Webandacht
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Vom Himmel auf Erden
Vom Himmel reden wir ziemlich oft. Wenn wir glücklich sind, sagen wir: Dem Himmel sei Dank. Wenn wir verliebt sind, schweben wir im siebten Himmel. Manchmal ereilt uns etwas Schlimmes aus heiterem Himmel. Finden wir etwas unerhört, sagen wir: Das stinkt zum Himmel.
Mehr ......Und wenn wir uns so richtig wohl fühlen, dann sagen wir: Das ist der Himmel auf Erden.
In unserer Alltagssprache ist der Himmel ein Begriff, mit dem jeder und jede etwas anzufangen weiß. Gleichzeitig liegt der Himmel aber auch jenseits unserer Vorstellungskraft. Denn wir kennen ihn ja gar nicht. Wir haben nur eine vage Vorstellung von dem, was jenseits unserer Welt liegt. Dennoch haben Menschen irgendwie eine Sehnsucht nach dem Himmel und wollen sich eine Vorstellung machen. Dazu bedienen sie sich der Sprache der Bilder. Vom Himmel reden kann man nur im Hymnus, in Liedern, in Sprach-Bildern. Friedrich Schiller dichtet: „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium! Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum – alle Menschen werden Brüder“. Wahrhaft himmlisch diese Vorstellung!
Heute ist „Christi Himmelfahrt“. Die Rede von der Himmelfahrt ist ein theologisches Bild dafür, dass Jesus über den gesamten Kosmos herrscht. Keine Kirche und kein amerikanischer Präsident, sondern der Sohn Gottes gibt den Ton an. Und auch, wenn sich das nach einer religiösen Allmachts-Vorstellung anhört, so liegt die Pointe von „Christi Himmelfahrt“ doch darin, wie Jesus von Nazareth seine Herrschaft aufzurichten gedenkt. „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch“, sagt er. Jesus predigte Liebe und stand den Schwachen bei. Und überall, wo das gelebt wird – da ist der Himmel auf Erden eine Realität.
Pfarrer Christoph Urban, Trier
Erstellt von: Christoph Urban [0] am 18.05.2012 19:43 -
Die Wetterlage
Ist er nun endlich da? Oder ist er’s noch nicht? Den Frühling meine ich. Hat sich reichlich Zeit gelassen dieses Jahr, und so richtig entscheiden kann er sich anscheinend noch immer nicht. Wann wird’s denn bitte endlich so richtig warm und nett?
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Gewartet haben wir schon genug: Die Schränke sind längst ausgemistet, die Fleecepullover nach hinten und die leichten T-Shirts nach vorne geräumt. Den ersten Frühjahrs-Schupfen haben wir uns auch schon geholt....Zu launisch, das Wetter.
Ich werde immer grantig, wenn Dinge auf sich warten lassen. Ich weiß, ich bin ungeduldig. Und muss mich immer wieder selbst erinnern: Jetzt ist jetzt, und morgen ist morgen. Und fast jedes Jetzt hat, nebenbei bemerkt, auch seine schönen Seiten. Und das völlig unabhängig vom Wetter.
