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Präses Manfred Rekowski. Foto: ekir.de / Eric Lichtenscheidt

Präses Manfred Rekowski. Foto: ekir.de / Eric Lichtenscheidt

Neues Jahr 2018

Durst nach Wasser, Durst nach Gerechtigkeit stillen

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ So lautet die biblische Losung für das neue Jahr 2018. Sie kommt aus der Offenbarung des Johannes. Darauf nimmt auch Präses Manfred Rekowski in seiner Neujahrsbotschaft Bezug. Diese Verheißung gelte im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne.

Denn in den Seligpreisungen im Matthäus-Evangelium preise Jesus jene, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, so der oberste Repräsentant der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Der Durst, den wir elementar als Durst nach Wasser erleben können, ist im übertragenen Sinne auch ein Durst nach Gerechtigkeit."

Der Durst stehe darüber hinaus "im umfassenden Sinn für unser bedürftiges Leben, für unser beschädigtes Leben, für unser bedrohtes Leben. Lebendiges Wasser umsonst zu haben, bedeutet, am Leben so Anteil zu haben, wie Gott es gedacht hat: ,Leben in Fülle‘ – gelingendes Leben und friedliches Zusammenleben.“

Die Worte der Jahreslosung stehen im letzten Kapitel der Offenbarung des Johannes und sind mit der endgültigen Aufrichtung des Reiches Gottes auf Erden verbunden, erklärt Präses Rekowski: „Die Worte sind ein zentraler Bestandteil der großen Verheißung Gottes, mit der die Texte des Neuen Testaments enden. Sie meint keine Vertröstung, nicht eine Verschiebung auf eine ferne, unerreichbare Zeit."

Denn das Reich Gottes, so der zentrale Inhalt der Predigt Jesu, das Reich Gottes hebe schon jetzt an. Rekowski: "Schon jetzt ist es mitten unter uns. Schon jetzt können Menschen erleben, die unerträglichen Durst haben, dass sie von der Quelle des lebendigen Wassers schöpfen können – umsonst. Das Reich Gottes kann sich zeigen, wenn Menschen füreinander sorgen, wenn sie sich der Not anderer Menschen annehmen, wenn sie im Wortsinne und auch im übertragenen Sinne Durst löschen.“

Bedford-Strohm: "Fülle des Lebens entdecken“"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, ermutigt zum Jahreswechsel dazu, sich auf die „wesentlichen Lebensquellen“ und die „Fülle des Lebens“ zu besinnen. „"Das ist vielleicht das Wichtigste im Deutschland des Jahres 2018, einem reich gesegneten Land, in dem dennoch Knappheitsgefühle und Verlustangst überhand zu nehmen drohen: dass wir herausfinden aus dem Gefühl, zu kurz zu kommen. Und dass wir entdecken, aus welcher Fülle wir leben dürfen“", so der Ratsvorsitzende.

Essens Superintendentin: "Immer etwas von Gottes nie versiegender Quelle spüren"

"Der Durst, den ich persönlich mit diesem Wort verbinde, ist der Durst nach Leben – in all seinen Facetten und seiner Einzigartigkeit", so die Superintendentin des Kirchenkreises Essen, Marion Greve, in ihrer Botschaft zum neuen Jahr. "Gott will und kann unseren Durst nach Leben stillen, aus einer Quelle, die nie versiegt. Sein Quellwasser sprudelt, ob wir daraus schöpfen oder nicht. Wir müssen nicht dafür 'bezahlen'. Doch ich bin sicher: Gottes Angebot gilt vor allem den Gezeichneten und den Verletzten, den Gescheiterten und Bedürftigen." Allen wünscht sie, dass sie im neuen Jahr immer "etwas von Gottes nie versiegender Quelle in ihrem Leben spüren mögen".

ekir.de / jpi, neu / 30.12.2017


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