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Für bessere Chancen von jungen Menschen ohne Abschluss und Arbeit

Kirchen appellieren an NRW-Regierung: Geringqualifizierte nicht zurücklassen

Pressemitteilung Nr. 182/2017

Düsseldorf. Die evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen bitten die neue Landesregierung in Düsseldorf in einem Appell, geringqualifizierten jungen Menschen bessere Chancen auf eine reguläre Erwerbsarbeit zu eröffnen und ihnen so gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. „In der Nachfolge Jesu schauen wir gerade nach denen, die zurückgelassen werden, die den Anschluss verloren haben – wie die Kinder und Jugendlichen, für die ein Leben von Hartz IV die einzige Perspektive ist, die sie sich ausmalen können“, sagt Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Gemeinsam mit seiner Amtskollegin Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, und seinem Amtskollegen Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, hat er den Appell „Arbeit als Chance der Integration“ unterzeichnet, der Arbeitsminister Karl-Josef Laumann zugegangen ist.

In der Krise verdrängt, im Boom vergessen: Die drei Kirchen verweisen darauf, dass nach Schätzungen der NRW-Ministerien für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie Schule und Bildung vor allem in städtischen Quartieren zwischen 7000 und 10.000 junge Menschen im Alter bis 27 Jahre leben, die nach dem Durchlaufen beziehungsweise dem Abbruch aller Regelangebote (Schule, Ausbildung, berufsvorbereitende Angebote) keinen Schul- und Berufsabschluss haben. „Wir fordern alle Verantwortlichen auf, diese jungen Menschen wieder in den Blick zu nehmen und ihnen individuelle Angebote zur Integration in Arbeit zu unterbreiten“, heißt es in dem kirchlichen Appell.

Das Handwerk sieht sich in diesem Anliegen an der Seite der Kirchen, versicherte Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk.NRW, dem rheinischen Präses Manfred Rekowski heute bei einem persönlichen Treffen in Köln. Die Herausforderung sei so groß, dass sie nur mit möglichst vielen Mitspielern gemeistert werden könne.

Auf den Weg gebracht wurde der Appell vom Bonner evangelischen Institut für berufsorientierte Religionspädagogik (bibor) an der Universität Bonn, das aus protestantischer Bildungsverantwortung heraus ein besonderes Augenmerk auf Jugendliche ohne Ausbildungsberuf hat.

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Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 13.10.2017


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