassen!
Obwohl "Der Jüngste Tag" heute mehr Vergnügen bereitet, wenn man ihn sich unter dem Aspekt "wertvolles Museumsstück" anschaut, bleibt der Film doch ein Meilenstein in seinem Genre und bereitete den Weg für viele Leinwand-Desaster wie Deep Impact die diesem immer noch wertvollen Beispiel folgten.
So, 28.10. Predigtreihe
11h: Katastrophale Predigt von Christian Bauer
So, 28.10., 20h: Katastrophenfilm "The Day After Tomoorow"
Eintritt frei, anschließend Diskussion mit Martin Heuer und Joachim Götz vom BUND Saar.
Der Katastrophenfilm *The Day After Tomorrow* von Roland Emmerich behandelt die Gefahren und Folgen der globalen Erwärmung.
Er ist eine Produktion von 20th Century Fox aus dem Jahre 2004. Als Vorlage für das Drehbuch diente u. a. der Roman"/The Coming Global Superstorm" (dt. Titel:"Sturmwarnung") von Art Bell und Whitley Strieber.
Der Klimaforscher Jack Hall warnt seit Jahren vergeblich vor einer dramatischen Veränderung des Weltklimas. Als die Erde plötzlich von einer sich immer mehr dramatisierenden Serie von Tornados, Flutwellen, Hagel und schließlich arktischer Kälte mit lebensfeindlichen Temperaturmomenten unter --100°C heimgesucht wird, macht sich Jack von Washington aus auf den Weg nach New York, wo sein Sohn Sam und seine Freunde eingeschneit sind und gegen die Kälte, Krankheiten, Wölfe und Hunger kämpfen. Am Schluss werden Sam und seine Gefährten von Jack gerettet, der einen Weg in das unter Schnee stehende New York gefunden hat.
Rückfragen beantwortet Citykirchenpfarrer Jörg Metzinger, 0177-8309019 |
Am 18. Februar 2007 machte Polizeidirektor Wilfried Pukallus als
Gastprediger den Anfang zur neuen Predigreihe in der Johanneskirche
Saarbrücken.
Am Sonntag, dem 18. März 2007 folgte der Film Die Passion Christi von Mel Gibson* mehr
und am 22. April der Film "Der Stellvertreter" von Constantin Costa-Gavras aus dem Jahre 2002.
Am Sonntag, den 20. Mai 2007 predigte um 11 Uhr im Gottesdienst Prof. Peter Winterhoff-Spurk zum
Thema "Gewalt und Medien", abends um 21 Uhr wurde der Film"Bowling for Columbine" gezeigt , ein Dokumentarfilm des US-amerikanischen
Regisseurs Michael Moore aus dem Jahr 2002. Er wurde mit einem Oscar und zahlreichen anderen Preisen ausgezeichnet.
Ausgehend vom Schulmassaker von Littleton, bei dem zwei Schüler an der
Columbine High School zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen, ist
der Film eine persönliche und künstlerische Erforschung der Natur der
Gewalt (nicht nur) in den USA.
Moore argumentiert, dass die höhere schusswaffenbedingte Mordrate in den
USA nicht mit der Zahl der Waffen zusammenhängt, da es in Kanada
ebenfalls viele Waffen gibt. Er fragt nach anderen Gründen: Die
gewalttätige Unterdrückung der Indianer in der Vergangenheit scheidet
aus, da andere Nationen mit gewalttätigem Hintergrund wie Deutschland
(Nationalsozialismus), Japan (Besetzung Chinas im 2. Weltkrieg) oder
Frankreich (Algerienkrieg) heute geringere Mordraten haben.
Breiten Raum nimmt die Betrachtung der US-amerikanischen
Medienlandschaft ein, die mit ihrem Schwerpunkt auf Berichten über
Gewalt und Kriminalität zu einem allgemeinen Gefühl der Verunsicherung
beiträgt.
