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In Bonn hat die 23. Weltklimakonferenz begonnen. Die Teilnehmenden aus mehr als 190 Ländern wollen bei der UN-Konferenz bis zum 17. November über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beraten.

In Bonn hat die 23. Weltklimakonferenz begonnen. Die Teilnehmenden aus mehr als 190 Ländern wollen bei der UN-Konferenz bis zum 17. November über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beraten.

Klimagipfel

„Die Welt ist in Not“

Tausende Delegierte aus aller Welt sind zum Weltklimagipfel in Bonn zusammengekommen. Die Konferenz steht unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln - der Pazifikstaat ist von der Erderwärmung besonders bedroht.

Zum Auftakt des Weltklimagipfels am Montag in Bonn hat der Ministerpräsident der Fidschi-Inseln, Frank Bainimarama, mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung gefordert. In den kommenden zwei Wochen müsse alles getan werden, um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranzubringen, sagte Bainimarama, der die UN-Klimakonferenz als Präsident leitet.

„Die Welt ist in Not“, erklärte er. Die Erderwärmung verursache zerstörerische Wirbelstürme, Brände, Überflutungen und Eisschmelze. Die Fidschi-Inseln gelten als eines der am stärksten vom Klimawandel bedrohten Länder.

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad, zu begrenzen. Die Staaten sind zu diesem Zweck freiwillige Selbstverpflichtungen zur Minderung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) eingegangen, die in den kommenden Jahren verschärft werden sollen.

In Bonn soll bis zum 17. November unter anderem über die Transparenzregeln und Berichtspflichten der Vertragsstaaten beraten werden. An dem Gipfel nehmen rund 25.000 Delegierte aus mehr als 190 Ländern teil.

Hendricks: Alle müssen Anstrengungen erhöhen

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) mahnte zum Konferenzauftakt, die bisherigen Zusagen zur Senkung des CO2-Ausstoßes reichten nicht aus, um das angestrebte Ziel zu erreichen. „Alle Länder weltweit müssen ihre Anstrengungen erhöhen.“

Ungeachtet der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, erwartet Hendricks konstruktive Verhandlungen mit den Amerikanern. Die Bonner Klimagespräche sind die ersten, seit US-Präsident Trump den Ausstieg aus dem Abkommen angekündigt hat. „Wir wissen, dass US-Außenminister Rex Tillerson eine andere Position vertritt als Präsident Trump“, sagte Hendricks. Die Klimaverhandlungen liegen in den USA in der Verantwortung des Außenministeriums.

„Das Pariser Klimaabkommen ist unumkehrbar“, betonte Hendricks. Auch die EU-Kommission bekräftigte ihr Bekenntnis zum Pariser Klimavertrag. Der für Klimaschutz zuständige Kommissar Miguel Arias Canete hob die „zunehmend häufigen und intensiven Extremwetter-Ereignisse“ auf der Welt hervor. Sie verdeutlichten, wie dringlich die Herausforderungen heute seien.

 

Die Bundesregierung kündigte an, ihre Unterstützung für arme Staaten im Kampf gegen die Erderwärmung zu verstärken. Deutschland wird laut Hendricks seinen Beitrag für den Anpassungsfonds zur Unterstützung der Entwicklungsländer um weitere 50 Millionen auf insgesamt 240 Millionen Euro erhöhen.

 

„Ich hoffe, dass wir mit dieser Zusage einen ersten Impuls für eine konstruktive Verhandlungsatmosphäre setzen können“, erklärte die Ministerin. Der Anpassungsfonds wurde geschaffen, um Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels zu unterstützen.

 

ekir.de / epd, Foto: epd-bild/Meike Böschemeyer / 07.11.2017


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