Kirche und Umwelt
 
 

Umweltmanagement - Startschuss für systematischen Umweltschutz

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Aus FORUM Nr. 70 (5/2004)

von Pfr. Klaus Breyer, Iserlohn

Umweltmanagement - Startschuss für systematischen Umweltschutz in kirchlichen Einrichtungen
Vielleicht haben Sie, als Sie dieses Forum aufblätterten, gefragt: "Umweltmanagement in kirchlichen Einrichtungen - muss das sein? Ist das nicht ziemlich übertrieben?"

Wenn Sie die Umweltauswirkungen einer Kirchengemeinde mit denen eines Chemieindustriestandorts vergleichen, dann ist diese Frage berechtigt. Richtig ist aber auch: Viele Kilowattstunden Strom, viele Kubikmeter Gas, Öl, Wasser werden auch in Kirchengemeinden, kirchlichen Tagungsstätten und Verwaltungen tagtäglich (vielleicht sogar unkontrolliert) eingesetzt, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Denken Sie auch an die Abfallmengen, die den Bürobereich oder die Tagungshausküche täglich verlassen. Zum Teil wird dadurch die Umwelt unnötig belastet und es entstehen Betriebskosten, die vermeidbar wären.

Vielleicht sagen Sie jetzt: "Schön und gut, Umweltschutz ist eine wichtige Sache, aber angesichts von Kostendruck, Personalknappheit und zunehmender Arbeitsverdichtung ist da kaum etwas zu machen." Vielleicht haben Sie sogar als Presbyter/in, Einrichtungsleiter/in oder Umweltbeauftragten versucht, die Mitarbeitenden mit guten Ideen und Vorsätzen von der Bedeutung ökologischen Handelns zu überzeugen. Und letztlich ist doch alles beim Alten geblieben. Umweltschutz in Ihrer Einrichtung - ein freudloses Thema?

Kirchliches Umweltmanagement nimmt diese leider nur zu alltäglichen Erfahrungen sehr ernst und schlägt gerade unter diesen Bedingungen eine stabile Brücke vom "Reden' zum Tun", das heißt, zwischen Umweltschutzanforderungen und den alltäglichen Arbeitsabläufen in Kirchengemeinden und anderen kirchlichen Einrichtungen. Dadurch gelingt es, die Verantwortung für die "Bewahrung der Schöpfung" aus ihrer vielfach zu beobachtenden Isolation als "Spezialdisziplin" von "Öko-Freaks" in den normalen Gemeindealltag zu holen.

Kirchliches Umweltmanagementsystem orientiert sich an den Bedürfnissen von Gemeindemitgliedern und MitarbeiterInnen und wird zur Erhöhung Ihrer Zufriedenheit beitragen, ermöglicht einen Prozess kontinuierlicher Verbesserung des Umweltschutzes in der Einrichtung, kann optimal an die bestehenden Arbeitsabläufe angepasst werden und ist daher trotz bereits vorhandener hoher Arbeitsbelastung umsetzbar, trägt durch neue Formen der Beteiligung von Gemeindegliedern und MitarbeiterInnen zu einer motivations- und innovationsorientierten Organisations- und Personalentwicklung bei, ist angesichts knapper Budgets finanzierbar und führt mittel- und langfristig zur Kostenentlastung im Betriebskostenbereich, trägt nicht zuletzt bedeutend zum kirchlichen Image bei.

Der Aufbau und Ablauf der in diesem Forum vorgestellten Umweltmanagementsysteme orientiert sich an den Vorgaben der "Verordnung über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EG) Nr. 761/2001 (EMAS II)". Nach erfolgreicher Umsetzung und Prüfung durch einen externen Umweltgutachter wird dadurch eine kirchliche Einrichtung in die Lage versetzt, das "EMAS-Zeichen" zu tragen und damit zu werben.
Dies ist ein europaweit anerkanntes Gütezeichen, das die Glaubwürdigkeit kirchlicher Bemühungen um mehr kircheninternen Umweltschutz unterstreicht und Ihr Image fördern wird.

Die Artikel geben Ihnen einen fundierten Überblick über die Grundlagen und Ausprägungen kirchlichen Umweltmanagements. Was vor 6 Jahren mit ersten Modellversuchen in süddeutschen Kirchen (Kirchengemeinden, Verwaltungen, Tagungszentren und Klöster) und in der Evangelischen Kirche von Westfalen (Verwaltung Recklinghausen, Altenpflegeinrichtungen des Johanneswerks) begann, breitet sich immer weiter aus. Einige Beiträge erläutern diese Entwicklung und skizzieren das mittlerweile immer engmaschigere Netzwerk "Kirum - kirchliches Umweltmanagement.
Berichte aus der Praxis veranschaulichen die unterschiedlichen Umsetzungsmöglichkeiten, Chancen und Hemmnisse, auf die Umweltmanagement kirchlicherseits stößt.

Am Ende dieses Schwerpunkts steht ein Ausblick, der Umweltmanagement in Beziehung zu der umfassenderen Aufgabe einer Nachhaltigen Entwicklung kirchlicher Einrichtungen stellt. Wir hoffen, Ihr Interesse für kirchliches Umweltmanagement zu wecken und laden Sie herzlich ein, mit uns Kontakt aufzunehmen.

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