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Ökumenischer Gottesdienst am Buß- und Bettag im Dom zu Trier

Präses Rekowski: „Eine Ökumene der Umkehr ist möglich“

Pressemitteilung Nr. 156/2013

Achtung, Sperrfrist: Mittwoch, 20. November 2013, 19.30 Uhr! Es gilt das gesprochene Wort.

Eine Ökumene der Umkehr ist möglich. Das hat Präses Manfred Rekowski beim Ökumenischen Gottesdienst zum Buß- und Bettag im Trierer Dom am Mittwochabend (vgl. Sperrfrist!) unterstrichen. „Ein ökumenischer Gottesdienst am Buß- und Bettag ist eine Gelegenheit innezuhalten. Für den Einzelnen, aber auch für uns als Kirchen. Wir tragen Verantwortung für die Geschichte unserer Kirchen. Wir können nichts ungeschehen machen“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland im Gottesdienst, den er gemeinsam mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann leitete: „Aber wir können mit Bedacht das Gebet beten, das Jesus uns gelehrt hat und in dem es heißt: Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern. Die Bereitschaft zu vergeben ist das eine. Um Vergebung zu bitten – Gott und die Menschen – ist das andere.“

Der Buß- und Bettag erinnere daran, dass Umkehr möglich sei, so Rekowski in seiner Predigt über den Vers „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet“ aus dem 66. Psalm. „Wenn ich es mit Gott zu tun habe, der mein Gebet nicht verwirft, dann darf ich vor Gott so sein wie ich bin: so unsicher, so besorgt und ängstlich, so verletzlich, so müde, so mutlos.“ Im Gebet vor Gott müsse der Mensch sich nicht für gut verkaufen, sagte Rekowski. Weil Gott dem Menschen gütig begegne, könne man auch auf das sehen, was falsch und schwierig im eigenen Leben ist.

Fragen nach der Schuld der eigenen Kirche

Was für den einzelnen Menschen gelte, gelte aber auch für die Kirchen: „Egal, was zu unserer Kirchengeschichte gehört, Gott wendet seine Güte nicht ab. Bei all dem, was wir aus gutem Grund in unseren Kirchen zu feiern haben (II. Vatikanum, Reformation), gilt doch auch für die Geschichte unserer Kirchen: Sie ist ja keine Geschichte, von der wir ohne jede Einschränkung sagen könnten: ,Und siehe, sie ist sehr gut’.“ Deswegen, das machte der rheinische Präses deutlich, könne er als Protestant mit Blick auf seine Kirche auch genau hinsehen: „Was hat die protestantische Kirche anderen Konfessionen abgesprochen? Wie haben wir das konfessionelle Eigeninteresse an die erste Stelle gesetzt? Wo haben wir die Rechte und die Würde von Christinnen und Christen anderer Konfession verletzt? Wie lange hat es auch in der evangelischen Kirche gebraucht, die das Priestertum aller Gläubigen vertritt, bis Frauen Pfarrerinnen werden konnten?“

Wer so auf sich selbst schaue und diese Selbsterkenntnis im Gebet vor Gott bringe, habe die Chance auf Veränderung, machte Manfred Rekowski deutlich: „Wer betet, gibt nicht auf. Wer betet, überlässt diese Welt nicht sich selbst. Wer betet, erwartet viel von Gott. Wer betet, hofft auf Veränderung und vertraut darauf, dass Umkehr möglich ist. In diesem Sinne ist auch eine Ökumene der Umkehr möglich.“

Der Ökumenische Gottesdienst, den die jeweiligen Leitenden Geistlichen des Bistums Trier und der Evangelischen Kirche im Rheinland seit Jahrzehnten traditionell am Buß- und Bettag feiern, beginnt morgen, Mittwoch, 20. November 2013, um 19 Uhr in der Hohen Domkirche zu Trier. Er steht unter der Überschrift „Kinder Gottes durch den Glauben“.

Düsseldorf/Trier / EKiR-Pressestelle / 19.11.2013


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