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Kirche in den NRW Lokalradios | 21.03.2017 | Bettina Fö | rster

Neuanfang

Neuer Job, neue Beziehung oder neuer Wohnort – Neu anfangen hat die unterschiedlichsten Gründe. Aber immer gilt: Altes hinter sich lassen, Neues beginnen

Neuer Job, neue Beziehung oder neuer Wohnort – Neu anfangen hat die unterschiedlichsten Gründe.

Aber immer gilt: Altes hinter sich lassen, Neues beginnen. Manchmal aus eigener Initiative, manchmal diktieren die äußeren Umstände den Neuanfang.

Neuanfänge kosten Kraft. Selbst wenn es nicht immer die extreme Veränderung ist Das Wort "anfangen" ist ein aktives Wort; wir nehmen etwas ´selbst in die Hand´ und übernehmen Verantwortung. Besonders schön lyrisch hat sich der Schriftsteller Hermann Hesse in seinem Gedicht ´Stufen´ diesem Thema genähert. Er überträgt darin neue Anfänge auf das menschliche Leben:

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)

Etwas weniger lyrisch, aber ziemlich spannend kommen die Neuanfangsgeschichten in der Bibel daher. Da geht es zum Beispiel um einen Mann, Josef, der mehrmals neu anfangen musste, weil seine Brüder ihn als Sklaven verkauft habe. Am Ende wird er der zweitmächtigste Mann von ganz Ägypten. Oder um eine Frau, Esther, die von einem Moment auf den anderen in dien Harem eines Königs verschleppt wird um am Ende ein ganzes Volk rettet. Und es geht um ganz normale Menschen, die sich schwer tun, neu anzufangen, Angst und Respekt haben, Neuanfänge bereuen oder gestärkt daraus hervorgehen. Menschen wie wir.

In Bettina Försters Beitrag erzählen Menschen, was Ihnen zum Thema Neuanfang einfällt.

 

 

 

Kirche in den NRW Lokalradios; 21.03.2017; Bettina Förster



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