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für den 27.01.2020

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Die Orgel-Empore in der evangelischen Kirche in Essen-Werden. Die Orgel-Empore in der evangelischen Kirche in Essen-Werden.

Orgel des Monats

Walcker-Werk „mit Wumms“

Die Walcker-Orgel in der evangelischen Kirche in Essen-Werden ist die „Orgel des Monats Januar 2020“ der Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das unter Denkmalschutz stehende Instrument ist weitgehend unverändert erhalten. Allerdings muss es nun für etwa 120.000 Euro  instandgesetzt werden.

„Unsere Orgel hat richtig Wumms“, sagt Bodo Besselmann, „sie klingt voller in den Raum hinein als Orgeln in anderen Kirchen oder sogar in der Philharmonie Essen – so jedenfalls mein Eindruck“. Wenn der Baukirchmeister von der Walcker-Orgel in der evangelischen Kirche im Essener Stadtteil Werden spricht, überträgt sich seine Begeisterung sofort.

Der 52-jährige Ingenieur ist von dem Instrument „als Maschine fasziniert“, aber auch von dessen Klang: „Ich höre die filigranen Töne, und ich höre, wenn der Organist Gas gibt. Und ich ziehe meinen Hut vor den Orgelbauern, die ein so hochkomplexes Instrument vor 120 Jahren geschaffen haben!“

Spätromantisches Werk mit herausragendem Klang

2492 Pfeifen, 37 Register, pneumatische Traktur – das Opus 885 der berühmten Ludwigsburger Orgelbaufirma E.F. Walcker ist ein spätromantisches Werk, das mit seinen Klangmöglichkeiten viele andere Orgeln in den Schatten stellt. Im Jahr 1900 für knapp 17.000 Mark erbaut, wurde es maßgeblich von dem Fabrikanten Geheimrat Friedrich A. Krupp finanziert, der der Gemeinde angehörte.

Der Werdener Kantor Wilhelm Breidenbach war zugleich Hausorganist in der Villa Hügel, dem Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellenfamilie im nördlich angrenzenden Stadtteil Bredeney. Es wird vermutet, dass die Orgel aufwändiger als bestellt gebaut wurde, weil die Firma Walcker in der Nähe zu Krupp etwas Besonderes schaffen wollte.

Unverändert erhalten dank Währungsreform

Heute tönt die „Orgel des Monats Januar 2020“ immer noch wie damals. Der weitestgehend unveränderte Erhalt des Instruments ist der Währungsreform von 1948 zu verdanken: Anfang des Jahres hatte das Presbyterium eigentlich beschlossen, die Orgel dem Zeitgeschmack entsprechend umbauen zu lassen.

Der Auftrag dazu wurde aber nie erteilt: Nach der Herabsetzung des Wertes von Reichs- und Rentenmark im Zuge der Einführung der Deutschen Mark war nicht mehr genügend Geld vorhanden. Alle Umbauten, die vorher vorgenommen worden waren, wurden Anfang der 90er Jahre rückgängig gemacht; seitdem steht die Walcker-Orgel unter Denkmalschutz.

 Besselmann kennt die Orgel seit Kindertagen

Bodo Besselmann gehört zu den Gemeindegliedern, die das Instrument seit Kindertagen kennen. Er wurde in Werden konfirmiert, war dann zeitweilig in der Jugendarbeit engagiert. Nach einer studienbedingten Distanz fand er im Jahr 2000 zum Engagement in der Gemeinde zurück: „Man fragte mich, ob ich bei der Wahl zum Presbyterium kandidieren wolle. Das habe ich dann gemacht“, sagt er lächelnd. Seitdem ist der Ingenieur „zuständig für alles, was kaputt gehen kann“.

Dazu gehört leider auch die kostbare Orgel: Sie ist stark verschmutzt und teilweise von Schimmel befallen, viele der dünnen Lederbälgchen der Traktur sind defekt. Laute Spielgeräusche und Heuler machen den Organisten zu schaffen, insbesondere nach Wetteränderungen. „Einmal musste ich sogar spontan ein paar Pfeifen ausbauen, weil das geplante Konzert sonst von Heulern durchsetzt gewesen wäre", berichtet Besselmann. „Konzerte nach Regen- oder Trockenphasen werden zu einem Glücksspiel!“

Zunächst müssen Fachleute die Orgel  zerlegen

Noch im Sommer aber, kündigt der Baukirchmeister an, soll nach allen Regeln der Kunst Abhilfe geschaffen werden: „Zunächst müssen die Fachleute die ganze Orgel zerlegen, alles muss geöffnet und mit Alkohol ausgepinselt werden. Im zweiten Schritt werden die Verschleißteile erneuert. Weil man an die Bälgchen an vielen Stellen nicht gut herankommt, müssen auch der Spieltisch und die komplette pneumatische Steuerung auseinander gebaut werden“.

Rund 120.000 Euro, so die Berechnungen der Verantwortlichen, werden diese Arbeiten kosten. Die Stiftung Orgelklang stellt - eine Projektspende des örtlichen Fördervereins inklusive - 28.000 Euro zur Verfügung. In der Gemeinde ist ein Spendenfluss mit aufwändigen Benefizkonzerten und Orgelführungen in Schwung gekommen – auch dies dank des regen Fördervereins.

Außerdem haben einige Werdener ihre Bereitschaft zum ehrenamtlichen Mittun signalisiert. Und wann wird das Instrument dann wieder zu hören sein? „Ganz mutig“, sagt Bodo Besselmann, „haben wir für Dezember schon ein Orgelkonzert in den Gemeindekalender eingetragen“. Wie viele andere hofft er, dass es nächstes Jahr Weihnachten einen Gottesdienst mit „Wumms“ geben wird.

 

ekir.de / Text und Foto: Stiftung Orgelklang / 15.01.2020



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