Gemeindechronik
Daten und Ereignisse aus der Geschichte einer Gemeinde und Stadt
1144:
älteste urkundliche Nennung eines Bauernhofes bei "Walsheim"
1250:
ein Xantener Register erwähnt das Kirchspiel "Walsheim"
1289:
Mechthild vom Holte schenkt dem Johanniter-Orden die Kirche von "Walsem"
1292:
die Johanniter bauen ein Ordenshaus
1370:
Constantinus Crone von Hysfeldt besitzt die Höfe "Ochtrop" und "Hückelhoven"
1490:
Haus "Loh" im Driesenbusch
1492:
Bernhardt Hysfeldt besitzt den Hof "Waterheck"
1507:
Kaiser Maximilian macht in Walsum Station
1583:
spanische Truppen in Walsum und Orsoy
1620:
der letzte Johanniter stirbt in Walsum
1755:
Haus "Waterheck" kommt in den Besitz der Familie Huyssen aus Essen
1880:
die aus dem 13. Jh. stammende Kirche St. Dionysius wird durch einen Neubau ersetzt
1900:
die Straßenbahn Neumühl-Hamborn-Dinslaken fährt über die Provinzialstraße durch Walsum
1901:
die evangelische Kirchengemeinde Holten richtet eine Nebenstelle (Vikariat) in Aldenrade ein
1903:
Bau des Rheinhafens
1904:
Errichtung der evangelische Kirche Aldenrade
1905:
am 1. April wird Walsum eine selbstständige Gemeinde. In ihr wohnen 5179 Leute
1909:
erste Arbeiten am Schacht Walsum
1911:
Aldenrade wird zu einer Pfarrstelle der Kirchengemeinde Holten erhoben
1912:
der Walsumer Bahnhof wird eröffnet
1913:
in Wehofen wird die Kohleförderung aufgenommen und die dortige Siedlung erbaut
1914:
seit dem 1. April gibt es in Walsum eine selbstständige evangelische Kirchengemeinde. Ihr Name: Evangelische Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade
1915:
die katholische Kirche St. Josef wird errichtet
1920:
die Rheinwerft wird gebaut; im Verlauf der sogenannten "März-Unruhen" nach dem Kapp-Putsch ist die "Rote Armee" in Walsum
1921:
Baubeginn der Siedlung Vierlinden; Errichtung der katholischen Kirchengemeinde "St. Juliana" in Wehofen
1923:
Walsum wird von den Belgiern besetzt; es hat jetzt 15.000 Einwohner
1928:
Bau der kath. Kirche St. Elisabeth
1928:
das ev. Gemeindehaus an der Schulstraße wird gebaut
1929:
am Himmelfahrtstag, dem 9. Mai, begeht die ev. Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade die "25. Wiederkehr der Einweihung der Kirche
1930:
beim Abteufen des Schachtes Walsum wird das Steinkohlegebirge erreicht
1932:
Baubeginn der sogenannten "weißen Siedlung" hinter der Post
1935:
Baubeginn der Eigenheimsiedlung der August-Thyssen-Hütte. Sie bekommt den Namen "rote Siedlung" Auf dem Röttgen
1939:
die Schachtanlage Walsum beginnt mit der Kohleförderung
1945:
das älteste industrielle Unternehmen in Walsum, die 1887 gegründete Zellstoff-Fabrik, wird durch Kriegseinwirkung nahezu vollständig zerstört; am 24. März überschreiten amerikanische Truppen den Rhein; nach Kriegsende wird die Zeche Walsum nach Plänen von Dr. Wilhelm Roelen ausgebaut
1949:
an der Saarbrückener Str. wird die sogenannte "Dr. Barking-Siedlung" gebaut
1950:
am 1. Oktober nimmt das evangelische "Hilfsgemeindehaus an der Bahnhofstraße seinen Betrieb auf. Am 6. November zieht dort der Ev. Kindergarten Bahnhofstraße ein; die Siedlung am Franz-Lenze-Platz entsteht
1953:
