JOHANNESKIRCHE SAARBRÜCKEN

INTERFILM 03.03.2011

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- Max Ophüls Filmfestival

AKTUELL

Empfang und Vorstellung der INTERFILM-Jury
am Donnerstag, 20. Januar, 17:30 - 19:00 Uhr in der Saarbrücker Johanneskirche.

Die Jury: Wolf-Dieter Scheid, Erich Zbinden, Irina Grassmann, Harald Koberg
FOTO: Elke Christmann

Auch zum 32. Filmfestival Max Ophüls Preis ist eine Jury der Internationalen Kirchlichen Filmorganisation INTERFILM nominiert. Sie zeichnet einen Film aus dem Wettbewerb aus, dessen Regisseur "es mit wirklicher künstlerischer Begabung gelingt, ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck zu bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die Zuschauer für spirituelle, menschliche oder soziale Fragen und Werte sensibilisiert".

Das Preisgeld von 2.000 EUR hat ein Spenderkreis der Evangelischen Kirchengemeinde Saarbrücken-Schafbrücke zusammengetragen. Dies ist ein Novum, und wurde von Jörg Metzinger initiiert, der bis Dezember 2010 Citykirchenpfarrer in der Johanneskirche war.

Die Jury ist international besetzt mit:
Irina Grassmann, Frankfurt a/M (Deutschland)
Harald Koberg, Graz (Österreich)
Wolf-Dieter Scheid, Saarbrücken (Deutschland) - Präsident
Erich Zbinden, Bern (Schweiz)

Die Mitglieder der Jury wurden bei dem Empfang vorgestellt und konnten sich im Gespräch mit den Gästen bei der traditionellen Suppe von ihrer anstrengenden Sichtungsarbeit erholen.

Download Flyer

31. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken ( www.max-ophuels-preis.de )

INTERFILM 2010

Der Interfilmpreis des 31. Filmfestival Max Ophüls Preis 2010 geht an

"Suicide Club" von Olaf Saumer. Deutschland 2010. HD Cam Farbe 96min, Uraufführung

Begründung:
Fünf Menschen, die sich nicht kennen, verabreden sich auf dem Dach eines
Hochhauses zum gemeinsamen Selbstmord. Doch der will nicht gelingen.
Olaf Saumer dagegen gelingen in diesem Low Budget Film dramatische und
berührende Momente im Blick auf das grosse Thema "Leben und Tod". Bei
aller Ernsthaftigkeit fehlt es dem Film nicht an Leichtigkeit und Humor.
"Suicide Club" überzeugt gerade auch in seinen absurd-komischen Passagen
und überrascht den Zuschauer immer wieder mit unerwarteten Wendungen.
Die fünf auf dem Dach kommen sich im Laufe eines Tages näher -- und
machen gerade deshalb nicht einen Schritt nach vorn in den Abgrund,
sondern einen zurück ins Leben.

Jury:
Eva Furrer-Haller, Biel (Schweiz)
Gudrun Hohenberger, Graz (Österreich)
Jörg Metzinger, Saarbrücken (Deutschland) - Präsident
Reinhard Middel, Frankfurt a/M (Deutschland)

Preisgeld:
2000 Euro, zur Verfügung gestellt von "Projekt Johanneskirche"


30.Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken ( www.max-ophuels-preis.de )
26.Januar – 1. Februar 2009

Die Jury der INTERFILM hat gewählt:
Den mit 2000,- Euro dotierten Preis erhält 2009 der Film "Ein Augenblick Freiheit" von Arash Riahi
http://www.foramomentfreedom.com/

Arash T. Riahi findet einen bisher kaum bekannten Blickwinkel auf ein großes Thema unserer Zeit: Menschen auf der Flucht.
Er versteht es, exemplarische Geschichten mit Gesichtern in Verbindung zu setzen und seine Zuschauerinnen und Zuschauer emotional zu berühren, ohne die zentralen Aspekte seines Themas aus den Augen zu verlieren.
Mit Fingerspitzengefühl wechselt er zwischen Tragik und Humor und zeigt die Asylsuchenden in ihrer menschlichen Vielfalt.

