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Tschechische, italienische und französische Einblicke auf der Synode

Gäste aus der europäischen Ökumene berichten über Auf- und Umbrüche

Pressemitteilung Nr. 15/2014

Kirche ist Kirche im Umbruch, sagte Präses Manfred Rekowski in seinem Bericht vor der Landessynode der rheinischen Kirche. Von Umbrüchen in ihren Kirchen berichteten auch ökumenische Gäste in ihren Grußworten. So sprach der Vertreter der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, der Prager Joel Ruml, von missionarischen Aufbrüchen in einer Gesellschaft, die von einem kirchenfeindlichen Kommunismus geprägt worden sei. Immer mehr Tschechen entdeckten ihre religiösen Bedürfnisse und „dass es nicht vergeblich ist, die Geistlichen der einzelnen Konfessionen erneut aufzusuchen und ihnen ihre Fragen zu stellen und in der Folge oft Christus als Erlöser in der Taufe zu bekennen“, sagte Ruml in seinem Grußwort am Donnerstag. Bei allen erforderlichen Reformen solle eine Kirche nicht nur auf Managementinstrumente setzen, sondern vor allem auf Christus als den Herrn der Kirche vertrauen – auch wenn einem manchmal das näher stehe, „was wir ausrechnen, auf den Weg bringen und nachweislich geplant haben.“

Protestantische Kirche in Frankreich: Im Glauben sprachfähig werden

Welche Thesen würde Martin Luther heute an die Kirchentüren heften? „Was würden wir gerne anschlagen, öffentlich erklären und bekräftigen in Bezug auf die befreiende Gnade Gottes?“ Diese Fragen beschäftigt derzeit die noch junge Vereinte Protestantische Kirche in Frankreich, die Anfang Januar 2013 aus der reformierten und lutherischen Kirche Frankreichs hervorgegangen ist. Pfarrerin Claire Sixt-Gateuille stellte der Landessynode in ihrem Grußwort eine Kampagne vor, bei der die Kirchenmitglieder aufgerufen sind, im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 ihre Glaubensüberzeugungen zu formulieren. Ein Kalender mit zahlreichen Anregungen solle sie dabei unterstützen, sprachfähig im Glauben zu werden. Die Kampagne startet im Oktober 2014, aus den besten Aussagen soll 2017 ein Glaubensbekenntnis entstehen.

Grüße der Evangelischen Kirche der Waldenser und Methodisten aus Italien überbrachte Pastor Bruno Bellion, emeritierter Stellvertretender Moderator seiner Kirche. Er wies auf die gemeinsame Verantwortung der Kirchen für Europa hin. Nur wenn sie zusammenarbeiteten, wie in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), hätten sie eine Chance, in schwierigen Zeiten Leid zu lindern und „die frohe Botschaft in manchmal hoffnungslos aussehenden Situationen zu predigen“. Bellion ging auch auf die wirtschaftliche Situation seiner Kirche ein. Einerseits falle es ihr zunehmend schwerer, Pfarrgehälter und die für eine funktionierende Verwaltung benötigten Gelder aufzubringen – im vergangenen Jahren seien deshalb Einschränkungen bei der Pensionierung von Pfarrerinnen und Pfarrern beschlossen worden – andererseits profitiere sie von einer staatlichen Regelung, nach der Steuerzahlerinnen und -zahler ein Prozent ihrer Einkommenssteuer für die Kirchen bestimmen können. Diese Mittel dürften jedoch nur für kulturelle und diakonische Zwecke verwendet werden.

Bad Neuenahr / EKiR-Pressestelle / 17.01.2014


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