Szenenwechsel: Montag morgen im Zug, irgendwo zwischen Treis-Karden und Pfalzel. Es schüttet wie aus Kübeln. An der nächsten Haltestelle steigen Massen von Pilgern ein – ziemlich kleine Pilgerinnen und Pilger. Die Kitas gehen auf Wallfahrt – geschlossen und komplett, scheint es, der Zug ist voll, mit Kindern, mit Geschrei, Geplapper, mit Spannung. Ich bin umzingelt. Und schaue genau hin: Neben mir sitzt Laura. Strahlt mich an, holt ihr Schokocroissant heraus, beißt herzhaft krümelnd hinein. Um ihren Hals ein selbstgebasteltes Schild, ein Stern. Die Sternenkinder sind unterwegs zum Heiligen Rock. Gegenüber auf der Treppe unterhält sich Ben mit seinem besten Freund. Plötzlich Aufregung: Ein Tunnel, ein Tunnel! „Mama hat gesagt, auf der Strecke gibt es keinen Tunnel! Das stimmt ja gar nicht! Boahh!“ Ein kurzes nachdenkliches Schweigen. Dann, noch aufgeregter: „Gab’s bei Jesus auch Tunnel? Der war ja auch viel unterwegs!“ Die Erzieherin fängt etwas an zu stottern, weiß für den Moment nicht ganz genau, was sie jetzt sagen soll. Ben und sein Freund beratschlagen – und dann: „Egal, der Jesus hat ja auch so immer einen Weg gefunden.“
Und - ist jetzt Frühling? Oder warten wir eigentlich schon auf den Sommer? Mir ist das ausnahmsweise mal total egal. Denn Frühlingsgefühle gibt’s anscheinend auch ganz ohne eindeutige Wetterlage.Pfarrerin i.E. Maike Roeber, Trier
Erstellt von: Maike Roeber [0] am 13.05.2012 12:56 -
Kirche ist mehr
Wenn heute Christinnen und Christen verschiedener Kirchen zum Tag der Ökumene zusammenkommen, wird sichtbar, was Bischof Spital und Präses Beier 1996 so formulierten:
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„Wir sind gemeinsam der Überzeugung, dass die Einheit nicht nur das Ziel unseres Weges ist, sondern uns in Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, schon geschenkt ist. … Unumkehrbar ist die Einsicht geworden: Kirche im vollen Sinn können wir nur sein mit den anderen....Deshalb ist der gemeinsame Weg der Christen der verschiedensten Glaubensrichtungen vor Ort nicht ein beliebiges Ziel neben vielen anderen, sondern eine grundlegende Wirklichkeit und Aufgabe unserer Gemeinden.“
Die Kirche Jesu Christi, in die wir durch die Taufe einverleibt sind, ist mehr als die Gestalt von Kirche, die wir in unserer jeweiligen Heimatkirche erfahren. Darum dürfen wir einander wahrnehmen in aller Unterschiedlichkeit als Bereicherung für unseren gemeinsamen Weg.
Wir sprechen einander nicht den Glauben ab, wissend um die Brüche und Fehler in der Geschichte der je eigenen Kirche. Wir legen einander nicht fest auf Klischees, sondern wollen einander neu wahrnehmen und denken miteinander nach, was wir übereinander zukünftig nicht mehr sagen wollen. Wir sind bereit zur Buße und zur Demut, wissend um einander zugefügte Verletzungen und das Verdunkeln des Zeugnisses für den einen Herrn der Kirche, aber auch dankbar für die unterschiedlichen Gaben, die wir einzubringen haben in den gemeinsamen Weg. Weil wir um die Grenzen unseres Bemühens wissen, vereinen wir uns in der Bitte, die als Leitwort über der diesjährigen Christuswallfahrt in Trier steht: „… und führe zusammen, was getrennt ist.“
Christoph Pistorius, Superintendent, Trier
Erstellt von: Christoph Pistorius [0] am 04.05.2012 14:29 -
Ich hab’s getan …
… und bin der Einladung der Katholiken hier vor Ort gefolgt und mit ihnen von Pfalzel nach Trier zum Heiligen Rock gepilgert.
Mehr ......Wenn ich mich an den Tag erinnere, denke ich nicht an den Stoff, sondern an das Gelernte und Entdeckte.
Mit viel Freude habe ich der Vorsängerin in der Kirche den Psalm nachgesungen. Das ist nicht evangelisch? Komisch, wie es geht, steht bei uns im Gesangbuch, aber wir machen es zu selten. Ich kann es gar nicht. Ob ich Fremdes erlebt habe? Ja, eine Heiligenlitanei bleibt mir fremd, auch wenn manche Heilige bei uns in der Kirchengeschichte hoch im Kurs stehen. Aber ich merkte schnell, dass ich damit nicht alleine bin.
Die Unkenntnis über die Namen traf Evangelische wie Katholische. Da gab es dann Rätselraten. Doch gemeinsames Entdecken machte Spaß. Und der Rock selbst? Da bleibt mir wohl immer in Erinnerung, dass ich mit einem befreundeten Ehepaar dort stand. Sie katholisch, er evangelisch. Sie: „Da ist er nun, der Heilige Rock.“ Und er: „Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal mit meiner evangelischen Pfarrerin hier bin.“ Manchmal wird also ganz im Kleinen, etwas zusammengeführt, was irgendwie getrennt war.
