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Bundeskongress in Köln: Präses Rekowski würdigt Arbeit der Notfallseelsorge

„Manchmal werden Sie zu Menschen, die aushalten, was nicht auszuhalten ist“

Pressemitteilung Nr. 155/2015 

Präses Manfred Rekowski hat die Arbeit der Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger gewürdigt: „Mich hat am 17. April der Gottesdienst hier in Köln für die Opfer des Flugzeugabsturzes sehr bewegt“, sagte der Leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland am Abend im Gottesdienst anlässlich des Bundeskongresses Notfallseelsorge und Krisenintervention, der noch bis morgen in der Domstadt tagt: „Mehr als 1500 Menschen waren im Dom zusammengekommen, darunter rund 500 trauernde Angehörige aus über zehn Nationen, um Raum zu finden für ihre Trauer und ihr Gedenken. Beeindruckend fand ich, wie die auf unterschiedliche Weise betroffenen Menschen – von den Angehörigen bis zu den Mitarbeitenden der Fluggesellschaft, von den Schülern in Haltern bis zum Co-Piloten – im Gottesdienst vorkamen und im Blick waren mit ihrer je eigenen Situation.“


Es gebe in manchen Situationen, in die die Mitarbeitenden der Notfallseelsorge und Krisenintervention gerufen werden, keinen Trost und keine Entlastung, stellte Rekowski in seiner Predigt in der Trinitatiskirche fest: „Aber es gibt Nähe und den Zuspruch, dass jemand nicht alleine ist mit dem, was ihn betroffen hat. Manchmal werden Sie zu Menschen, die aushalten, was nicht auszuhalten ist. Und indem Sie da sind, indem Menschen da sind, die Schmerz und Verlust aushalten, die da sind, wo Menschlichkeit gebraucht wird, fließt lebendiges Wasser – manchmal nur als ein kleines Rinnsal, aber mit Gottes Hilfe fließt das Wasser der Hoffnung auch in Strömen. Es zeugt von einem unvergänglichen Leben, dessen Macht weiter reicht als unser Sehen und Begreifen. Durch Sie als Mitarbeitende der Notfallseelsorge und Krisenintervention wie durch die Zuwendung der vielen Einsatzkräfte neben und mit Ihnen fließt symbolisch dieses Wasser und es hat verwandelnde, ins Leben führende Macht.“


Am Bundeskongress Notfallseelsorge und Krisenintervention, der gestern begonnen hat, nehmen rund 500 Fachleute aus dem deutschsprachigen Raum teil.

Köln / EKiR-Pressestelle / 17.09.2015


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