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Nicht nur der Not gehorchen, sondern über die Zukunft der Gemeinden nachdenken

Vizepräses Pistorius sprach vor der Synode Krefeld über die Lage der Kirche

Pressemitteilung Nr. 88 /2015

Vizepräses Christoph Pistorius hat seine Kirche zu einem realistischen Blick in Zukunft ermutigt. Weil sich die Bevölkerungszahl verringere und die Alterspyramide „in die Jahre komme“, lasse sich verlässlich sagen: „Wir werden weiter weniger werden.“ Die rheinische Kirche habe keinen Anlass davon auszugehen, dass dieser Trend sich in näherer Zukunft umkehre, sagte Pistorius in einem Vortrag zur „Lagebestimmung“ vor der Synode des Kirchenkreises Krefeld (vgl. Sperrfrist!). Von einem in manchen kirchlichen Kreisen beliebten „Wachsen gegen den Trend“ könne nur dann ernsthaft gesprochen werden, „wenn wir dabei allein auf die Kraft des heiligen Geistes hoffen und vertrauen“, sagte Pistorius weiter.

Unrealistische Zukunftsvisionen und Machbarkeitsvorstellungen dürften die Kirche und ihre Mitarbeitenden nicht in eine Erschöpfungsdepression führen. „Wäre es nicht ein angemessenes und geistlich begründetes Ziel, wenn die Evangelische Kirche unserer Gesellschaft Vorbild dafür wird, sich solide kleiner zu setzen, oder sich zumindest mit einem normalen jährlichen zyklischen Wachstum zufrieden zu geben?“, fragte Pistorius selbstkritisch. „Wieso tun wir immer so, als wären die Welt-Gesellschaft oder die Arbeitsfelder der Evangelischen Kirche im Rheinland nur fruchtbarer Boden?“, sagte der Vizepräses in Anspielung auf das biblische Gleichnis von der selbstwachsenden Saat aus dem Markusevangelium, Kapitel 4.

Freilich dürften bei einer realistischen Situationsanalyse die Ängste der Menschen vor einem Verlust kirchlicher Aufgaben und ihre Trauer darüber nicht ausgeblendet werden. „Diese Verlustängste und Trauer sind ein Zeichen dafür, dass Menschen in guter Beziehung zu ihrer Kirche stehen, dass diese Kirche ihnen Heimat und Vertrautheit geboten hat“, so Pistorius weiter.

Der rheinische Vizepräses beließ es in Krefeld nicht bei einer Bestandsaufnahme. „Wenn wir nicht nur der Not gehorchen wollen, ist es unsere Aufgabe, über unsere Gemeinden und Pfarrbilder nachzudenken und sie auf einen guten Weg zu bringen“, sagte Pistorius. Von den unterschiedlichen Formen von Kooperationen und anderer Formen der regionalen Zusammenarbeit über neuen Gemeindeformen bis hin zur Ausgestaltung des Pfarrdienstes gebe es zahlreiche Möglichkeiten, Kirche in der Zukunft zu formen. „Diese Arbeit wird im Wesentlichen in den Presbyterien und Kirchenkreisen mit den entsprechenden Ortskenntnissen zu leisten sein“, so der Vizepräses weiter: „Das Landeskirchenamt und die Personalabteilung sehen ihre Aufgabe in der Beratung und Prüfung sowie der anschließenden rechtlichen Absicherung. Es geht darum, Spielräume zu eröffnen.“

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 27.04.2015


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