Die Jury 2009 beim Empfang der INTERFILM in der Johanneskirche am 30.01.2009


Angelika Mueller von Brochowski, Saarbrücken (Projekt Johanneskirche), Pfrn. Ingrid Glatz-Anderegg, Aarwangen (Schweiz)
Harald Koberg, Graz (Österreich), Jakob Hoffmann, Frankfurt a/M (Deutschland)

Pfrn. Ingrid Glatz-Anderegg, Aarwangen (Schweiz)
Pfarrerin und Erwachsenenbildnerin (Mitte),
Studium der Theologie und 2001 lic. theol. in Fribourg
sowie 2002 Staatsexamen und Ordination in Bern; seit 2003 Pfarrerin in Aarwangen;
zuvor Kindergärtnerin und Erwachsenenbildnerin. Mutter von 4 Kindern. 2003-2008 Kursbesuche der Schweizerischen Pfarrweiterbildung im Bereich Kirche und Film; Seminare im Rahmen der Filmfestivals Locarno und Lübeck und Mitglied von INTERFILM. Seit 2006 in der Organisation von „Kirchenkino“, regelmässiges Angebot für Pfarrpersonen.

Jakob Hoffmann, Frankfurt a/M (Deutschland)
Ausstellungskurator ( oben rechts)
1993 MA Abschluss des Studiums in Berlin und Frankfurt a/M in den Fächern Philosophie Filmwissenschaft und Soziologie;
seit 1994 Jugendbildungsreferent im hessischen Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder und Mitglied der Jury der Evangelischen Filmarbeit in Deutschland.
Seit 2001 freier Kurator; diverse Ausstellungen in Deutschland und der Schweiz. Mitglied der Kuratorengruppe Twosize (www.twosize.de); filmwissenschaftliche Vorträge in Akademien und bei Kunstprojekten. Mitglied der Oek.Jury DOKfestival Leipzig 2002, Cottbus 2007.

Harald Koberg, Graz (Österreich)
Redakteur SIGNIS/INTERFILM Graz (hinten links)
Student der Philosophie und der Volkskunde und Kulturanthropologie in Graz. Seit mehreren Jahren Mitglied der SIGNIS/INTERFILM-Gruppe in Graz, für die er seit Frühling 2007 die Redaktionsarbeit führt.
Als Redaktionsmitglied von „Denken & Glauben“ war er 2007 bei der Diagonale in Graz.
Tätig als Gutachter der Bundesstelle für Positivprädikatisierung von Konsolen- und Computerspielen.
Mitglied der INTERFILM-Jury Saarbrücken 2009

Angelika Mueller von Brochowski, Saarbrücken (Deutschland)
Diplom - Informatikerin (vorne links)
Studium der Mathematik und Informatik an der Universität des Saarlandes, 1975 Diplom in Informatik und bis 1990 Wissenschaftlerin im Bereich elektronische Sprachforschung und maschinelle Übersetzung. Mutter von 3 Kindern.
Seit 1990 Leiterin der Geschäftsstelle des Informatikzentrums Schloss Dagstuhl in Wadern. Aktiv im Projekt Johanneskirche, dort langjährig tätig in mehreren Arbeitskreisen - u.a. KinoKirche, Arbeitskreis Gemeindebrief und Arbeitskreis "WEB".


INTERFILM

Was ist INTERFILM?

Gegründet wurde INTERFILM 1955 in Paris auf Initiative von Vertretern evangelischer Filminstitutionen aus Frankreich, Deutschland , der Niederlande und der Schweiz mit dem Ziel, Erfahrungen, Ideen, Methoden und Material im Bereich der kirchlichen Filmarbeit auszutauschen und dem filmkulturellen Engagement der Mitglieder Beachtung in der Öffentlichkeit zu verschaffen. INTERFILM identifiziert sich mit dem weltweiten ökumenischen Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. INTERFILM arbeitet mit der World Association for Christian Communication (WACC) in London zusammen.

