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Siemens

Soziale Verantwortung ernstnehmen

Über die Lage im Mülheimer Siemenswerk nach dem angekündigten Stellenabbau informierten sich Kirchenvertreter bei einem Besuch vor Ort.

Siemens im Hafen. Foto: W. Wolny, CC BY-SA 3.0 Siemens im Hafen. Foto: W. Wolny, CC BY-SA 3.0

„Wir teilen die Sorge und Verunsicherung der Arbeitnehmer“, erklären die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche in Mülheim nach einem Gespräch bei Siemens. Für das Mülheimer Werk ist geplant, 741 Arbeitsplätze abzubauen. Daher hatten Stadtdechant Michael Janßen und Weihbischof Franz Grave (katholische Kirche) und Superintendent Gerald Hillebrand (Evangelischer Kirchenkreis An der Ruhr) das Gespräch mit der Mülheimer Standortleitung und dem Betriebsrat gesucht.

„Wir wollten uns im Betrieb aus erster Hand informieren. Uns ist wichtig, an der Seite der Beschäftigten zu sein, wenn mit Siemens der größte Arbeitgeber der Stadt solch massive Einschnitte plant“, so Superintendent Hillebrand.  Von Standortleiter Uwe Wittig und Betriebsratsvorsitzendem Pietro Bazzoli bekamen die Kirchenvertreter klare und umfassende Information über die Gründe für den geplanten Personalabbau.

„Grund für unser Engagement ist der der drohende Verlust der Arbeitsplätze“, erklärt Weihbischof Grave. „Viele Beschäftigte werden von den Plänen hart getroffen, sie sehen ihre berufliche und familiäre Zukunft gefährdet. Das gilt vor allem für ältere Beschäftigte, aber auch für Auszubildende, die bislang im Unternehmen eine hochwertige Ausbildung erfahren haben.“ Bis zuletzt galt das Mülheimer Werk als eines der weltweit führenden in der Produktion und Entwicklung von Dampfturbinen und Generatoren.

Die Gesprächspartner kamen überein, das gute und konstruktive Gespräch fortzusetzen und sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Die kirchlichen Vertreter stellten den Gedanken der sozialen Partnerschaft als verbindliche Leitlinie der Diskussion in den Vordergrund. „Gerade in ernsten Zeiten muss soziale Partnerschaft ernstgenommen werden“, hält Stadtdechant Michael Janßen fest.

In einem Schreiben an den Vorstand von Siemens werden die Kirchen auf die hohe Bedeutung der betrieblichen Partnerschaft hinweisen und an die Verantwortlichkeit auch von Unternehmen für das Gemeinwohl appellieren.

 

ala / Evangelischer Kirchenkreis an der Ruhr / 15.12.2017



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