Sonntag, den 12.11.2006 um 20 Uhr |
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Das Projekt Johanneskirche zeigt in seiner Filmreihe „Schöpfung“ am Sonntag, den 29. Oktober um 20 Uhr den Film „Frankenstein“ aus dem Jahr 1931. James Whales Klassiker gilt zusammen mit dem im gleichen Jahr entstandenen „Dracula“ als Mutter aller Horror-Filme.
Aktuell wird das Thema "Schöpfung" behandelt und aus diesem Anlass von der Kino-Kirche Gruppe und dem zuständigen Pfarrer dieser Film gezeigt. Zum Thema wird morgens um 11 Uhr ein Gottesdienst gehalten.
In diesem Fall also ‚Frankenstein’: Als Frankenstein beginnt, die Komplexität des Lebens zu verstehen, sucht er es selbst zu erschaffen. Nicht auf die klassische Art als Vater , sondern in der gottgleichen Position. Hier nähert sich die „Frankenstein“ Saga interessanterweise der griechischen Prometheusmythologie. Dieser hat von den Göttern das Feuer gestohlen, nicht aus egoistischen Motiven, sondern um den Menschen die Möglichkeit zu geben, bessere Werkzeuge im Feuer zu schmieden und die Körper/ Herzen zu wärmen. Das Motiv, seinen Mitmenschen zu helfen – treibt auch Frankenstein. Er stiehlt quasi das Geheimnis der Schöpfung von den Göttern und wird von Sorge, Furcht und schließlich Bedauern und Rachegelüsten heimgesucht und auf diese Art und Weise grausam bestraft.
Film- und Predigtreihe
"Arbeit" (2004)
Letzter Gottesdienst der Predigtreihe "Arbeit" am 12.12. in der Joahnneskirche
Am Sonntag, dem 12. Dezember wurde in der Saarbrücker Johanneskirche
der vierte Gottesdienst der Predigtreihe "Arbeit" gefeiert.
Rudolf Martin, Pfarrer beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA), predigte zum Thema
"Recht auf und Pflicht zur Arbeit".
Die Predigtreihe "Arbeit" hatte nicht zuletzt wegen der umstrittenen Ansprache
des saarländischen Wirtschafts- und Arbeitsministers Dr. Hanspeter Georgi
zum Thema "Soziale Gerechtigkeit" für Aufsehen gesorgt.
Um 20.00 wird, ebenfalls in der Johanneskirche, der Film "Roger&Me" von Michael Moore gezeigt.
Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion.
| Am Sonntag, dem 12.9.2004, startete in der Saarbrücker Johanneskirche die neue Film- und Predigtreihe "Arbeit". Zum Film: In einem französischen Bergwerk nahe der deutschen Grenze kommt es zu einer Grubenexplosion. Nahezu 600 französische Kumpel werden verschüttet, jede Hilfe scheint aussichtslos. In der benachbarten deutschen Grube kommt es zu erregten Auseinandersetzungen. Obwohl zeitweilig die alte Feindschaft zu Frankreich triumphiert, entschließen sich die deutschen Bergleute zu einer solidarischen Rettungsaktion. |
Am Sonntag, dem 10.10. 2004, wurde in der Saarbrücker Johanneskirche die Film- und Predigtreihe "Arbeit" fortgesetzt.
Die Idee, eine Reihe zum Thema Arbeit zu machen, wurde vom Arbeitskreis KinoKirche entwickelt, der sich regelmäßig in der Johanneskirche trifft.
Morgens um 11Uhr sprach der saarländische Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi zum Thema "Sozial gerecht oder Selbstgerecht?"
Abends wurde um 20Uhr der Film "Lohn der Angst" (1952) von Henri-Georges Clouzot gezeigt.