Das Projekt Johanneskirche ist, vertreten durch seinen Förderverein "Johanneskirchenprojekte e.V.", 2001als erste Citykirche Kollektivmitglied bei INTERFILM Europa geworden.

www.inter-film.org

Ziele
Ziele von INTERFIILM sind:
" die Zusammenarbeit von Institutionen und Personen der Kirche und der Kultur im Bereich des Films;
" die Vermittlung, der Austausch und die Veröffentlichung von Erfahrungen und Methoden der Filmwahrnehmung und Filmdiskussion;
" der Austausch von Informationen und Dokumentationen über Filme und audiovisuelle Medien;
" die Erleichterung von Austausch und Verleih ausgewählter Filme und audiovisuellen Medien;
" die Förderung von studium und Erforschung der audio-visuellen Kommunikation;
" die Auszeichnung von Filmen auf internationalen Festivals.


INTERFILM Akademie
Eine vielfältige Studien-, Kurs und Tagungsarbeit gestaltet sich unter dem Begriff der INTERFILM-Akademie: Vor allem in Europa und Nord-Amerika finden jährlich mehrere Seminare und Workshops statt.
Alljährlich verleiht die INTERFILM-Akademie München/Antwerpen den ONE-FUTURE Preis zum Filmfest München. Der Preis wird einem Film verliehen, der in ethisch und filmästethisch überzeugender Weise zeigt, dass die Menschen unseres Jahrhunderts nur eine unteilbare Zukunft haben: ONE FUTURE.


Festival Jury

Im Jury-Engagement an nationalen und internationalen Filmfestivals entfaltet sich ein zentrales Tätigkeitsfeld von INTERFILM. Die Jurys sind aus Vertretern und Vertreterinnen kirchlicher oder der kirchlichen Filmarbeit nahestehenden Film- und Medieninstituten sowie interessierten, fachkompetenten Einzelpersonen verschiedener Kirchen und Länder zusammengesetzt.
Die Juries verleihen einen Preis (und eventuell "Lobende Erwähnungen") an Regisseure von Filmen, die sich durch künstlerische Qualität auszeichnen, die eine dem Evangelium entsprechende menschliche Haltung und Aussage zum Ausdruck bringen oder zur Auseinandersetzung damit anregen und den Zuschauer für spirituelle, gesellschaftliche und soziale Werte sensibillisieren.
Damit schärfen sie die Frage nach dem Ort der Kirche in einer säkularisierten Gesellschaft und nehmen Anteil an einem intensiven Dialog zwischen Kirche und Öffentlichkeit, zwischen Theologie und Kultur, Filmkritik und Filmemachern aus aller Welt.

 

Struktur

INTERFILM ist organisatorisch regional gegliedert (INTERFILM Europa, Nordamerika, Asien etc.)
Der Verein umfasst: Kollektivmitglieder und Einzelmitglieder, die finanzielle Beiträge leisten und einem regionalen Gremium anghören.
Dazu gehören weiterhin die Generalversammlung, der Ständigen Ausschuss und der Exekutivausschuss jeder Region der Welt, in der INTERFILM seiner Satzung gemäss besteht und das globale Netzwerk der Regionen (INTERFILM INTERNATIONAL).

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INTERFILM beim Max Ophüls Filmfestival

Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und würdigt die Thematisierung und ansprechende Umsetzung von existentiellen und gesellschaftliche Fragen und Problemen.

