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Predigt am Ostersonntag in der Düsseldorfer Johanneskirche

Präses Rekowski: "Seit Ostern sind wir vor Hoffnung verrückt"

Pressemitteilung Nr. 68/2013

"Seit Ostern sind wir vor Hoffnung verrückt." Das hat Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in seiner Predigt am Ostersonntag in der Düsseldorfer Johanneskirche unterstrichen und sagte weiter: "Aber damit können wir gut leben und getrost sterben." "Ostern und wir" - das sei eine "Begegnung, die uns verrückt", so der 55-jährige oberste Repräsentant der rheinischen Kirche. Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, die die Christenheit an Ostern feiert, bedeute Hoffnung, Freude, Glück: "Und Ostern beginnt mit Tod und Weinen. Mit der Erfahrung, dass wir Menschen sterblich sind. Und dass uns das Leben manchmal vergeblich erscheint. Ostern ist ein 'Trotzdem' gegen all diese Todeserfahrungen. Ostern ist ein 'Obwohl', ein 'Dennoch'. Obwohl es Krankheit, Trauer, Sterben gibt, lohnt es sich zu leben. Ostern will uns aus unserer Hoffnungs- und Mutlosigkeit befreien."

Bei Kirche nicht zuerst an Kirchensteuern denken

Aus dem österlichen Glauben heraus, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, seien Christen "Protestleute gegen den Tod", sagte Präses Rekowski: "Sie sind Nachfolgerinnen und Nachfolger des lebendigen Gottes, Liebhaber des Lebens und Anwalt des Lebendigen. So richtig es ist, dass Christenmenschen für ungeborenes Leben eintreten, so notwendig und wichtig ist es aber auch, dass wir genauso entschieden für jedes geborene Leben und die gefährdete Schöpfung eintreten: Für Kinder und Jugendliche, denen die Teilhabe am Leben verwehrt wird; für Berufstätige, die vielfach gnadenlos in einem Hamsterrad laufen und funktionieren müssen; für Migranten, deren Leidenserfahrung nicht interessiert, die aber offenkundig vielfach als Bedrohung des Wohlstands angesehen werden; für Pflegebedürftige, denen das Minimum an Zuwendung und Begleitung oft nicht mehr gewährt wird."

Von der Hoffnung, die sich auf Ostern, auf die Auferstehung Christi, gründet, müsse die Kirche Reden machen, betonte Manfred Rekowski bei seiner ersten Osterpredigt als rheinischer Präses: "Es läuft doch etwas falsch, wenn fast jeder mit der Kirche zuerst 'Kirchensteuern' in Verbindung bringt, aber viel weniger bekannt ist: Hier ist der Ort, wo Menschen zur Hoffnung angestiftet werden. Zur Kirche gehören Menschen, die dem trauen, der den Weg in den Tod gegangen ist. Und der auf diesem Weg von Gott nicht losgelassen wurde. Diesem Christus zu vertrauen - und von ihm vernehmbar und vielstimmig zu reden, ist unsere Aufgabe. Dann wird unsere Kirche als österliche Oase der Hoffnung und nicht als  Quelle mal mehr oder mal weniger sprudelnder Kirchensteuern wahrgenommen."

 

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 02.04.2013


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