Logo EKiR

Präses Manfred Rekowski predigt Heiligabend in Düsseldorf

„Überlegenheitsgefühle sind der Stoff, aus dem Hass, Gewalt und Terror entstehen“

Pressemitteilung Nr. 189/2016

Düsseldorf. „Weihnachten gibt es eine klare Ansage: ,Geliebt!‘“ Das unterstreicht Präses Manfred Rekowski in seiner Predigt an Heiligabend in der Düsseldorfer Johanneskirche: „Ich bin nicht abgestempelt und nicht abgeschrieben, werde nicht eingeordnet oder abgeschätzt, und ich werde auch nicht aussortiert, weil ich nicht nützlich genug bin oder weil meine Herkunft nicht stimmt.“ Das ist die Botschaft, die vom Kind in der Krippe ausgeht, sagt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Das eigene Leben sei nicht perfekt, sondern bestehe aus manchen Bruchstücken. Es gebe auch ungelebtes Leben, begrabene Hoffnungen, Selbstzweifel und Schuld. „Dennoch erfahre ich: ,Ich bin geliebt und gewollt – ich bin ein Gotteskind.‘ Ich muss weder mir noch anderen etwas beweisen. Ich muss mir meinen Wert nicht erarbeiten, ich kann zu mir stehen wie ich bin, weil Gott zu mir steht.“

Wenn im „Nahbereich unseres Lebens“ Zusammenleben gelinge, sei das schon sehr viel, so der Präses der rheinischen Kirche, die sich vom Niederrhein bis ins Saarland erstreckt: „Und doch ahnen wir alle, dass der Friede in unserer Familie und der Friede in der Welt sehr eng zusammenhängen. Wenn als Folge eines Krieges, der weit weg von uns tobt, Menschen in unserem Land, in unserer Stadt, ganz in unserer Nähe Zuflucht suchen, liegt der Zusammenhang auf der Hand: Bei uns wird es auf Dauer nicht friedlich bleiben, wenn der Friede in der Menschheitsfamilie nicht mit allen Kräften unterstützt wird. Und deshalb werden alle Versuche, die kleine nationale Familie, das eigene völkische oder religiöse Zuhause abzuschotten und hinter Grenzzäunen zu sichern und nur für das eigene Volk einen Raum des Friedens zu schaffen, uns nicht voranbringen auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens. Nein, wir sind eine große weltweite Menschheitsfamilie. Wir alle gehören zu der von Gott geliebten Welt.“

Rekowski mahnt: „Weil wir in Gottes Augen gleichwertig sind, haben wir einander nichts voraus. Kulturelle, religiöse oder nationale Überlegenheitsgefühle sind der Stoff, aus dem Hass, Gewalt und Terror entstehen. So gehen die Welt und die Menschlichkeit verloren.“ 

Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 24.12.2016


Pressekontakt