Die Gewinner:

2010:
"Suicide Club" von Olaf Saumer. Deutschland 2010. HD Cam Farbe 96min, Uraufführung

2009 der Film "Ein Augenblick Freiheit" von Arash Riahi
http://www.foramomentfreedom.com/


2008
Hello Goodbye, von Stefan Jäger, Schweiz 2007
mit der Begründung: „Der Strom ist abbestellt, die Kisten sind gepackt. Nur noch eine kalte Notbeleuchtung erhellt das Haus. Der krebskranke Vater hat diese Nacht zum Sterben vorgesehen, begleiten soll ihn dabei seine Tochter. Dem Schweizer Filmteam gelingt es, das schwierige Thema Sterbehilfe überzeugend aufzubereiten, ohne auch nur einen Moment moralisierend oder voyeuristisch zu sein: Die Zuschauer werden dazu angeregt, frei und selbständig eine eigene Position zu finden.“

Jury: Eva Furrer-Haller (Schweiz), Harald Koberg (Österreich), Werner Stein (Deutschland), Rita Weinert (Deutschland).

2007
Exile Family Movie, von Arash T.Riahi, Österreich 2006
Lobende Erwähnung: Fair Trade, von Michael Dreher, Deutschland/Marokko, 2006

2006
37 ohne Zwiebeln, von André Erkau, Deutschland 2005

2005
Allein, von Thomas Durchschlag, Deutschland 2004
Lobende Erwähnung: Adil geht, von Esther Gronenborn, Deutschland 2004

2004
Der gläserne Blick, von Markus Heltschi, Deutschland/Österreich
Lobende Erwähnung: Mondlandung, von Till Endemann, Deutschland

2003
Kiki & Tiger, von Alain Gsponer, Schweiz 2002

2002
Utopia Blues, von Stefan Haupt, Schweiz

2001
alaska.de, von Esther Gronenborn, Deutschland

2000
Verzweiflung, von Marcus Lauterbach, Deutschland

1999
Drachenland, von Florian Gärtner, Deutschland

1998
Härtetest, von Janek Rieke, Deutschland
Lobende Erwähnung: Marthas Garten, von Peter Liechti, Schweiz

1997
Engelchen, von Helke Misselwitz, Deutschland
Lobende Erwähnung: Der Steuermann, von Stefan Schneider, Deutschland

1996
Der Kopf des Mohren, von Paulus Manker, Österreich
Lobende Erwähnung: In your shoes, von Christoph Röhl, Deutschland

1995 Einer meiner ältesten Freunde, von Rainer Kaufmann, Deutschland

1994 Weltmeister, von Zoran Solomun, Deutschland

1993
Langer Gang, von Yilmaz Arslan, Deutschland

1992
Leise Schatten, von Sherry Hormann, Deutschland
Lobende Erwähnung: Die blaue Stunde, von Marcel Gisler, Schweiz

1991
Banale Tage, von Peter Welz, Deutschland
Lobende Erwähnung: Fleischwolf, von Houchang Allahyari, Österreich

1990
Geister und Gäste, von Isa Hesse-Rabinovitch, Schweiz

1889
Komitas, von Don Askarjan, BRD

Gemeinsame Empfehlung von Jury und Jury INTERFILM als Verleihförderung
Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten, dotiert mit DM 10’000
Die weissen Zwerge, von Dirk Schäfer, Deutschland

1988
Drachenfutter, von Jan Schütte, BRD

Preis des Oberbürgermeisters durch die Jury INTERFILM
„Ete und Ali“ und „Vorspiel“ von Peter Kahane, DDR
Gemeinsame Empfehlung von Jury und Jury INTERFILM als Verleihförderung
Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten
Schmetterlinge, von Wolfgang Becker, BRD

1987 Preis der Jury INTERFILM und Preis des saarländischen Ministerpräsidenten
Junge Leute in der Stadt, von Karl-Heinz Lotz, BRD
Lobende Erwähnung: Das kalte Paradies, von Bernard Safarik, Schweiz

1986 Ete und Ali, von Peter Kahane, DDR
Lobende Erwähnung: Schwarz und ohne Zucker, von Lunz Konermann, BRD

1985 Preise der Jury INTERFILM ex aequo
Malambo, von Milan Dor, Österreich
Raffi, von Christian Berger, Österreich
Lobende Erwähnung: Lieber Karl, von Maria Knilli, Deutschland/Österreich


