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Jugendliche müssen einen eigenen Weg finden, das ist ein großes Thema - und das hat die Schülerinnen- und Schülerarbeit im Blick.

Jugendliche müssen einen eigenen Weg finden, das ist ein großes Thema - und das hat die Schülerinnen- und Schülerarbeit im Blick.

Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit im Rheinland

Markantere Schwerpunkte

Neue Angebote für Schülerinnen und Schüler: Die Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit im Rheinland (ESR) stellt sich nach ihrem „Restart“-Fest im Hackhauser Hof neu auf. Im Interview erklärt die ESR-Vorsitzende Pfarrerin Dr. Beate Sträter, wie die ESR vor allem die "Lebenswirklichkeit Europa" von Jugendlichen aufnimmt.

Dr. Beate Sträter

Dr. Beate Sträter

Was verbirgt sich hinter dem „Restart“?

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat bis jetzt unsere Arbeit unterstützt und unter anderem einen Landesschülerpfarrer finanziert. Das wird 2018 in dieser Form zu Ende gehen. Wir haben lange versucht das zu verhindern. Wir konnten es aber nicht abwenden und haben deshalb gesagt, dass wir das Profil der Schülerinnen- und Schülerarbeit und die Arbeitsansätze in der außerschulischen Arbeit beibehalten wollen. Diese Arbeit setzt weiter stark auf die Partizipation von Schülerinnen und Schülern und die ehrenamtlich Mitarbeitenden.

Welche neuen Schwerpunkte setzen Sie in ihrer Arbeit?

Wir wollen unsere Schwerpunkte markanter setzen. Wir haben die Bereiche interkulturelle und interreligiöse Arbeit, internationale Begegnung und Friedensarbeit. In unserem Tagungsangebot werden wir hauptsächlich auf diese Schwerpunkte setzen. Wir sind weiter ein Jugendverband in der Evangelischen Jugend im Rheinland. Als Verein haben wir zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt. Das Ziel ist es, diese beiden Stellen auch langfristig abzusichern, auch indem wir Projektmittel einwerben. Wir sind optimistisch und hoffen, dass gerade diese Angebote bei den neuen Anforderungen an die Jugendarbeit weiter an Bedeutung gewinnen.

Welche Chancen und Herausforderungen bieten die neuen Strukturen?

Die neuen Strukturen sind in der Tat eine Herausforderung. Wir haben jetzt zwei Teilzeit-Mitarbeiterinnenstellen, einen ehrenamtlichen Vorstand und Menschen, die uns ehrenamtlich mit Rat und Tat unterstützen. Wir müssen probieren, ob und wie das funktioniert, sind aber ganz optimistisch. Mit der Schwerpunktsetzung hoffen wir eine Vielzahl an neuen Partnern zu gewinnen. Jugendlichen, die teilnehmen oder sich ehrenamtlich bei uns engagieren, hoffen wir ganz andere Lernerfahrungen zu bieten. Es gibt verschiedene Perspektiven. Gerade in der aktuellen politischen Debatte sollten wir den europäischen Aspekt stärken. Für Jugendliche ist Europa mehr als eine Idee, sondern Teil ihrer Lebenswirklichkeit. Das muss gefüllt werden mit Inhalten wie Demokratie, Menschenrechte, Friedensarbeit und Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Kulturen.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie dabei zusammen?

Es gibt bereits Veranstaltungen mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk und Kontakte nach Griechenland. Wir hatten Veranstaltungen mit Teilnehmenden aus Kroatien. Wir kooperieren mit einer Organisation aus Berlin, die mit niederländischen Schülerinnen und Schülern arbeitet, die nach Deutschland kommen. Das soll ausgebaut werden. Es gab in der Vergangenheit auch schon Tagungen mit der Waldenser-Kirche und der Koptischen Jugend. Wir werden außerdem schauen, wie wir mit den muslimischen und jüdischen Jugendorganisationen in Deutschland in Kontakt kommen. Außerdem gibt es Schul- und Städtepartnerschaften, die Ansatzpunkte sein können. Ende des Jahres beziehen wir ein neues Büro im Haus der Kirche in Köln, wo wir uns viele weitere Vernetzungen wünschen. Wir fangen im neuen Jahr an, uns um diese Dinge ausschließlich zu kümmern.

Welche Rolle spielen gesellschaftliche Veränderungen in der Arbeit der ESR?

Es gibt viele Herausforderungen, denen Jugendliche sich heute stellen müssen. Einen eigenen Weg für das Leben zu finden, das ist für Jugendliche angesichts der unendlich vielen Möglichkeiten ein ganz großes Thema. Wir möchten gerade in Zeiten der gesellschaftlichen Polarisierung Impulse geben, mit denen Jugendliche sich auseinandersetzen können. Es geht darum, den ganzen Bereich des interreligiösen und interkulturellen Lernens noch einmal gezielt pädagogisch zu organisieren. Hierfür wollen wir außerschulische Tagungsangebote machen, wollen aber durchaus auch mit Schulen für Projekte in diesem Themenspektrum kooperieren.

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ekir.de / rtm, Foto ESR/Archiv / 22.11.2017


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