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Pfarrerin rät: Urlaub nicht mit überhöhten Erwartungen überfrachten

Fünf Tipps, damit die schönste Zeit im Jahr nicht zum Horrortrip wird

Pressemitteilung Nr. 107/2014

Der Countdown läuft: Bis zu den Schulferien und dem Urlaub ist es nicht mehr allzu weit. Doch manchmal werden die schönsten Wochen des Jahres zum Horrortrip, weil die Erwartungen an die „große Pause“ so hoch sind wie die Berge, in die die Reise geht. Und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, ist der Krach da. Damit der Urlaub eine erholsame und segensreiche Zeit werden kann, hat Christiane Vetter fünf Tipps im Gepäck. Die Pfarrerin und Beraterin von der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung in Düsseldorf rät:

1. Betrachten Sie den Urlaub als Auszeit vom Alltag, aber überfrachten Sie ihn nicht mit überhöhten Erwartungen

Was hilft, um ein wenig Abstand vom Alltag zu gewinnen und den Kopf frei zu bekommen von beruflichen oder schulischen Themen? Hängen Sie die Messlatte nicht zu hoch, betrachten Sie den Urlaub nicht als Anspruch auf ein Erlebnisfeuerwerk inklusive Leistungsdruck.  Zwei Wochen Sommerurlaub können nicht entschädigen für ein atemloses Jahr ohne private Zeit und Entspannung.

2. Planen Sie gemeinsam, schließen Sie Kompromisse

Besprechen Sie auch mit mitreisenden Kindern, was Sie jeweils gerne im Urlaub machen möchten. Suchen Sie ein Ziel, an dem man z.B. wandern und schwimmen kann, wo Strandtage und Ausflüge zu abenteuerlichen oder kulturell interessanten Orten möglich sind. Wägen Sie ab: Hotel oder Ferienwohnung, Rundreise oder Campingurlaub? Welche Kosten sind möglich, wie sind anfallende Arbeiten zu verteilen?

3. Greifen Sie auf Bewährtes zurück

Was hat Ihnen alleine, Ihrer Partnerschaft oder Familie in der Vergangenheit gut getan? Wobei hatten Sie Spaß, was hat Sie erfrischt? Vielleicht half der Erholung, sich auszuschlafen, Tage nicht minutiös durchzuorganisieren, Zeit für Gespräche, für die  Lektüre dicker Wälzer zu finden. Vielleicht aber verleitet Sie die Langeweile freier Strandtage eher dazu, kurz die dienstlichen Mails zu checken. Eine sportliche Herausforderung oder die Beschäftigung mit kulturellen Sehenswürdigkeiten, etwas, das Ihre ganze Aufmerksamkeit fordert, hat dann größeren Erholungswert.

4. Bearbeiten Sie grundsätzliche Krisen und Konflikte möglichst nicht im Urlaub

Bestehende partnerschaftliche oder familiäre Konflikte können sich im Urlaub, in dem man zeitlich und räumlich sehr eng zusammenlebt, zuspitzen. Bei zu hohen Glückserwartungen ist die Enttäuschung programmiert: Zwei Wochen am Strand machen aus einer zerstrittenen Partnerschaft keine harmonische Liebesbeziehung. Zwei Wochen fern von zu Hause lösen keine Schulprobleme pubertierender Kinder. Falls es Streit gibt, begrenzen Sie ihn auf das aktuelle Thema und fassen Sie sich kurz. Wenn Sie keine Möglichkeit finden, Konflikte zu lösen, suchen Sie nach dem Urlaub professionelle Hilfe. In den evangelischen Beratungsstellen hört man Ihnen zu und sucht mit Ihnen gemeinsam andere Perspektiven und Auswege. (Adressen s. Kasten)

5. Integrieren Sie positive Urlaubserfahrungen in Ihren Alltag

In zwei oder drei Wochen gelungener Urlaubszeit kann man „die Batterie aufladen“. Das reicht jedoch nicht für ein ganzes Jahr. Auch im Alltag sollte es eine gute Balance von Anstrengung und Erholung geben. Zeit für Privates, Möglichkeit zur Entspannung gehören in jeden  Wochenrhythmus. Welche Elemente bringen Sie mit aus Ihrem Urlaub, die sich in den Alltag integrieren lassen: Spaß am Schwimmen oder Laufen, Freude am Lesen, fernsehfreie Abende mit anregenden Gesprächen…?

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 25.06.2014


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