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Fernsehgottesdienst

Wie ein Neuanfang gelingen kann

"Vergeben – sich selbst und anderen" - so lautet der Titel des Gottesdienstes, den das ARD-Fernsehen am Buß-und Bettag, 22. November, sendet. Nicht vergeben? „Meine Mutter trinkt – manchmal habe ich ihr den Tod gewünscht“,  sagt Nicole Nau, eine der besten Tango-Tänzerinnen der Welt, sie gestaltet den Gottesdienst mit.

Nicole Nau wird im ARD-Gottesdienst über Schuld und Neuanfang sprechen und tanzen. Nicole Nau wird im ARD-Gottesdienst über Schuld und Neuanfang sprechen und tanzen.

In dem in der Citykirche in Wuppertal-Elberfeld aufgezeichneten Gottesdienst berichtet Nicole Nau von ihren Erfahrungen mit Schuld bzw. damit, „sich schuldig zu fühlen“. Wie schrecklich es ist, Kind eines trinkenden Elternteils zu sein, mit welchen Schuldgefühlen man zu kämpfen. Und: Wie ein Neuanfang gelingen kann.

„Du, Gott,  kennst meinen Weg“,  sagt Nicole Nau. Und das nicht nur einmal in ihrem Leben. Der Tanz rettet sie als Kind. Wenn alle schliefen, hat sie eine Schallplatte aufgelegt und angefangen zu tanzen. Es war ein trauriger Tanz. Als junge Frau entdeckt sie den Tango. Sie wandert aus nach Argentinien, wird eine berühmte Tango-Tänzerin und lernt den Tänzer Luis Pereyra kennen und lieben. Nicole und Luis wünschen sich Kinder.

„Du Gott, kennst meinen Weg.“ Dreimal wird Nicole Nau schwanger, dreimal verliert sie ihre Babies. Bin ich schuld, fragt sie sich. Was habe ich falsch gemacht? Sind die Fehlgeburten eine Strafe Gottes? In diesem Gottesdienst am Buß- und Bettag geht es um die Frage von Schuld und Neuanfang.

Schicksalsschläge als Strafe?

Die  Frage nach der Schuld ist oft schwierig, wird in dem Gottesdienst deutlich. Man fühlt sich schuldig und ist es nicht. Man erlebt Schicksalsschläge als Strafe für vermeintlich schuldhaftes Verhalten. Man ist schuldig, weil man schuldig geworden ist. Was bleibt: Man muss neu anfangen. Immer wieder. Aus eigener Kraft und mit Gottes Hilfe. Wie dies gelingen kann, ist Thema des Gottesdienstes.

Für Nicole Nau ist Tanz auch Gebet. Sie wird zweimal tanzen. Den traurigen Tanz, den sie als Kind für sich entdeckt hat, und einen fröhlichen ausgelassenen. Der Klage folgt der Dank –  Neuanfang ist möglich, Veränderung ist möglich.

Bewegende Lebens- und Glaubensgeschichte

Darf am Buß- und Bettag in einem Gottesdienst getanzt werden? Im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland sieht das Saarland ein Tanzverbot vor, das gilt auch in vier weiteren Bundesländern. Für die kirchliche Leiterin der Sendung, Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius, ist klar: "Tanz ist nicht gleich Tanz", hier in diesem Gottesdienst ist er der entscheidende Ausdruck für die "bewegende und berührende Lebens- und Glaubensgeschichte" von Nicole Nau.

Predigen wird Pfarrer Jönk Schnitzius, Gefängnisseelsorger an der Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Ronsdorf. Musikalisch wird der Gottesdienst gestaltet von Wolfgang Kläsener (Orgel), Andre Enthöfer (Klarinette) und Prof. Anja Paulus (Gesang). Liturgisch beteiligen sich an dem Gottesdienst Susanne Pätzold (Schauspielerin) und Ralph Grünewald (Pilot).

Der TV-Gottesdienst ist am 22. November ab 10 Uhr im Ersten zu sehen.

 

ekir.de / eb, neu / Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de / 20.11.2017


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