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    Landessynode 2018

    Erstmals ein Haushaltsbuch als Lesehilfe zum Zahlenwerk

    Der Haushalt der Evangelischen Kirche im Rheinland sei nicht nur Konsolidierung und Sparen. Es gehe immer darum, Geld einzusetzen für Ziele, die für die Verkündigung des Evangeliums, die Kirche und auch darüber hinaus wichtig sind. Das unterstrich Oberkirchenrat Bernd Baucks in seinem Finanzbericht vor der Landessynode 2018.

    Dem Haushaltansatz 2018 liegt eine Schätzung des Kirchensteuerverteilbetrages von 725 Millionen Euro zugrunde. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat den Ansatz  mit einem Puffer bei 715 Millionen Euro festgesetzt. Damit kann auch 2018 ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden, machte Oberkirchenrat Baucks deutlich, der Leiter der Abteilung Finanzen und Diakonie im Landeskirchenamt.

    Der prozentuale Anteil der Landeskirche am Kirchensteueraufkommen bleibt unverändert bei 10,1 Prozent. Der Haushalt sieht für die aus Umlagen finanzierten Aufgaben auf landeskirchlicher Ebene Aufwendungen in Höhe von 127 Millionen Euro vor. Für gesamtkirchliche Ausgaben einschließlich Pfarrbesoldung und internem Finanzausgleich nennt der Haushalt Ausgaben in Höhe von 448 Millionen Euro.

    Rückgrat Pfarrdienst

    Ein großer Teil des Haushalts der Landeskirche sind Personalkosten mit Schwerpunkt Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Personalkosten machen 67,34 Prozent des Gesamtaufwands auf. „Die Pfarrerinnen und Pfarrer in den Gemeinden und Sonderdiensten bilden nach wie vor das Rückgrat kirchlicher Arbeit und Verkündigung, spielen auch eine wesentliche Rolle in der Organisation der ehrenamtlichen Arbeit, ohne die Kirche nicht sein könnte, was sie ist“, erklärt Baucks.

    Erstmals hat die Evangelische Kirche im Rheinland ein Haushaltsbuch veröffentlicht, das als Lesehilfe zum reinen Zahlenwerk Beispiele aus der Arbeit vorstellt und die verwendeten Mittel nach elf kirchlichen Handlungsfeldern gliedert. Es soll für mehr Transparenz sorgen und deutlich machen, dass die Kirche nicht nur die Konsolidierung des landeskirchlichen Haushalts im Blick hat. Vielmehr investiert sie auch in ihr wichtige Projekte und Initiativen.

    Förderungen für Flüchtlingsarbeit

    So gingen im vergangenen Jahr eine Million Euro an Projekte für Flüchtlinge. Dazu gehören zum Beispiel die „Naomi“-Initiative für humanitäre Flüchtlingshilfe in Griechenland, die „Kulturvermittler“ in der Kirchengemeinde Garath im Süden Düsseldorfs und das „Café International“ in Büchenbeuren im Hunsrück. In den landeskirchlichen Haushalten 2018 und 2019 sind jeweils wieder eine Million Euro für Flüchtlingsarbeit eingeplant.

    Zum 500. Reformationsjubiläum 2017 flossen 500.000 Euro in lokale und 600.000 Euro in landeskirchliche Projekte. Das Sonderbudget führte auch auf neue Wege in der Projektentwicklung und in neue Kooperationen. Projekte wie die 95 Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten, das Theaterstück „Ich fürchte nichts“, die Reformatorinnen- und die Wanderausstellung zur Barmer Theologischen Erklärung wirken über das Jubiläumsjahr hinaus.

    Engagement auch im Bildungsbereich

    Als weitere Beispiele für das aktuelle Engagement der rheinischen Kirche nennt das Haushaltsbuch Initiativen aus der evangelischen Bildungsarbeit und „Sprachräume – Büchereien für Integration“, ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt, das die Evangelische Kirche im Rheinland mit ihrer Büchereifachstelle und der Koordinierungsstelle Fundraising in Kooperation mit ausgewählten evangelischen Büchereien und Partnereinrichtungen umsetzt. Vorgestellt wird außerdem das neue Zentrum Gemeinde und Kirchenentwicklung auf dem Heiligen Berg in Wuppertal.

    Die rheinische Kirche verfolgt weiter die Ziele der von den Landessynoden 2015 und 2016 beschlossenen Sparmaßnahmen zur Haushaltskonsolidierung. „Die Einsparungen im Rahmen der Aufgabenkritik sind praktisch vollständig umgesetzt und zeigen Wirkung“, sagte Baucks. Der Weg der Konsolidierung bedeute auch eine mit Blick auf die demographische Entwicklung zeitgemäße Verschlankung der Strukturen einer kleiner werdenden Kirche.

    Versorgung absichern

    Unter den Risiken für die finanzielle Entwicklung der Kirche nimmt laut Baucks die Rückstellung für Versorgungsverpflichtungen eine herausragende Stellung ein. Mit einer Erhöhung der Versorgungssicherungsumlage auf 24 Prozent habe die Landeskirche diese Frage aber bereits angegangen.

    Angestrebt wird eine 70-prozentige Kapitaldeckung, so dass auch langfristig von einem Mischsystem aus Kapitaldeckung und Beitragsfinanzierung bei der Deckung der Versorgungslasten ausgegangen werden kann. Das Mischsystem erhält die Kirche auch in Zukunft handlungsfähig.

    Nachhaltige Anlagestrategien

    Kapitalanlagen der Kirchen sind für Finanzchef Baucks eine Chance für Einflussnahme im Sinne nachhaltigen Investierens. In der Evangelischen Kirche in Deutschland hat sich dazu der „Arbeitskreis Kirchlicher Investoren“ gebildet. Der Arbeitskreis beobachtet die wirtschaftlichen Entwicklungen und gibt Empfehlungen für eine nachhaltige Anlagestrategie.

    Neben einem Mix der Anlageformen und Ausschlusskriterien für Investitionen in umwelt- und sozialschädliche Produkte und Unternehmen wird nach Ansicht von Baucks eine Politik des „Engagement“ immer wichtiger. „Engagement“ bedeutet zum Beispiel, dass kirchliche und ethisch motivierte Kapitalanleger ihre gebündelte finanzielle Beteiligung bei Voten in Hauptversammlungen und Beratungen mit Unternehmensvorständen zur Durchsetzung nachhaltiger Ziele nutzen.

    Weiter günstige Rahmenbedingungen in Deutschland

    Zu den Rahmenbedingungen für die finanzielle Situation der Evangelischen Kirche im Rheinland zählt der Finanzchef die "robuste" wirtschaftliche Situation in Deutschland. Sie habe dazu geführt, dass sich der demographisch begründete Rückgang der Kirchenmitgliedszahlen noch nicht auf die Entwicklung des Kirchensteueraufkommens auswirke.

    Allerdings nehme Deutschland hier aufgrund seiner Exportorientierung eine Sonderstellung ein. Auf dem Arbeitsmarkt sei absehbar keine Trendwende zu erkennen. Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa stagniere aber. Auch gingen von der Niedrigzinspolitik, die sich absehbar nicht ändern werde, keine nennenswerten Impulse mehr aus.

     

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    ekir.de / rtm / 09.01.2018



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