 

Der Interfilm Preis 2005


"Allein"
Regie: Thomas Durchschlag

Maria tut alles, um nur nicht allein zu sein. Oberflächliche Bekanntschaften und ein exzessives Leben sollen die Einsamkeit verscheuchen. Als sie Jan kennenlernt, ist auf einmal alles ganz anders, plötzlich gibt es sowas wie aufrichtige Gefühle. Maria will Jan nicht verlieren und versucht, ihr bisheriges Leben zu verheimlichen.

Jury-Begründung zu "Allein"

"Konzentriert auf wenige Personen und Drehorte erzählt der Film das Leben einer jungen Frau zwischen Selbstzerstörung und der Möglichkeit, einen Weg in die Geborgenheit einer Freundschaft hineinzufinden."

Weitere Infos zum MOP auch unter SR online.de

Lobende Erwähnung:

"Adil geht"
Regie: Esther Gronenborn

Vier Jugendliche hat die Flucht vor dem Bürgerkrieg im Kosovo nach Deutschland verschlagen. Sie werden Freunde und versuchen, sich in ihrem neuen Leben zu arrangieren. Als einem von ihnen die Abschiebung droht, wollen sie ein Video drehen. Was als Abschiedsgeschenk gedacht war, entwickelt sich zu einer Bewährungsprobe für die Freundschaft.


"Adil geht" ist die Geschichte von Kriegsflüchtlingen aus dem Kosovo, die im Schwebezustand der Duldung leben und aus ihrer ungeklärten Situation das Beste machen. Der Film hilft Vorurteile abzubauen. "
Weitere Infos zum Film und die SR-online-Filmkritik:SR online.de

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INTERFILM-Preisträger Max Ophüls Festival 2003:

Kiki+Tiger
von Alain Gsponer, Deutschland
Deutschland/Schweiz 2002, 35 mm, Farbe, 55 Min.

Ausgezeichnet wird ein Film aus dem Wettbewerb, der in besonderer Weise existentielle und gesellschaftliche Fragen und Probleme artikuliert und diese filmästhetisch anspruchsvoll umsetzt. Die evangelischen Kirchenkreise Ottweiler, Saarbrücken und Völklingen statten den Preis mit 1.500 Euro aus.

Jurybegründung
Der Regisseur erzählt präzise und einfühlsam die wahre Geschichte einer berührenden Männerfreundschaft. Im Spannungsfeld traditioneller Rollenmuster und ethnischer Vorurteile am Vorabend des Kosovo-krieges gelingt es zwei jungen Männern, in Deutschland eine seltenen Nähe zu leben.

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INTERFILM-Preisträger Max Ophüls Festival 2004:

Bei der Preisverleihung des Max Ophülsfestivals 2004 am Sonntag, dem 1.2.04, hat die Interfilmjury folgende Filme ausgezeichnet:

Der Interfilmpreis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, geht an

DER GLÄSERNE BLICK von Markus Heltschl

Jurybegründung:

Auf den ersten Blick beginnt der Film als Krimi. Doch die Suche nach Aufklärung entfernt sich schnell
von dieser äußeren Begebenheit. Sie führt in eine andere, feinere Dynamik menschlicher Existenz, die mit formaler Routine nicht mehr zu ordnen ist.

In diesem Spiegelkabinett fügen sich Identitäten immer wieder neu zusammen.
Nichts bleibt statisch, nichts lässt sich festhalten.

Ein leiser, poetischer Film, der in seiner musikalischen Bildkomposition den Blick schärft für das, was Wahrheit sein könnte, in jedem Augenblick.