Zum Film: Las Piedras ist einer jener Orte, denen man lieber heute als morgen den Rücken kehrt. Die meisten Männer, die dort herumlungern, sind gescheiterte Glücksritter aus vieler Herren Länder. Arbeit gibt es kaum, man wird stumpf und träge in der sengenden Hitze. Eines Tages bricht in einem 500 Kilometer entfernten Ölfeld einer US-Gesellschaft ein Brand aus. Das Feuer kann nur durch eine Sprengung mit Nitroglyzerin gelöscht werden. Die Gesellschaft sucht vier Männer, die gegen hohe Bezahlung bereit sind, zwei Lastwagen mit dem Sprengstoff dorthin zu fahren. Die Strecke führt durch schwieriges Gelände; die kleinste Erschütterung kann bei dieser hochexplosiven Fracht den Tod bedeuten.
(Quelle: NDR Filmlexikon)

HELDEN 2
So. 19.10.2003
Die letzte Kriegerin
Neuseeland 1994,
Regie: Lee Tamahori,
Darsteller: Rena Owen, Temuera Morrison,
Diskussion: Werner Stein und Marisa Villareale
Inhalt des Filmes:
Der Film erzählt die Geschichte von Beth Heke (Rena Owen),
die mit ihrem Mann Jake (Temuera Morrison), einem gewalttätigen Trinker,
und ihren fünf Kindern im tristen Vorort einer neuseeländischen Großstadt lebt.
Als die Familie zerfällt, lehnt sich Beth gegen Jakes brutale Herrschaft auf.
HELDEN 3
Sonntag, 16. November 2003
Gottesdienst
" Helden ": Gefallene Helden
Johannes Metzdorf-Schmitthüsen
der Gottesdienst wurde vom SR aufgezeichnet
20 Uhr
KINOKIRCHE :
Three Kings
USA 1999
Regie: David O. Russell
Darsteller: George Clooney, Mark Wahlberg
Diskussion: Marisa Villareale und Tobias Kessler
HELDEN 4
So. 14.12.2003
Local Hero
GB 1982
Regie: Bill Forsyth
Darsteller: Burt Lancaster, Peter Riegert,
Musik: Mark Knopfler
es diskutieren: Bernd Alt und Kerstin Molter
Am Sonntag, dem 15.6.2003 , ist die Predigt- und Filmreihe "Die 5 Sinne" mit dem Thema "Fühlen" abgeschlossen worden.
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Predigtthemen und die Filme dazu finden Sie
im Gemeindebrief 38 (S.13 und 29)
unter diesem Link: Die 5 Sinne
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Sprach-los" haben die Evangelische Akademie, das Projekt Johanneskirche und Ramesch e.V. von Mai-Juni2003 drei Filmabende mit Gesprächen in der Saarbrücker Johanneskirche veranstaltet. Thema der Reihe war der Umgang mit Sprache in verschiedenen Kulturen.
Im ersten Film "Keïta! Das Erbe des Griot" ging es um einen "Keïta" (=Erzähler), der vom Land in die Stadt zieht. Im Haus seines Bruders erzählt er seinem Neffen Geschichten über dessen Herkunft, die diesen mehr interessieren als der morgendliche Schulunterricht. Seine Eltern haben jedoch wenig Verständnis für diese Erzählungen und drängen den Jungen, das verwertbare Wissen der Schule zu lernen.
"Jenseits von Tibet" ist ein Dokumentarfilm, der die Geschichte einer deutschen Ex-Punkerin und eines tibetischen Mönches erzählt. Nachdem sich beide in Indien kennen gelernt haben, beschließen sie, nach Deutschland zu gehen. In Berlin finden beide einen Ort, wo sie zusammen ihre unterschiedlichen Lebensweisen verbinden können.
Ein Serbe, ein Grieche und ein Türke sind in "Kurz und Schmerzlos" drei Freunde in Hamburg-Altona, die ihren Platz in der Gesellschaft noch suchen. Hin- und hergerissen zwischen der Anpassung an ein normales Leben und den Verlockungen der Kleinkriminalität, entscheiden sie sich für die Freundschaft bis zum Tod.