Ach, übrigens habe ich an dem Tag auch ein Lied kennengelernt. Darin heißt es: „Wir wichen aus, dein Wort hält stand. Am Ende aller Wege sind wir uns selber unbekannt, wie Fremde fremd im eignen Land. Den Segen auf uns zu legen, den Segen auf uns zu legen.“ Gedichtet hat es Peter Beier – einst Präses unserer evangelischen Landeskirche. In unserem Gesangbuch steht das Lied nicht. Aber im Gotteslob hier.
So kann es also auch gehen – Christsein im Leben. Ökumenisches Lernen im Alltag. Und es hat gar nicht weh getan! Ich hab´s getan.
Pfarrerin Vanessa Kluge, Ehrang
Erstellt von: Vanessa Kluge [0] am 27.04.2012 11:30 -
Gott in der Natur begegnen
Dem lieben Gott bin ich am nächsten, wenn ich draußen bin. An der frischen Luft. Im Wald. In der Natur. So sagen das viele Leute.
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Mir geht’s ähnlich. Wenn ich nach einem langen Arbeitstag mit vielen Gesprächen und Sitzungen nach Hause komme, dann will ich oft einfach nur raus.
Die Laufschuhe an und los. Wunderbar, wenn ich das Abendlicht über der Mosel genießen kann....Oder den frischen Duft des Frühlings einatmen.
Auf meinen Lauf durch die Natur nehme ich mir oft einen Gedanken mit. Die Natur genießen, meditieren im Gleichmaß der Laufschritte – das ist für mich wie beten. Nach 10 bis 12 Kilometern komme ich wieder nach Hause – und es geht mir gut.
Wenn ich die Natur sehe und rieche und fühle und schmecke, dann komme ich meinem Schöpfer näher. Und vielen geht es auch so.
Für mich ist das eine ganz wichtige Glaubenserfahrung.
In der Einsamkeit der Natur, Gott in seiner Schöpfung zu begegnen ist das eine.
Das andere, für mich genauso wichtig, ist, mit anderen zusammen zu sein im Gottesdienst.
Mir ist es nicht genug, meinen Glauben für mich alleine in der Natur zu leben. Ich brauche die Begegnung auch mit anderen. Miteinander beten ist mir wichtig - im Gottesdienst. So unvergleichlich es ist, das Abendlicht zu genießen und den Frühlingsduft einzuatmen. So besonders ist es zu erleben: Ich bin nicht alleine gemeint, angesprochen – von Gott, dem Schöpfer. Da sind noch andere. Und die sind genauso von Gott geliebt.
Im Gottesdienst begegne ich Menschen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Und wenn wir miteinander beten und singen, fühle mich mit ihnen verbunden. Und das macht mein Leben reich.
Heute am Samstag, laufe ich wieder mal an der Mosel entlang. Genieße die Natur, lobe meinen Schöpfer. Und morgen? – Da ist Gottesdienst. Für mich in der Christuskirche in Trier. Und wie sieht Ihr Wochenende aus?
Pfarrer Guido Hepke, Trier
Erstellt von: Guido Hepke [0] am 21.04.2012 13:08 -
Das letzte Hemd
In diesen Tagen ist er in aller Munde – der Rock, natürlich der Heilige. Gesagt worden ist dazu bereits vieles – aber es kann und darf weiter diskutiert werden. Der Rock, das sei das letzte Hemd Christi, so wird gesagt, also das Hemd, welches er auf dem Weg zum Kreuz getragen hat.
Mehr ......Bischof Ackermann hat davon gesprochen, dass „Jesus Christus in seiner Liebe zu uns alles hergab, selbst sein „letztes Hemd“.“
„Sein letztes Hemd für jemanden geben“, das ist sprichwörtlich. Und meint: Jemanden so zu lieben, jemandem so zugetan zu sein, dass man alles gibt, auch sein letztes Hemd, und eben noch viel mehr, sein ganzes Leben.