Internetseite des Films: Der gläserne Blick

Eine lobende Erwähnung erhält der Film

MONDLANDUNG von Till Endemann

Jurybegründung:

Angeregt durch ein Dokumentarfilm-Projekt zeigt "Mondlandung" einen glaubwürdigen Ausschnitt aus den Lebensbedingungen einer russlanddeutschen Einwandererfamilie und wird zugleich von fiktionalen Elementen des Spielfilms getragen.

Durch seine unmittelbare Kamerasprache, die provokante Musik und nicht zuletzt wegen den hervorragend agierenden Darstellern entfaltet der Film eine besondere Intensität.

Mit der "Lobenden Erwähnung" will die Interfilm-Jury die Konsequenz dieses Vorhabens würdigen, das trotz beschränkter Produktionsmittel realisiert wurde, und dem es gerade durch sein Festhalten an der russischen Sprache gelingt, die Fremdheit unüberhörbar in Szene zu setzen.

Inhaltsbeschreibung: Mondlandung

Till Endemann
Deutschland 2003, 35 mm, Farbe, 90 Min., russ./dt. OmU

Wie eine Mondlandung mit ungewissem Ausgang erscheint der deutsch-russischen Familie Käfer ihre Umsiedlung nach Deutschland. Werden Sie hier ein neues Zuhause finden?
Während Yuri (Anton Levit) ein wirklich neues Leben anfangen und seine Vergangenheit, die ihn ins Gefängnis brachte, hinter sich lassen will, rutscht Dimi (Andrej Dronov), der jüngere der Brüder, immer mehr in ein Umfeld falscher Freunde und falscher Versprechen ab. Yuri würde ihm gerne helfen, doch in diesen ersten Tagen in Deutschland muss er selbst mit seinen Orientierungsschwierigkeiten im neuen Land kämpfen. Er sucht sich eine Arbeit, besucht den Sprachunterricht und verliebt sich sogar, in die Tochter seines neuen Arbeitskollegen Ralf. Der Konflikt zwischen den beiden Brüdern, die ganz unterschiedlich mit der neuen Heimat klarkommen, spitzt sich immer mehr zu, und irgendwann müssen sie sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen wollen.

Ca. zwei Millionen so genannte Russlanddeutsche leben in Deutschland. Der Spielfilm "Mondlandung" erzählt mit dokumentarischem Anspruch von ihrem Lebensgefühl, von ihren Niederlagen und von ihren Träumen.
(Till Endemann)


Quelle: Festivalkatalog

Der Film "Mondlandung" wurde 2004 mit großem Erfolg in der Saarbrücker Johanneskirche gezeigt.

Einsatzmöglichkeiten des Films in der Bildungsarbeit werden hier vorgestellt: "http://www.jgw-treff.de/Jahrestagung/Mondlandung.htm"

 

Vom 26.1.-1.2.2004 fand in Saarbrücken das 25. Filmfestival um den Max Ophüls Preis statt.

Das Festival ist seit über 20 Jahren eine feste und angesehene Größe in der deutschen Festivallandschaft und bietet eine wichtige Plattform für junge Talente aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Auch in diesem Jahr vergab die evangelische INTERFILM-Jury einen Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist. Das Preisgeld wird zur Verfügung gestellt vom:

- Förderverein Johanneskirchenprojekte e.V.
- den Kirchenkreisen Ottweiler und Völklingen www.kirchenkreis-voelklingen.de
- Filmbeauftragten der EKD Werner Schneider-Quindeau (www.kirche-und-film.de)

Der INTERFILM-Jury gehörten an:

Dr. Michael Kimmel, Oesterreich
Magister der Politikwissenschaft und Doktor der Philosophie. Zur Zeit mit wissenschaftlichen Projekten beschäftigt. Seit jeher cineastisch interessiert, verfügt er in Filmtheorie, Filmgeschichte und dem aktuellem Filmgeschehen über ein umfangreiches Wissen.

Christine Stark, Schweiz
Pfarrerin und Filmbeauftragte der Reformierten Medien in Zürich. Arbeitet z.Zt. an einer theologischen Dissertation. Interessiert an filmanalytischen Diskussionen über die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Kinos.

