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Hier finden Sie Hinweise auf interessante Vorträge, Ausstellungen, Seminare u.v.a.m. zum Thema Sekten und Weltanschauungen in unserer Region.

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Literatur- empfehlung
Literatur- empfehlung

Peter Neumann, Die neuen Dschihadisten. IS, Europa und die nächste Welle des Terrorismus,

Econ, Hardcover
256 Seiten
ISBN-13 9783430202039
erschienen 9.10.2015

2. Auflage

16,99€

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Aktuelles Thema

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Referat Sekten- und Weltanschauungsfragen

Was ist eine Sekte?

Theologisch bedeutet das Wort „Sekte“ zunächst „Partei“ oder „Schule“ (lat. secta) und wird vom lateinischen „sequi“ (folgen, nachfolgen) abgeleitet. Damit wird eine Gruppe beschrieben, die sich zum Beispiel von einer großen Kirche abgespalten hat und eigenen Sonderlehren folgt. Als Minderheit vertritt sie eine, von der Ursprungsreligion oder –kirche abweichende Lehre und Glaubenspraxis, glaubt aber selbst, das Eigentliche, die Wahrheit des Glaubens zu bewahren und zu vertreten. Häufig wird damit zugleich der Anspruch erhoben, den einzig wahren Weg zu Gott oder zum Heil zu kennen. Nicht selten ergibt sich eine stark belastete und verschlechterte Beziehung zur Ursprungsreligion und ein konfliktreicher Umgang miteinander.

Umgangssprachlich werden sozial auffällige, fanatische, gefährliche, konfliktträchtige oder sonst wie sonderliche, bzw. von einem allgemeinen Wertekonsens abweichende Gemeinschaften und Organisationen als „Sekten“ bezeichnet. Der Begriff „Sekte" ist in der Öffentlichkeit zu einem polemischen Kampfbegriff geworden, der eher den Streit anheizt als der sachlichen Aufklärung zu dienen scheint. Wer heute „Sekte" sagt, meint damit immer die anderen. Niemand sagt von sich selbst, er gehöre einer „Sekte" an. Deshalb verzichten viele Theologen und andere Fachleute zunehmend ganz auf den Gebrauch dieses umstrittenen Begriffs.

Es hat im Laufe der Zeit viele Versuche gegeben, den „Sekten"-Begriff zu ersetzen: Jugendreligion, destruktiver Kult, neue religiöse Bewegung, Sondergruppe, Psychokonzern, konfliktträchtige Gemeinschaftsbildung sind Beispiele. Letztlich aber hat in der Öffentlichkeit kein anderes Wort den „Sekten"-Begriff ersetzen können.

Vor dem Hintergrund des schwierigen Gebrauchs dieses Begriffs ist deshalb vorgeschlagen worden, den „Sekten“-Begriff mehr unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung einer Gemeinschaft oder Gruppe zu verstehen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass auch problematische, konfliktträchtige, eben sektiererische Gruppen und Gemeinschaften nicht statisch ein für alle mal die gleiche Struktur, die gleiche Umgangskultur und dieselben Inhalte vertreten, sondern zum Teil sehr dynamischen Entwicklungsprozessen unterliegen und entweder „versekten“ oder auch sich „entsekten“ können.

Das Ziel ist es, unnötige Polemik und Diffamierung gegenüber anderen zu vermeiden, zugleich aber sachlich gerechtfertigte und notwendige Kritik an Strukturen, Praxis und Inhalten von Gemeinschaften deutlich genug zur Sprache bringen zu können.
Indem von „Versektung“ und „Entsektung“ gesprochen wird, taucht zugleich die Frage nach Kriterien auf, anhand derer solche Prozesse zu beschreiben und zu bewerten sind.

16.05.2011



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