am 15. November öffnet das neue "Christus-Gemeindehaus" am Franz-Lenze-Platz seine Pforten
1954:
die katholische Kirchengemeinde "Herz Jesu" an der Herzogstraße wird gebaut
1955:
das Berglehrlingsheim am Helpoot - das Wichernheim (Ev. Heimstättenwerk) - wird bezogen; am 2. Oktober wird das "Paulus-Gemeindehaus" in Fahrn in Betrieb genommen
1956:
Bundeswirtschaftsminister Prof. Ludwig Erhard besucht den Schacht Walsum; das "Franz-Hitze-Haus" an der Königstraße, eine Einrichtung zur Betreuung körperlicher u. geistig behinderter Menschen, nimmt unter Leitung der "Lebenshilfe" seine Arbeit auf
1957:
ein weiteres Lehrlingsheim des Ev. Heimstättenwerkes, das "Stöckerheim" an der Karlstraße wird bezogen
1958:
die Einwohnerzahl Walsums ist auf über 40.000 Menschen gestiegen: aus der Gemeinde wird die Stadt Walsum; das Kohlekraftwerk am Schacht Walsum wird gebaut; die Schnellfähre über den Rhein Walsum-Orsoy nimmt ihren Betrieb auf
1959:
das Hallenbad an der Prinzenstraße wird gebaut; am 13. Dezember wird der zu einem Ev. Gemeindehaus umgebaute ehemalige Bauernhof "Opgenrhein-Luwen" unter Mitwirkung der Kirchenleitung der Ev. Kirche im Rheinland feierlich in Dienst genommen. Das "Paul-Gerhardt-Haus" ist Treffpunkt und Gottesdienststätte für den Aldenrader Gemeindebezirk "Neu-Overbruch"
1962:
die Papierfabrik "Haindl" nimmt ihre Produktion auf; die kath. Kirche St. Ludgerus wird gebaut
1964:
die "Walsumer Zellstoff AG" stellt ihren Betrieb ein
1966:
durch Teilung der Ev. Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade entsteht auf Walsumer Gebiet zusätzlich die Ev. Kirchengemeinde "Walsum-Vierlinden". Sie umfasst die drei Pfarrbezirke Vierlinden-Ost (mit dem Ev. Gemeindehaus an der Bahnhofstraße), Vierlinden-Mitte (mit dem Christus-Gemeindehaus) und Overbruch (mit dem Paul-Gerhardt-Haus sowie Gemeinderäumen in der Siebenbürgener Str. 6)
1967:
am 17. November wird das "Kopernikus-Gymnasium" seiner Bestimmung übergeben
1972:
Walsum hat 49.239 Einwohner; davon sind 49,23% römisch-katholisch und 40,89% evangelisch; 3165 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft leben in der Stadt; sie hat 11 Grundschulen, 6 Hauptschulen, 2 weiterführende Schulen, 2 Sonderschulen, 14 Kindergärten und 5 Kinderhorte, 1 Krankenhaus, 10 ambulante Krankenstationen, 7 Altenheime und Altentagesstätten, 10 Jugendheime. Bei Wahlen erhält die SPD 71,17 %, die CDU 25,70%, die FDP 2,37%, die DKP 0,46% und die NPD 0,28% der Stimmen. Der Bahnhof Walsum liegt 51° 32' nördlicher Breite und 6°43' östlicher Länge
1974:
Eröffnung des Allwetterbades und Eröffnung des Kulturzentrums mit der Walsumer Stadthalle (800 Plätze); die Ev. Kirchengemeinde plant den Bau eines Gemeindehauses an der Canarisstraße; 1976 wird der Grundstein für das "Martin-Niemöller-Haus" gelegt
1975:
am 1. Januar verliert die Stadt Walsum ihre Eigenständigkeit und wird ein Teil der Stadt Duisburg
Pfr. Horst Hitz († 2009) hat die Chronik zusammengestellt. Dabei hat er als Quellen verwandt: Gemeindebuch des Kirchenkreises Dinslaken, 1961; Jahrbuch des Kreises Dinslaken, 1974, Prof. Stampfuss: "Walsum - vom Dorf zur Industrie
gemeinde", Walsumer Zahlenspiegel.