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Meckenheim

Nicht immer nur reden

Schöpfung bewahren, das wollen viele. In Meckenheim wird nicht nur darüber geredet, sondern auch gehandelt. Seit letztem Herbst heizt die Kirchengemeinde ihr 800 Quadratmeter großes Gemeindezentrum Friedenskirche mit Erdwärme.

Pfarrer und Initiator Knut Dahl-Ruddies wirbt für ökologische Nachhaltigkeit Pfarrer und Initiator Knut Dahl-Ruddies wirbt für ökologische Nachhaltigkeit

„Auch in diesem recht kalten Winter kein Problem“, berichtet Pfarrer und Initiator Knut Dahl-Ruddies. Durch 18 Bohrlöcher laufen Sonden 99 Meter tief in die Erde. Dort ist es immer 10 Grad warm, unabhängig von der Jahreszeit. Eine Trägerflüssigkeit in den Sonden nimmt die Wärme auf, eine Wärmepumpe im Heizungskeller sorgt für die nötige Temperaturverdichtung auf 45 Grad im Speicher. Das reicht, um die Fußbodenheizung zu betreiben, die eine Vorlauftemperatur von 35 Grad benötigt. Um knapp vier Kilowattstunden Wärme zu erzeugen, wird eine Kilowattstunde Strom für die Technik eingesetzt. Das spart jährlich etliche Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid. Investitionskosten: 165.000 Euro, die sich in 20 Jahren amortisiert haben, schätzt Dahl-Ruddies.

Kling einfach, war es aber nicht. Denn das ekir-weit einzigartige Geothermie-Projekt war in der Kirchengemeinde zunächst umstritten. Geheizt wurde bislang mit einer „extrem klimaschädlichen“ Nachtstromspeicherheizung (O-Ton Bundesumweltministerium). Die Anlage war aber nicht kaputt und eine zweite stand im Keller bereit, so dass die Gemeindeleitung Dahl-Ruddies’ ersten Erdwärme-Vorstoß vor drei Jahren ablehnte. Ein Jahr und eine Presbyteriumswahl später – die Energiepreise waren gestiegen – versuchte er es erneut. Die Energieagentur NRW, die Kirchengemeinden kostenlos und unabhängig beim Energiesparen berät, empfahl Erdgas als wirtschaftliche Alternative oder eben Erdwärme als nachhaltigere Lösung, frei von fossilen Energieträgern.

„Wir können nicht nur immer über die Bewahrung der Schöpfung reden und das dann nicht umsetzen“, beschreibt Knut Dahl-Ruddies die neue Haltung des Presbyteriums. Mit Hilfe heimischer Handwerker setzte die Gemeinde das Vorzeigeprojekt um. Für Dahl-Ruddies ist das Thema Ökologie damit aber noch nicht beendet. Denn der benötigte Strom stammt (noch) nicht aus erneuerbaren Quellen.

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Text und Foto: Dr. Uta Garbisch / 05.02.2010



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