Die Menschen befänden sich in großer Traurigkeit, „unabhängig von ihrer politischen Einschätzung“, so Drubel - er kennt das Land seit rund zwanzig Jahren durch Gedenkstättenfahrten, hat bereits am Wochenende mit einem seiner in der Region Lublin gewonnenen Freunde telefoniert.
„Er ist wirklich niedergeschlagen“, so Drubel. Mit dem polnischen Präsidenten sei ein bedeutender Teil der polnischen Intelligenz auf dem Weg nach Katyn gewesen, Menschen aus Kirchen, Parteien, Literatur, Universitäten, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzen.
"Schattenkultur"
Dass ausgerechnet auf der Reise nach Katyn nun dieses fürchterliche Unglück passiert ist, löse bei vielen Polen Beklemmungen aus. Im Zweiten Weltkrieg war dort ein großer Teil der polnischen Intelligenz durch die Sowjetunion ausgelöscht worden. Dass nun insbesondere von Seiten der russischen Bevölkerung sehr viel Mitgefühl und Solidarität komme, freue die Polen. Das stärke die Verbindung zwischen den beiden Völkern, so Drubel im ekir.de-Audio-Interview.
Unter der Leitung des Kirchenrats wird ab kommenden Montag eine Delegation der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) nach Polen reisen. Mitglieder der Kirchenleitung sowie Superintendenten besuchen Lublin und das ehemaligen Konzentrationslager Majdanek. „Gedenken als Vergegenwärtigung“ lautet der Titel der Reise, die vom 19. bis 23. April dauert.
ekir.de / neu; Foto Katyn-Gedenken in Warschau: commons.wikimedia.org/Maciej Szczepańczyk / 12.04.2010