Logo EKiR

Untersuchung nach der 15. Aktion in Auftrag gegeben

Studie: „Autofasten“ hat bei den meisten Teilnehmern nachhaltige Wirkung

Pressemitteiung Nr. 39/2013

Autofasten verändert das Mobilitätsverhalten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachhaltig. Das hat eine Studie ergeben, die das Saarbrücker Sozialforschungsinstitut iSPO nach der 15. Aktion im letzten Jahr im Auftrag der beteiligten evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer durchgeführt hat. Über 50 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass sie auch nach dem Ende der Fastenaktion im Alltag häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen und viel bewusster Auto fahren. Rund vier Prozent haben ihr Auto sogar abgeschafft. An der Klimaschutz-Aktion haben in den letzten 15 Jahren fast 20. 000 Menschen teilgenommen.

Die Studie wurde am 25. Februar in Trier von Werner Göpfert-Divivier vom iSPO-Institut übergeben. Stellvertretend für die Träger der Aktion nahmen Dr. Gundo Lames, Direktor „Ziele und Entwicklung“ im Bistum Trier, und Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann, Beauftragter der Evangelischen Kirchen bei der saarländischen Landesregierung, die umfangreiche Evaluation entgegen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand eine Online-Befragung. Angeschrieben wurden 2700 Teilnehmende aus den Jahren 2010 bis 2012. 725 Menschen hatten den Fragebogen zurückgeschickt. Zusätzlich zu der Online-Befragung, wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Telefon-Interview befragt. Außerdem wurden Kooperationspartner wie Verkehrsunternehmen und Umweltverbände um ihre Einschätzung der Aktion gebeten.

„Die Aktion Autofasten hat sich bewährt. Sie ist in der Öffentlichkeit bekannt und hat sich etabliert. Insgesamt ist sie Symbol für die Regionen übergreifende Zusammenarbeit der christlichen Kirchen und für die themenzentrierte Zusammenarbeit zwischen kirchlichen und weltlichen Organisationen“, sagte Göpfert-Divivier. Zudem habe die Aktion Autofasten das Potenzial für eine Marke, die für Engagement zur Bewahrung der Schöpfung und einen schonenden Umgang mit den Ressourcen stehe.

„Es scheint zu gelingen, die Spiritualität des christlichen Fastens mit einem aktuellen, politischen Thema zu verbinden. Damit wird das Fasten neu erklärt und der Einsatz für die Umwelt – oder christlich für die Schöpfung – betont und beworben“, sagte Lames. Ein Grund zur Freude sei es, wenn über die Hälfte der Autofasterinnen und Autofaster feststellten, dass die Aktion das Bewusstsein für den Klimaschutz schärfe.

Fast die Hälfte der Befragten meint, die Aktion erreiche zu wenig Menschen. Deshalb enthält die Studie interessante Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Autofastens. Dies wollen die Träger aufgreifen. „Unsere Ziel ist es, Autofasten noch attraktiver zu machen und die Kommunikation unter allen Beteiligten zu verbessern“, sagt Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann. Er selbst habe viele positive Erfahrungen beim Autofasten gemacht, sei aber auch immer wieder an Grenzen gestoßen, etwa im ländlichen Raum. Dies alles gelte es bei den Überlegungen zu berücksichtigen.

Beide Kirchenvertreter sind sich einig: „Die Studie hat klar gezeigt, die Aktion muss auch nach 15 Jahren weitergeführt werden.“ Das sei Aufforderung und Ansporn zugleich.

Weitere Infos: www.autofasten.de

Hintergrund

Träger der Aktion Autofasten sind die Bistümer Trier, Mainz und Speyer, der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, die Evangelischen Kirchen im Rheinland, in Hessen-Nassau und in der Pfalz sowie die Katholische Kirche im Großherzogtum Luxemburg.

Die beteiligten Kirchen rufen dazu auf, in der Fastenzeit das Auto möglichst oft stehen zu lassen. Stattdessen sind die Menschen eingeladen, das Auto zu ersetzen: durch Radfahren, Busse und Bahnen oder einfach zu Fuß gehen. Und wenn das Auto nicht zu ersetzen ist, dann Sprit sparend zu fahren, Elektromobile auszuprobieren oder sogar anzuschaffen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder das Auto mit anderen zu teilen (car-sharing).

Unterstützt wird die Aktion durch die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen, der Regierung des Großherzogtums Luxemburg sowie durch Verkehrsverbünde, Verkehrsunternehmen, Fahrradverleiher, Car-Sharing Unternehmen, den Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), den Naturschutzbund Deutschland (NABU), das Mouvement écologique, Greenpeace Luxembourg, den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), VELO mobil, den Verkehrsclub Deutschland (VCD) und viele mehr.

Düsseldorf/Trier / EKiR-Pressestelle / 24.01.2013


Pressekontakt