Logo EKiR
Hans-Joachim Wefers

Hans-Joachim Wefers ist Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Kleve.

Nominierungsarbeit und Gremienkultur (4)

Ein möglichst großes Potenzial an Ideen und Gaben

Eine Geschäftsordnung für Nominierungsausschüsse helfe Klarheit und Transparenz in das Verfahren zu bringen. Das betont der Superintendent des Kirchenkreises Kleve Hans-Joachim Wefers im ekir.de- Interview. Der Beitrag beschließt die Reihe zu Nominierungsarbeit und Gremienkultur in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

In Ihrem Kirchenkreis gibt es eine Satzung für einen Nominierungsausschuss – und dazu eine Geschäftsordnung. Das klingt erst einmal nach Bürokratie. Können Sie sagen, was darin geregelt wird?

Zuerst möchte ich richtig stellen, es gibt keine Satzung für den Nominierungsauschuss, sondern lediglich eine Geschäftsordnung für die Arbeit des Nominierungsausschusses. Diese regelt vor allem die Rechte des Nominierungsausschusses z. B. neben eingegangenen Vorschlägen auch selbst Kandidatinnen oder Kandidaten zu suchen und eine Vorauswahl für die Kreissynode vorzubereiten. Außerdem regelt die Geschäftsordnung, wer für anstehende Wahlen Vorschläge einreichen kann.

Wie hilft die Geschäftsordnung bei der Besetzung von Gremien?

Die Geschäftsordnung hilft Klarheit und Transparenz in das Verfahren zu bringen. Jede und jeder weiß, was und wie gespielt wird und kann sich in einem geordneten Verfahren daran beteiligen. Außerdem gibt die Geschäftsordnung das Ziel einer gendergerechten Besetzung vor und hilft somit dieses zu erreichen.

Was hat sich in Ihrem Kirchenkreis durch dieses Nominierungsverfahren verändert?

In der Praxis sind die Veränderungen vor allem in der größeren Transparenz zu sehen, ich persönlich würde mir wünschen, dass auch das in der Geschäftsordnung vorgesehen Vorschlagsverfahren noch stärker gelebt würde.

Welche Kriterien sind für die Besetzung von Gremien aus Ihrer Sicht wichtig?

Zunächst tatsächlich die gendergerechte Besetzung. Darüber hinaus eine möglichst große Diversität hinsichtlich der Alterszusammensetzung, beruflicher Erfahrung und Kompetenzen, Charaktereigenschaften und persönliche Profile und der persönlichen Frömmigkeit. Außerdem halte ich auch Menschen mit „Außenblick“ für kirchliche Gremien sehr wertvoll.

Um „Vielfalt gestalten“ im Nominierungsprozess ging es am Studientag. Worin liegt der Gewinn für Gemeinden, Kirchenkreise und Landeskirche bei mehr Vielfalt?

Mir geht es um ein möglichst großes Potenzial an Ideen und Gaben zur Lösung anstehender Aufgaben in Kirche und Gesellschaft.

Welche Gruppen oder Personen gilt es zu Gremienarbeit zu ermuntern?

Sicher junge Leute, kritische Menschen, Menschen aus möglichst vielen „Milieus“, auch solche mit wohlwollender Distanz zur Kirche.

Hans-Joachim Wefers ist seit 2008 Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Kleve.

06.06.2016


EKiR von A-Z