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Präses schreibt zum Jahrestag des Mauerfalls an die Gemeinden

Auch 25 Jahre nach der Wende brauchen die Partnerkirchen Unterstützung

Pressemitteilung Nr. 165/2014

Mit einem Brief an die rheinischen Gemeinden hat der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 an die Umbrüche erinnert, die zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt haben, und gleichzeitig zur Unterstützung der Kirchen Mittel- und Osteuropas aufgefordert. Es gebe viel Grund für Dankbarkeit, schreibt Rekowski, für zahlreiche langjährige Partnerschaften zwischen Gemeinden, für das klare Zeugnis der Gemeinden in der DDR für eine friedliche und gewaltfreie Veränderung ihres Landes und für ein ungeteiltes Europa.

Doch er wisse auch um offene Fragen und unverheilte Wunden, schreibt der Präses weiter. Westliche Profitgier habe in der gerade errungenen Freiheit zu neuen Abhängigkeiten geführt, und nicht immer hätten die Kirchen des Westens den Beitrag der Kirchen in der ehemaligen DDR für eine zukünftige Kirche und Gesellschaft gewürdigt und ihre Impulse aufgenommen. Inmitten der jetzt selbstverständlichen Freiheit würden neue Mauern errichtet: an den Grenzen Europas oder zwischen Gewinnern und Verlierern der europäischen Einigung.

Von den Partnerkirchen höre man, wie schwer das Leben unter veränderten Bedingungen sein könne. „Auch - oder gerade - kirchliche Mitarbeitende, Pfarrer und Pfarrerinnen geraten angesichts schwieriger Arbeitsbedingungen, geringer Löhne und ungeheuer gestiegenen Lebenshaltungskosten oft an die Grenze ihrer Belastungsfähigkeit“, schreibt Präses Rekowski. Organisationen, aber auch einzelne kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen die Kirchen, die oft kleine Minderheiten in ihren Ländern sind. Zum Jahrestag des Mauerfalls rufe die „Evangelische Partnerhilfe“ auf, diese persönliche Unterstützung zu intensivieren.

„Die Evangelische Kirche im Rheinland sieht sich in der Pflicht, auch in Zukunft die Kirchen in Mittel- und Osteuropa zu unterstützen“, schreibt Rekowski. „Sie lebt von dem Reichtum des Zeugnisses, das sie in den Partnerschaften erfährt. Die ,Neugierde‘ auf das Leben und Zeugnis der Geschwister ist, auch 25 Jahre nach der Wende, groß.“

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 06.11.2014


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