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6. Regionalkonferenz zum ökumenischen Prozess

Dem „Leben im Dienst der Wirtschaft“ ein Ende setzten

Die 6. und bisher größte Regionalkonferenz zum ökumenischen Prozess „Wirtschaft(en) im Dienst des Lebens“ fand vom 26. bis zum 27. März 2004 im Paul-Humburg-Haus in Essen-Altenessen statt.

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Die Tagung wurde im Rahmen des  konziliaren Prozesses - processus confessionis - , der die Kirchen zum Widerstand gegen die neoliberale Globalisierung aufruft, von der Organisation Kairos Europa einberufen und von regionalen Organisationen ausgerichtet (GMÖ, MÖWe, Ökumenisches Netz Mittelrhein, Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar, Oikocredit, SÜDWIND, Solidarische Kirche im Rheinland).

„Durch die Regionalkonferenzen soll eine Dynamik an der Basis geschaffen werden,“ sagt Martin Gück von Kairos Europa. „ Sie sollen zur Kenntniserweiterung und zur Vernetzung der kirchlichen Institutionen dienen und Druck auf die Kirchenleitungen ausüben, damit sie endlich aktiv werden.“ Für ihn ist der Prozess eine einmalige Chance: „Es ist das Gebot der Stunde, von unten zu mobilisieren.“

Die Vernetzung und Mobilisierung erfolgte während der Tagung in Altenessen durch die drei Schritte „Sehen“, „Beurteilen“ und schließlich „Handeln“. Im ersten Schritt wurde durch verschiedene Exkursionen und Begegnungen mit regionalen Initiativen die Problematik der neoliberalen Globalisierung bewusst gemacht und Raum für Erfahrungsaustausch geschaffen. Im zweiten Schritt beurteilte Professor Dr. Ulrich Duchrow die neoliberale Globalisierung aus der biblischen Sicht von Reichtum und Armut, Verstrickung und Befreiung heraus und es wurden weitere kirchlich-theologische Ansätze diskutiert.  Im dritten Schritt wurden in sieben Workshops verschiedene Handlungsfelder vorgestellt und neue Möglichkeiten zum Handeln diskutiert. Zu dem breiten Themenangebot gehörten das Menschenrecht auf Wasser, die Aidsproblematik, Tauschbörsen, Gender und Sexualität, die Situation auf dem Arbeitsmarkt, die Arbeit der Organisation Südwind und der Konziliare Prozess. Bei der anschließenden Zusammenfassung wurde deutlich, dass noch viel zu tun bleibt. Das Kerninteresse der Regionalkonferenzen ist nach Professor Dr. Ulrich Duchrow die Antwort auf die Frage: „Wo und wie kann Kirche besonders deutlich machen, dass sie anders handeln muss als die Politik, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten?“ Am Ende der Tagung nahmen alle Teilnehmer neue Impulse mit nach Hause mit dem Anspruch, sie in ihren Gemeinden in die Tat um zu setzten.  

Dr. Ulrich Duchrow bezeichnet die Regionalkonferenz als „eine Station auf dem Wege“, nicht als einmalige Aktion. Die nächste Station wird die Bundesweite Konferenz sein, die vom 23. bis zum 25. April in Frankfurt stattfindet. Dort werden die Ergebnisse aus den verschiedenen Regionalkonferenzen zusammengetragen mit dem Ziel, deutschlandweit eine gemeinsame Stellungnahme zur neoliberalen Globalisierung auszuarbeiten und damit Impulse für andere europäische Länder zu geben. 

Christina Ecker

 

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 7. April 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 7. April 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.