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Vizepräses erinnert vor pfälzischer Synode an das Versagen in der Nazizeit

Kirchenleitungen tragen Verantwortung für eine menschenfreundliche Gesellschaft

Pressemitteilung Nr. 85/2016 

Düsseldorf/Bad Dürkheim. An die Verantwortung von Kirchenleitungen für eine menschenfreundliche Gesellschaft hat Vizepräses Christoph Pistorius in einem Grußwort seiner Kirche an die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz erinnert. „Wir erleben zur Zeit eine immer unverhohlenere Aufführung menschenverachtender Positionen in Anlehnung an die Sprache der 30-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, Sprache einer Zeit, die in die schlimmsten Verbrechen der Menschheit führte“, sagte der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland am heutigen 1. Juni 2016 in Bad Dürkheim in Anspielung auf fremdenfeindliche Äußerungen von AfD-Mitgliedern. „Da braucht es das kraftvolle Zeugnis von Christinnen und Christen, die im Hören auf die Heilige Schrift und in der Kenntnis ihrer Geschichte Orientierung geben können für die Wahrnehmung von Verantwortung“, so Pistorius weiter.

In seinem Grußwort erinnerte der Theologe an das Versagen der rheinischen Kirchenleitung in Zeiten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und führte als Beispiel die Zusammenarbeit mit der Gestapo im Fall des Dickenschieder Pfarrers Paul Schneider an. Ihm stocke der Atem, wenn er in den Akten lese, dass Schneider wegen seines „Aufenthalts“ im Konzentrationslager die Versetzung in den Wartestand angedroht worden ist, sagte Pistorius, der im Düsseldorfer Landeskirchenamt die Abteilung Personal leitet. „Wenn man wahrnimmt, wie kirchenleitendes Handeln in der damaligen Zeit erfolgte, dann wird deutlich, dass Verantwortung nicht verjährt“, so der Vizepräses vor der Landessynode der pfälzischen Kirche, die sich mit dem Schwerpunktthema „Protestanten ohne Protest – Die evangelische Kirche der Pfalz im Nationalsozialismus“ beschäftigt.

Düsseldorf/Bad Dürkheim / EKiR-Pressestelle / 01.06.2016


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