Logo EKiR

Kirche und Apartheid: Tagung in Wuppertal

70 Fachleute aus drei Ländern zu Gast beim Studienprozess

Pressemitteilung Nr. 55/2014

Über die Apartheid und die Rolle der Kirchen diskutieren zurzeit 70 Fachleute aus Kirchen, Missionswerken und Wissenschaft in Deutschland, Namibia und Südafrika beim zweiten historischen Studienprozess in Wuppertal. 23 Kirchen und Missionswerke – darunter auch die Evangelische Kirche im Rheinland und die Vereinte Evangelische Mission (VEM) – haben diesen Studienprozess auf Anregung des Rates der EKD initiiert.

Die Konferenz stellt jetzt die Ergebnisse eines internationalen Forschungsteams über die Apartheid und ihre unmittelbare Vorgeschichte während der Tagung in Wuppertal vor. Anfang 2015 sollen die Forschungsergebnisse in einer Publikation dokumentiert werden.

„Die EKD begrüßt und unterstützt diese wirklich historische Konsultation“, so Oberkirchenrat Klaus J. Burckhardt, Referent für Afrika und Entwicklungspolitik in der EKD. „Die Beiträge von über 40 Autorinnen und Autoren aus dem südlichen Afrika und Deutschland zeichnen ein differenziertes und vielfältiges Bild der oft schwierigen Kirchenbeziehungen zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika. Aber, wer Versöhnung ermöglichen will, muss zur Erinnerung bereit sein.“

Auf einem Empfang der Evangelischen Kirche im Rheinland und der VEM gestern Abend betonte Präses Manfred Rekowski, wie sehr sich die rheinische Kirchenleitung mit dem Studienprozess identifiziere. Es sei nicht leicht gewesen, die „dunkle Seite unserer Missionsgeschichte“ zu erforschen, aber es sei notwendig gewesen. Er hoffe, dass diese Konferenz neue Chancen eröffne, zu einer gemeinsamen Haltung bezüglich der Rolle der Kirchen während des Zweiten Weltkrieges und der Apartheid zu kommen.

Der stellvertretende VEM-Generalsekretär, Dr. Jochen Motte, betonte, dass er sich von der bisher geleisteten wichtigen Aufarbeitung der Geschichte erhoffe, dass „sie uns neue Erkenntnisse in der Rolle der Kirchenbeziehungen zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika in der Vergangenheit liefert, und gleichzeitig neue Perspektiven aufzeigt, die uns weiterhelfen, unsere ökumenischen Zusammenarbeit und gemeinsame Mission in einer sich verändernden Welt zu entwickeln“.

Der Studienprozess setzt einen ersten Studienprozess fort, der 2004 im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zum 100. Jahrestag des Völkermordes und Kolonialkrieges in Namibia von der Evangelischen Kirche im Rheinland und der VEM ausgegangen war. Auf Initiative von VEM und rheinischer Kirche hatte die EKD 2007 gemeinsam mit Kirchen, kirchlichen Werken und Missionswerken – darunter auch die VEM und die Archiv- und Museumsstiftung der VEM – in Deutschland und im südlichen Afrika einen Studienprozess begonnen, in dem untersucht wird, wie es zur Trennung der evangelischen Christenheit im südlichen Afrika nach Hautfarben gekommen ist und wie sie sich ausgewirkt hat.

Düsseldorf/Wuppertal / EKiR-Pressestelle / 12.03.2014


Pressekontakt