Logo EKiR

Plakat- und Informationskampagne der VEM startet am 10. Dezember

Gegen Menschenhandel. Für Menschenrechte.

Pressemitteilung Nr. 191/2014

Menschenhandel gibt es fast überall auf der Welt. In Afrika sind zwei Drittel der Opfer Kinder. Mit 11,7 Millionen ist die Zahl der Arbeitssklavinnen und -sklaven in Asien am höchsten. Doch auch in Europa ist Menschenhandel ein alltägliches Phänomen. Nach Angaben des „Bundesweiten Koordinierungskreises gegen Frauenhandel und Gewalt gegen Frauen im Migrationsprozess“ (KOK) wurden in Europa Opfer von Menschenhandel aus 122 Nationen entdeckt.

Die Arbeitsorganisation ILO schätzt, dass 4,5 Millionen Menschen sexuell ausgebeutet werden. 55 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Von den mehr als 20 Millionen modernen Arbeitssklaven sind 5,5 Millionen Kinder. Menschenhandel ist ein profitabler, globaler, krimineller Wirtschaftszweig, in dem Gewinne in dreistelliger Milliardenhöhe erzielt werden.
„Perspektivlosigkeit und Armut sind meist die Ursachen von Menschenhandel“, so Dr. Jochen Motte, Vorstandsmitglied der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und Initiator der Aktion, anlässlich der neuen VEM-Menschenrechtsaktion „Gegen Menschenhandel. Für Menschenrechte.“ Heute wurde die Aktion gemeinsam mit der Evangelischen Kirche im Rheinland offiziell vorgestellt. „Oft gehen legale Formen von Arbeitsmigration in illegale über. Erschreckend ist, welche Ausmaße Menschenhandel in einer globalisierten Welt angenommen hat und das nicht nur in Asien und Afrika, sondern auch bei uns hier in Europa und Deutschland.“

Präses: Strikte Ablehnung jeder Art von Sklaverei und Menschenhandel

„Wie Christinnen und Christen sich zu Sklaverei und Menschenhandel zu verhalten haben, ist klar und eindeutig durch Jesus Christus vorgegeben“, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski. „Im Matthäusevangelium, Kapitel 25, heißt es: ,Was ihr getan habt einem von diesem meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mit getan.’ Das bedeutet eine strikte Ablehnung jeglicher Form von Sklaverei und Menschenhandel. Menschen dürfen in keinem Fall zum Eigentum werden. Von diesem Grundsatz dürfen Christinnen und Christen nicht abweichen“, betonte Rekowski. Menschenhandel sei vermutlich nahezu so alt wie die Menschheit selbst. Auch der Bibel sei Menschenhandel nicht fremd, betonte der Präses und nannte als Beispiel – im ersten Buch Mose – Joseph, der für 20 Silberstücke an Händler verkauft wurde, die ihn wiederum an einen ägyptischen Beamten weiter verkauften, in dessen Haus er arbeiten musste. „Sicher nicht viel anders als es heute unzählige Haushaltshilfen beispielsweise in Asien unter unsäglichen Umständen tun“, sagte Rekowski.

Jochen Motte ergänzte, dass sich die Mitgliedskirchen der VEM in Asien, Afrika und Deutschland seit vielen Jahren für die Rechte von Frauen und Kindern einsetzen und versuchen, deren Rechte zu stärken. „Gemeinsam arbeiten die Kirchen in Indonesien und Hongkong daran, die Situation der Haushaltshilfen in der Millionen-Metropole Hongkong zu verbessern.“ Auch der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt gegen Frauen im Migrationsprozess habe kürzlich Forderungen aufgestellt, die die Opferrechte stärken sollen. Die Vereinte Evangelische Mission und die Evangelische Kirche im Rheinland unterstützen die Forderungen des KOK, die Deutschland betreffen. So müssten beispielsweise die Möglichkeiten Lohn und Entschädigung von den Tätern und Täterinnen einzuklagen, verbessert werden.

Menschenhandel ist nicht nur ein Problem auf anderen Kontinenten, sondern auch vor unserer Haustüre. Das machte Regine Reinalda von der Dortmunder Mitternachtsmission e. V. deutlich. Der Verein unterhält neben einer Beratungsstelle für Prostituierte auch eine Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel. „In diesem Jahr haben wir schon fast 200 Frauen beraten, die zur Prostitution gezwungen wurden. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern der Welt, in denen Frauen arm sind“, berichtete Reinalda: „Wir bringen die Frauen und deren Kinder sicher unter, wo die Täter sie nicht finden können. Und wir unterstützen sie, wenn sie ein Strafverfahren gegen die Ausbeuter anstrengen.“ Unterstützt wird die Arbeit der Beratungsstelle auch durch Mittel der VEM.

Seit knapp 20 Jahren tritt die Vereinte Evangelische Mission für Opfer von Menschenrechtsverletzungen und für die Bewahrung der Schöpfung ein. Das Plakat zur VEM-Menschenrechtsaktion sowie weitere Hintergrund- und Projektinformationen gibt es unter www.vemission.org/menschenrechtsaktion.

 

EKiR-Pressestelle / EKiR-Pressestelle / 08.12.2014


Pressekontakt