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Oberkirchenrätin Barbara Rudolph predigt zur Interkulturellen Woche

Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten

Pressemitteilung Nr. 145/2014

Wenn Menschen Gemeinsamkeiten miteinander finden jenseits der viel offensichtlicheren Unterschiede, dann steht der Himmel offen und man kann eine Ahnung bekommen von einer offenen Gesellschaft, in der jeder nicht nur Großzügigkeit erfährt, sondern auch Recht bekommt. Das sagt Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Ökumene im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland, in ihrer Predigt am Sonntag, 21. September, ab 10 Uhr in der Berger Kirche in Düsseldorf. Mit diesem Gottesdienst wird für Nordrhein-Westfalen die Interkulturelle Woche eröffnet.

Hinweise auf die Gemeinsamkeiten von Menschen verschiedener Herkunft bieten der Anfang des Grundgesetzes mit dem Satz von der unantastbaren Würde des Menschen, sagt Rudolph, oder der Anfang der Bibel mit dem Satz, Gott habe den Menschen nach seinem Bilde geschaffen. in ihrer Predigt liest Oberkirchenrätin Rudolph die biblische Geschichte von Ruth mit Blick auf das Motto der Interkulturellen Woche: Gemeinsamkeiten finden – Unterschiede feiern. Auch dort sind die Unterschiede offensichtlich: Ruth ist Ausländerin aus Moab, arm, eine Frau, sie kennt ihre Rechte nicht. Boas, ihr späterer Mann, ist Einheimischer, Grundbesitzer, ein Mann und er kennt Tradition und Regeln. Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten: Sie arbeiten auf demselben Feld, sie unterstehen demselben Rechtssystem und sie sind verwandt. Demnach hat Ruth, die Bittende, sogar Anspruch auf Versorgung durch Heirat. Das wirft ein neues Licht auf Boas, der zwar großzügig ist, aber doch erst gebeten werden muss, der Fremden ihr Recht einzuräumen. Der Satz „Alle Menschen sind Ausländer, fast überall“ lasse sich auch umkehren, sagt Barbara Rudolph: „Alle Menschen sind hier zu Hause. Jedenfalls die, die hier leben.“

Eine Feier wie die Hochzeit am Ende der Geschichte von Ruth ist im Neuen Testament ein Bild für das Himmelreich. Wir seien noch nicht im Hochzeitssaal angekommen, sagt Oberkirchenrätin Rudolph, doch an einem Sonntag, an dem Gemeinsamkeiten gefunden und Unterschiede gefeiert werden, könne man die offene Gesellschaft ahnen, die Lichter des Festes sehen und die Musik hören.

www.interkulturellewoche.de

Düsseldorf / 19.09.2014


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