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Wenn ein Kirchengemeinde Kirchenasyl gewähren will, gibt es viele Dinge, die sie beachten muss. Der Fachtag in Bonn informiert darüber ausführlich. Wenn eine Kirchengemeinde Kirchenasyl gewähren möchte, gibt es viele Dinge, die sie beachten muss. Der Fachtag in Bonn informiert darüber ausführlich.

Fachtag

Gut vorbereitet aufs Kirchenasyl

Viele Kirchengemeinden engagieren sich für Flüchtlinge. Mit den wachsenden Flüchtlingszahlen häufen sich auch die Anfragen nach Kirchenasyl. Im Fall eines Falles muss schnell gehandelt und vieles beachtet werden. Deshalb ist eine gute Vorbereitung ratsam. Ein Fachtag Kirchenasyl in Bonn beschäftigt sich umfassend mit dem Thema. 

Die ganztägige Informationsveranstaltung „Kirchenasyl in der evangelischen Kirche im Rheinland“ am 2. Februar im Haus MIGRApolis in Bonn ist gefüllt mit Informationen zur praktischen Umsetzung eines Kirchenasyl, den rechtlichen Voraussetzungen, geschichtlichen Hintergründen und biblischen Begründungen.

Dass sich Kirchengemeinden im Vorfeld damit auseinandersetzen, was Kirchenasyl bedeutet, hält Julia Köhler, juristische Referentin für Migration und Flucht im Landeskirchenamt und Mit-Organisatorin des Fachtags, für sehr wichtig. Denn die konkreten Anfragen kommen meist unvermittelt: „Die Menschen stehen plötzlich vor der Tür und brauchen Hilfe. Da ist es gut, wenn eine Gemeinde weiß, was zu tun ist“, sagt sie.

Es gibt beim Kirchenasyl nämlich vieles zu beachten: Neben praktischen Dingen wie die Bereitstellung von Wohnraum und Unterhalt, muss der Fall genau geprüft werden, um zu klären, ob die nötigen Voraussetzungen gegeben sind: Für die betroffenen Personen besteht eine Gefahr für Leib und Leben oder die Abschiebung bedeutet eine inhumane Härte. Dies kann auch der Fall sein, wenn es sich um eine Abschiebung in einen anderen EU-Mitgliedstaat handelt.

Letztes Mittel

„Kirchenasyl kann als letztes Mittel dazu dienen, eine unmittelbar bevorstehende Abschiebung zu verhindern“, erklärt Julia Köhler. Kirchengemeinden stellen sich durch die Gewährung von Kirchenasyl gegen eine behördliche Entscheidung. Bei der Kommunikation mit den zuständigen Behörden gebe es daher einiges zu beachten, verabredete Informationswege müssten eingehalten werden.

Auf dem Fachtag in Bonn gibt es neben Vorträgen und Diskussionen auch die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit Kirchengemeinden, die bereits ein Kirchenasyl durchgeführt haben. Interessierte können so Kontakte knüpfen und das eigene Netzwerk erweitern.

Der Fachtag „Kirchenasyl in der Evangelischen Kirche im Rheinland“ findet am 2. Februar von 10 bis 16 Uhr im Haus MIGRApolis in Bonn statt. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich: sabine.benk@ekir-lka.de. 

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ekir.de / cs / Foto: epd-Bild, Stefan Arend / 26.01.2017



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