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Historisches Dokument ist ab 30. Juni in Wuppertal zu sehen

80 Jahre Barmer Theologische Erklärung: Westfälische Kirche leiht das Original aus

Pressemitteilung Nr. 93/2014

Eigentlich liegt die letzte, handschriftlich überarbeitete Fassung der Barmer Theologischen Erklärung gut verwahrt im Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen. In den kommenden Monaten aber wird das historische Dokument, das gerade 80 Jahre alt geworden ist, öffentlich zu sehen sein: in der Ausstellung „Gelebte Reformation – Barmer Theologische Erklärung“ in der Gemarker Kirche in Wuppertal-Barmen. Die westfälische Präses Annette Kurschus übergab das Dokument jetzt als befristete Leihgabe an ihren rheinischen Kollegen Manfred Rekowski.

Vor 80 Jahren – Ende Mai 1934 – wurde in Wuppertal die Barmer Theologische Erklärung verabschiedet. Diese biblisch begründete Absage an den Allmachtsanspruch der Nationalsozialisten gilt als zentrales Dokument des Kirchenkampfes in der NS-Zeit und gehört heute zu den wegweisenden Glaubenszeugnissen der Kirche im 20. Jahrhundert. Anlässlich des Jubiläums der Erklärung, auf die sich auch heute noch Kirchen weltweit berufen, ist am historischen Entstehungsort der Barmer Theologischen Erklärung, in der Gemarker Kirche in Wuppertal-Barmen eine Dauerausstellung entstanden.

Das Dokument, das sonst im Archiv der westfälischen Kirche liegt, entstammt den Akten des Präsidiums der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche. Die Akten lagen beim früheren westfälischen Präses Karl Koch (1867-1951), der auch Präses der Bekenntnissynoden war, in Bad Oeynhausen. Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht aus seinem Haus gewiesen und nahm die Unterlagen mit nach Bielefeld. Da er in seiner dortigen Wohnung aber keinen Platz für die Akten hatte, wollte er sie entsorgen, übergab sie dann aber auf dessen Bitte hin an Pastor Wilhelm Niemöller (1898-1983). Niemöller nahm sie in sein Archiv der Bekennenden Kirche auf. 1963 übergab er seine Sammlung dann dem Landeskirchlichen Archiv Bielefeld.

Die neue Ausstellung, in die auch mit Unterstützung der Bundesregierung und der nordrhein-westfälischen Landesregierung 350.000 Euro investiert wurden, wird am Montag, 30. Juni 2014, um 18 Uhr durch Präses Manfred Rekowski und die Wuppertaler Superintendentin Ilka Federschmidt eröffnet.

Hinweis an die Redaktionen: Das zur Pressemitteilung gehörende Foto zeigt die westfälische Präses Annette Kurschus und ihren rheinischen Amtskollegen Manfred Rekowski bei der Übergabe der Leihgabe – beide mit Handschuhen ausgestattet, um das empfindliche Dokument zu schützen. Der Abdruck ist bei Fotohinweis: EKvW honorarfrei.

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Düsseldorf/Bielefeld / EKiR-Pressestelle / 10.06.2014


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