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SMS aus Namibia (6)

Bedrohliche Kulisse

Präses, Vizepräsident und Ökumene-Oberkirchenrat besuchen Namibia. Was sind die Themen der Reise? Oberkirchenrat Wilfried Neusel berichtet per SMS.

Gestern im schwarzen Vorort von Swakopmund mit Namen Mondesa wieder eine brechend volle Kirche, die unseren Präses zu einer flammenden Predigt über das Versprechen Gottes beflügelte, dass es nach der Sintflut keine Katastrophen mehr gibt als Strafe für das Verhalten der Menschen. Zugespitzt auf die hiesige Katastrophe Aids war das eine Botschaft, die die Menschen aufhorchen ließ, denn viele glauben hier immer noch, dass Aids eine Strafe für sexuelles Fehlverhalten ist. Am Ende des Gottesdiensts, in dem neben persönlichen Geldspenden auch ein Staubsauger für das Reinigen der Kirche präsentiert wurde, musste unser Präses am Ausgang der Kirche mehr als 400 Hände schütteln. Dann 500 km bis zum Waterberg.

Das 70 km lange und 2000 Meter hohe Plateau ist eine bedrohliche Kulisse, die uns eindrücklich die Angst der Herero vor der Vernichtung vermittelte. Die von Frau Wieczorek-Zeul im vergangenen Jahr initiierte Versöhnung wird leider durch tribale Differenzen und eine ignorante Politik der Regierung Namibias gefährdet. Das Versöhnungszentrum am Waterberg bringt kaum was Konkretes auf die Beine. Morgen werden wir den deutschen Botschafter dazu befragen können. Ansonsten geht es der Delegation bestens.

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

 

Oberkirchenrat Wilfried Neusel / 10.10.2005



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