Das letzte Hemd ist in aller Munde - und war es sicherlich auch bei den Frauen am Ostermorgen. Bei den Frauen, die zum Grab des Gekreuzigten kamen und es leer fanden. Zu denen der Engel trat und sprach: Entsetzt Euch nicht!
Die Frauen machen sich auf den Weg, weil einer für sie ihr letztes Hemd gab. Auf den Weg machen, das ist auch das, was viele Pilgerinnen und Pilger, katholische und evangelische, in diesen Tagen tun. Die Frauen vom Ostermorgen machen sich auf den Weg, um zu erzählen, was ihnen widerfahren ist. Zitternd und erschrocken, und doch mit der Osterbotschaft im Herzen. „Das Grab war tatsächlich leer! Er war nicht mehr da – bei den Toten! Und dann, später, dann haben wir ihn tatsächlich gesehen. Und er hat uns gesehen – und mit uns gesprochen hat er, das war unfassbar schön!“
Um noch einmal das Sprich-wörtliche zu bemühen: Schönes bleibt, so sagt man. Und das ist das Entscheidende für diese Woche, für diese Tage nach Ostern. Wir sind auf dem Weg, ob als Pilgerinnen und Pilger bei der Wallfahrt, oder auf unseren ganz eigenen Wegen. Und wir haben etwas im Gepäck, das allemal viel kostbarer, viel wärmender ist als jedes Hemd oder jeder Rock, und doch ohne das schon längst gegebene letzte Hemd gar nicht wäre: Die Osterbotschaft. Er ist wahrhaftig auferstanden, halleluja! Entsetzt Euch nicht. Denn ich bin bei Euch, alle Tage.
Ostern ist nicht nur ein Event, nicht nur ein Fest für wenige Tage. Ostern begleitet uns und wirkt nach. Derjenige begleitet uns, der für uns sein letztes Hemd gab. Und das ist....unfassbar. Und schön.
Pfarrerin i.E. Maike Roeber, Trier
Erstellt von: Maike Roeber [0] am 15.04.2012 11:49 -
Hemd oder Rock?
„Was macht man als Evangelischer eigentlich bei einer urkatholischen Sache wie der Heilig-Rock-Wallfahrt?“, werde ich öfter gefragt. Oder anders herum: „Ist dir der katholische Rock mit einem Male näher als dein evangelisches Hemd?“
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Da genehmige ich mir gerne einen genaueren Blick auf die Dinge. Also auf das, was drin steckt: Jesus Christus. Das macht gerade in diesen Tagen besonders viel Sinn, auch wenn der Heilige Rock noch nicht ausgestellt ist. Der Rock wird nämlich auch als das letzte Hemd Jesu bezeichnet. Also das, was er am Kreuz getragen haben soll....
Ganz gleich, ob das nun historisch ist oder eben nicht: der Heilige Rock ist auch ein Symbol für Jesu Leben und Sterben. Die Bibel beschreibt die letzten Stunden Jesu – also Gründonnerstag und Karfreitag – besonderes ausführlich. Jesus hält mit seinen Jüngern das Abschiedsmahl. Mit denen, die ihm all die Jahre nachgefolgt sind und mit ihm gelebt haben. Dann kommt der Tag des Todes. Der Nazarener stirbt auf grausame Weise. Die Evangelien sind sich sicher, dass hier nicht nur ein Mensch dorthin geht, wo es richtig weh tut. Sie betonen, dass der menschliche Gott am Kreuz von Golgatha stirbt und so alle Schuld vergibt.
Mit einem Mal ist also Schluss mit aller Schuld, die oft genug an einem zehrt. Vergeben ist die Feigheit des Petrus, der in der Nacht der Verhaftung Jesu nichts mehr von ihm wissen will. Es ist auch Schluss mit der politischen Hinhaltetaktik des Pontius Pilatus, der Jesus statt eines Verbrechers kreuzigen lässt. Und deshalb ist auch Schluss mit aller Feigheit, Lüge, Verrat und Unentschlossenheit. Für mich ist das eine befreiende Erfahrung. Das macht mir der Blick auf das letzte Hemd Jesu deutlich. Rock oder Hemd? Mir ist das gleich, solange es um den Inhalt geht. Und der hat wahrhaftig ökumenische Dimension.
