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Landeskirchenrätin Busch predigt beim Friedensgebet in Büchel

„Unter der freundlichen Grasnarbe liegen die Silos mit todbringenden Atomraketen“

Pressemitteilung Nr. 186/2015 

Büchel. Auf dem Weg zum Frieden reiche eine friedliche Gesinnung also solche nicht aus. Das hat Landeskirchenrätin Christine Busch am Nachmittag bei einem Friedensgebet vor dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel unterstrichen. Jesus selbst spreche in der Bergpredigt – wörtlich übersetzt – davon, Frieden zu machen: „Frieden machen heißt: sich einmischen, Freundinnen und Freunde des Friedens suchen, sich verbünden, die Stimme erheben, sich zeigen, sich erkennbar machen“, sagte die stellvertretende Leiterin der Abteilung Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland in ihrer Predigt vor dem Bundeswehrstandort, der als der einzige in Deutschland gilt, an dem US-Atomwaffen gelagert werden.

„Wir stehen an einem Ort des großen Widerspruchs, von dem wir in der Evangelischen Kirche im Rheinland sagen: er ist ein Stachel im Fleisch, eine Wunde in diesem Land. Denn unter der freundlichen Grasnarbe liegen die Silos mit den todbringenden Atomwaffen. An diesem Geschwader-Stützpunkt hängen viele Ausbildungs- und Arbeitsplätze; er ist ein wichtiger Faktor in einer strukturschwachen Region“, beschrieb Busch die Situation vor Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit, die im Rahmen eines Workshop-Tags auch in die Eifel gekommen waren: Gegen die 20 amerikanischen Atomsprengköpfe werde seit 20 Jahren friedlich protestiert. „2010 hat der Deutsche Bundestag den Abzug aller Atomwaffen beschlossen. Der US-amerikanische Präsident hat sich gegen Atomwaffen ausgesprochen. Doch heute wissen wir: Die Atomsprengköpfe und die Tornado-Träger sollen modernisiert und die Landebahn dieses Flugplatzes soll erneuert werden. Das ist der große Widerspruch: das Eine sagen, das Andere tun. Den Abzug beschließen und die nukleare Teilhabe pflegen. Gedanklich und strategisch mit dem Tod spielen. Büchel liegt an der ,via negativa’ dieses Pilgerweges des Friedens und der Gerechtigkeit; es ist ein Schmerzpunkt.“

Widerspruch ist nötig

Die Bergpredigt Jesu weise andere Wege zum Frieden, machte die rheinische Landeskirchenrätin deutlich. Deswegen sei auch Widerspruch nötig, „wenn man uns glauben machen will, dass Sicherheit militärisch zu gewinnen und dass dies eine Voraussetzung für den Frieden sei. Widerspruch ist nötig, wenn man erklärt, dass atomare, biologische, chemische und konventionelle Waffen der Friedenssicherung dienen oder eine Machtbalance gewährleisten würden. Öffentlicher Widerstand ist gefragt, wenn man militärische Gewalt als eine Option ausweist, die in unserem Namen geschieht oder geschehen kann.“

Büchel / EKiR-Pressestelle / 05.11.2015


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