Gertie Steiner, Deutschland
Dipl. Fachjournalistin und seit jeher für Film und Theater interessiert. Während 15 Jahren Freie Autorin für ZDF, 3sat und Theaterkanal. Zur Zeit als Referentin für filmjournalistische Fortbildung tätig.

Wolf-Dieter Scheid, Deutschland
Studienleiter Medien bei der Evangelischen Akademie im Saarland, Filmtheaterkaufmann, leitet den Arbeitskreis "Kinokiche" im Projekt Johanneskirche


Ein Grußwort für den Arbeitskreis KinoKirche sprach Marisa Villareale.
Die Rede im Wortlaut:

Guten Abend meine Damen und Herren,ich darf Sie anlässlich des Festivals „Max Ophüls-Preis" recht herzlich zum Empfang derInterfilm-Jury hier in der Johanneskirche begrüßen.Das Wort „Jahrhundert" hat schon etwas ehrfurchtseinflößendes und nun könnte man – wenn man wollte – auch dem Ophüls-Festival diesen „Stempel" aufdrücken, wenn auch nur den kleinsten und jüngsten – denn es wird in diesem Jahr ein viertel Jahrhundert alt.Wenn man sich die hochdotierten Hauptpreise anschaut, mag einem auf den ersten Blick derPreis der Interfilmjury, der mit 2000 Euro bestückt ist, nicht so gewichtig erscheinen, aber führt man sich vor Augen, welche Entscheidungskriterien seiner Vergabe zugrunde liegen, dann wird einem deutlich, welche kleinen aber umso wichtigeren Zeichen er zu setzen vermag in unserer heutigen krisengeschüttelten Zeit.

Ziel der Interfilm-Jury ist es, einen Film auszuzeichnen, der in besonderer Weise gesellschaftliche Fragen und Probleme artikuliert und diese filmästhetisch anspruchsvoll umsetzt. Es geht also nicht nur darum, besonders originelle oder visuell herausragende Filme auszuzeichnen, sondern denjenigen Film hervorzuheben, der uns etwas über die sozialen und existenziellen Befindlichkeiten erzählt, der anrührt oder aufrührt, der den Blick auf die tatsächlichen Begebenheiten nicht verstellt, wie es das Fernsehen mit all seinem angeblichen „Reality-TV" so gerne tut. Filme, die uns nicht betäuben, uns keine heile Welt vorgaukeln, sondern Schicksale einzelner zeigen, und so Finger in unserer aller Wunden legen, das sind die Filme, auf die die Interfilm-Jury Ihr Augenmerk lenken und mit einem kleinen aber feinen Preis honorieren möchte.

Ein Wort noch zum Preisgeld: Wie in allen Bereichen ereilte auch diese Auslobung der allseits um sich greifende Sparzwang, dennoch ist es mit viel Kraftanstrengung und Überzeugungsarbeit gelungen, das Preisgeld in gleicher Höhe wie dem letzten Jahr zu dotieren.Dies wurde durch die Großzügigkeit des Fördervein Johanneskirchenprojekte e.V. und den Kirchenkreisen Ottweiler und Völklingen ermöglicht, denen mein ganz spezieller Dank an dieser Stelle gilt, verbunden mit der Bitte, auch in den kommenden Jahren, dieses wertvolle Engagement nicht einzustellen.

Der Interfilm-Jury gehören in diesem Jahr an:

Dr. Michael Kimmel aus Österreich

Magister der Politikwissenschaft und Doktor der Philosophie.

Pfarrerin Christine Stark, Schweiz

Filmbeauftragte der Reformierten Medien in Zürich.

Gertie Steiner, Deutschland

Fernsehjournalistin für ZDF, 3sat und Theaterkanal.

Wolf-Dieter Scheid, Deutschland

Studienleiter Medien bei der Evangelischen Akademie im Saarland


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