Pfarrer Dr. Jörg Weber, Trier
Erstellt von: Dr. Jörg Weber [0] am 08.04.2012 09:35 -
Eine Fastenkur
Eine Fastenkur: Für mich die ideale Vorbereitung auf Ostern. Fasten ist ein fester Bestandteil der Passionszeit.
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Bisher habe ich nur Erfahrungen mit Teilbereichen des Fastens wie z.B. Autofasten, Verzicht auf Alkohol und Süßigkeiten. Fasten, das Körper und Seele reinigt ist mir neu. "Trauen Sie sich, Sie werden es nicht bereuen, mit diesen Worten ermutigte mich eine im Heilfasten erfahrene Frau zu einer Fastenkur....Sie hatte recht.
Fasten reinigt und sensibilisiert Körper, Seele und Geist. Sanft hingeführt bereitete es mir keine Mühe auf feste Nahrung zu verzichten. Wie ein Fest der Sinne erschien mir das Fastenbrechen. Abfasten geleitet den Menschen in den Alltag zurück. Angst vor Hunger braucht niemand zu haben. Die Fastennahrung enthält alles, was der Körper braucht. Der positive Nebeneffekt: Überflüssige Pfunde purzeln. Der Körper wird leicht und beschwingt, die Seele frei.
Fasten übt ein ins "Lassen" und schärft den Blick für das Wesentliche.
Essen wird Schluck für Schluck zum Genuss. Auch die tägliche Gemüsebrühe schmeckt wunderbar.
Kaffeeduft, Frühlingsmode, Bratwurst auf dem Frühlingsfest wecken keine Begehrlichkeit. Die Schönheit der Schöpfung, die Strahlen der Frühingssonne, der laue Wind und der frische Duft der Wiesen fördern das Gefühl des Einsseins mit der Natur und der Geborgenheit in Gott.
Was das leibliche Wohl angeht, so bedeuten der erste Apfel, der Kartoffelbrei und das Stück Brot wertvolle Köstlichkeiten, die ich bedächtig und achtsam gegessen habe.
Als Fazit stelle ich fest: Die Fastenkur war eine gute Vorbereitung um mich daran zu erinnern: Jesus zog in Jerusalem ein, gefeiert und umjubelt. Kurze Zeit später wurde er von seinen Jüngern enttäuscht und verleugnet, von Pontius Pilatus verurteilt und hingerichtet. Gott hat ihn am dritten Tag von den Toten auferweckt. Jesus Christus lebt!
Das Fasten führte mich in eine tiefe - auch körperlich spürbare - Dankbarkeit darüber, dass ich als Kind Gottes auch teilhabe an Christi Leben, am Leiden und an der Auferstehung.
Pfarrerin Elke Füllmann-Ostertag
Erstellt von: Elke Füllmann-Ostertag [0] am 04.04.2012 13:41 -
Wichtiges verschlafen?!
An der Erlöserkirche in Gerolstein liefen viele Leute zusammen. In der Ferne waren Martinshörner zu hören. Offenbar rückten starke Sicherheitskräfte an. Da ich große Menschenansammlungen lieber meide, zog ich mich in Richtung des Heimatmuseums zurück.
Mehr ......Jemand zog mich am Arm in den Weg zu den Schrebergärten an den Bahngleisen mit den Worten: „Jetzt wird’s brenzlig!“ „Was ist los?“ wollte ich wissen. „Ach, da will dieser Jesus einziehen!“
Ich hatte wegen Schlaflosigkeit am Bett den Fernseher eingeschaltet und war während einer Sendung von 3-SAT über die Bibel eingeschlafen. Nun war ich wach und hörte, wie Maximilian Schell die Schlussworte sprach: „Die Bibel ist das einzige Buch, das nie zu Ende geschrieben wird.“ Im Halbschlaf träumend hatte ich die Folge über den Einzug Jesu in Jerusalem miterlebt.
