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Belastung durch Unterricht: Landesjugendpfarrerin wirbt für mehr Freiräume

„Jugendliche wollen sich engagieren, schaffen es aber nicht mehr“

Pressemitteilung Nr. 25/2014

Einstimmig hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland heute den Jugendbericht 2014 zur Kenntnis genommen. „Evangelische Jugendarbeit ist nach wie vor ein Schatz“, sagte Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer am Vormittag bei ihrer Einführungsrede zum Jugendbericht. Jugendliche würden sich nach wie vor stark in der evangelischen Kirche engagieren. Die sich verändernden Lebensumstände in ihrem Alltag mit Ganztagsschulen, G8 und Bachelorstudiengängen würden dies aber zunehmend erschweren. „Unsere Jugendlichen wollen sich engagieren, sie schaffen es aber nicht mehr“, stellte Enthöfer fest. Eine Initiative der Jugendverbände zu einem „Bündnis für Freiräume“ hat das Ziel, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Auch auf die Auswirkungen von gesellschaftlichen Veränderungen macht der Jugendbericht, der alle vier Jahre den Synodalen vorgelegt wird, aufmerksam und kritisiert die Institutionalisierung von Kindheit. Es gäbe kaum noch Freizeit ohne professionelle Aufsicht. Eine „Straßenkindheit“ mit zweckfreien Treffen trete immer weiter in den Hintergrund. Ein weiterer Kritikpunkt sind ungleiche Zukunftsperspektiven: Obwohl Jugendliche in Deutschland im europäischen Vergleich relativ gute Ausbildung und Beruf hätten, gebe es immer noch zu viele Kinder und Jugendliche, die in Armut leben müssen.

Der Glaube und die Religiosität von Jugendlichen stellt die Kirche vor Herausforderungen. Laut Studien haben 30 Prozent der Jugendlichen einen transzendenten Glauben, der Rest sei äußerst diesseitig geprägt mit einem Glauben an allgemeine Werte wie Familie, Freundschaft, Glück. Jugendliche können gut ausdrücken, was sie glauben, hat Simone Enthöfer beobachtet. „Häufig ist das aber fernab vom kirchlichen Sprachgebrauch.“ Darauf müsse sich Kirche einstellen. Denn viele Jugendliche hätten das Gefühl, ihre Fragen kämen in der Kirche nicht vor, stattdessen erhielten sie Antworten auf Fragen, die sie nicht gestellt haben.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 20.01.2014


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