Beim Frühstück sagte ich scherzhaft zu meiner Frau: „Weißt du was? Ich habe heute den Einzug Jesu verpennt!“ Sie meinte: „Da hast du mal wieder beim Fernsehen geschlafen!“ So war es. Aber ich fragte mich nachdenklich: Könnte es sein, dass auch ich den entscheidenden Einzug von Jesus Christus in mein Leben schlicht verpenne, im Schlaf oder weil mir Anderes im Moment wichtiger ist?
Ich grübelte: An Palmsonntag wird in den Kirchen die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem vorgelesen. Zuerst schrien alle Leute Palmenzweige schwingend: „Hosianna!“ Wenig später schrien sie: „Ans Kreuz mit ihm!“ Verhalten wir uns in unserem Leben nicht ähnlich, ohne dass wir uns dessen bewusst werden? Um das zu vermeiden, sollten wir „hellwach“ sein, auch im Gebet (Mt 26,41).
Hans-Martin Stüber, Pfarrer i.R., Gerolstein
Erstellt von: Hans-Martin Stüber [0] am 30.03.2012 13:27 -
Nicht länger schweigen!
Im Iran befindet sich Pastor Youcef Nadarkhani in der Todeszelle. Sein einziges Verbrechen: Er ist als Muslim Christ geworden. Darauf steht im Iran die Todesstrafe.
Mehr ......Sein Schicksal steht für eine mindestens vierstellige Zahl von Christen im Iran, Pakistan und Afghanistan, die wegen ihres Glaubens im Gefängnis sitzen oder zum Tode verurteilt wurden. Ein Großteil dieser Christen sind ehemalige Muslime. Sie haben vom Evangelium gehört und sich unter Lebensgefahr taufen lassen. Christliche Konvertiten sind in vielen islamischen Ländern rechtlos, vogelfrei und von Terrorgesetzen bedroht. Um es klarzustellen: Diese Barbarei geschieht nicht etwa im Mittelalter, sondern jetzt im März 2012.
Christen aus den traditionellen Kirchen sind in islamischen Ländern meist Bürger zweiter Klasse und vielen Benachteiligungen ausgesetzt. In Pakistan gibt es ein Gesetzt, das Nicht-Muslime von allen Sozialleistungen des Staates ausschließt. Mittellosen christlichen Eltern werden oft die Kinder weggenommen und zum Islam zwangskonvertiert, zur Prostitution gezwungen oder in islamistische Terrorcamps verschleppt. Die traditionellen Kirchen werden mit staatlichen Gewaltmaßnahmen bedroht, wenn sie ehemalige Muslime taufen oder in die Gemeinde aufnehmen.
Dies alles geschieht weitgehend unbemerkt von der weltweiten Christenheit. Nur wenige wissen um die Notlage der christlichen Minderheiten in islamischen Ländern. Die Existenz von christlichen Konvertiten ist den meisten gänzlich unbekannt. Woran liegt es, dass wir uns bislang so schwer tun mit der brutalen Unterdrückung der christlichen Konvertiten in islamischen Ländern? Liegt es daran, dass es sie im Sinn der "abrahamitischen Ökumene" gar nicht geben dürfte? Oder liegt es daran, dass man sich vor der Gewalttätigkeit islamistischer Fanatiker fürchtet? Nichts fürchten Unrechtsregime mehr, als dass ihre Verletzungen der Menschenrechte öffentlich gemacht werden. Pastor Nadarkhani ist noch nicht hingerichtet worden, weil sich in den vergangenen Wochen Politiker und Kirchen für ihn öffentlich eingesetzt haben, und weil in vielen Gottesdiensten für ihn gebetet wurde.
Es ist an der Zeit, dass Kirche und Christen sich der Christen in islamischen Ländern annehmen, öffentlich das Menschenrecht der Glaubensfreiheit in islamischen Ländern einfordern und für die Verfolgten beten. Damit wir nicht später wie unsere Väter eingestehen müssen, dass wir "nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben."
Pfarrer Thomas Berke, Mülheim (Mosel)
Erstellt von: Thomas Berke [0] am 23.03.2012 13:34