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WACC und CCME fördern Kommunikationsrechte von Migranten in Europa

Flüchtlingen in den Medien eine eigene Stimme geben

Pressemitteilung Nr. 173/2016

Düsseldorf. Wie werden Flüchtlinge in europäischen Medien dargestellt? Gibt es Beispiele guter medialer Praxis, aus denen sich Leitlinien für eine angemessene Berichterstattung ableiten lassen? Wie kann es gelingen, Flüchtlinge selbst stärker zu beteiligen und ihnen in den Medien eine Stimme zu geben? Um Fragen wie diese zu beantworten, haben die Weltvereinigung für christliche Kommunikation – Europa (World Association for Christian Communication – Europe, WACC Europe) und die Kirchenkommission für Migranten in Europa (Churches‘ Commission for Migrants in Europe, CCME) jetzt ein gemeinsames, auf zwölf Monate angelegtes Projekt gestartet. Es wird hauptsächlich von der italienischen Waldenser-Kirche finanziert, die Evangelische Kirche im Rheinland beteiligt sich mit einem vierstelligen Betrag.

„Medien und besonders soziale Netzwerke werden zunehmend genutzt, um Stimmung zu machen. Das trifft auch Flüchtlinge. Tendenziöse und stereotype Berichterstattung aufzudecken, ist Grundlage eines verantwortungsvollen Umgangs mit Medien“, begründet Kirchenrat Pfarrer Ralf Peter Reimann, Internetbeauftrager der rheinischen Kirche, das Engagement.

Das Projekt nutzt eine Methodik der vergleichenden Medienbeobachtung, die von der WACC bereits für eine weltweite Studie im Bereich Gender erfolgreich angewendet wurde. Die Analyse der Darstellung von Flüchtlingen in den Medien erfolgt in mindestens fünf europäischen Ländern, darunter Einreise-, Durchreise- und Bleibestaaten. Gemeinsam mit Journalistinnen und Journalisten werden Good-Practice-Beispiele zusammengetragen und Pläne entwickelt, wie Flüchtlinge ihr Recht auf Meinungsäußerung wahrnehmen und selbst in Medien und Netzwerken zu Wort kommen können.

„Wer seine Heimat verloren hat, ist deshalb nicht rechtlos. Kommunikationsrechte sind besonders für Flüchtlinge wichtig, damit nicht nur über sie geredet und geschrieben wird, sondern sie selbst von ihren Erfahrungen erzählen“, sagt Reimann zur Bedeutung des grenzübergreifenden Projekts.

Zum Hintergrund: WACC - Europe ist der europäische Regionalverband der Weltvereinigung für christliche Kommunikation (www.waccglobal.org), der für Kommunikationsrechte eintritt, um so soziale Gerechtigkeit für Menschen aller Religionen, Ethnien und Kulturen zu fördern. WACC hat Personen und Institutionen als Mitglieder in 120 Ländern weltweit.

Die Kirchenkommission für Migranten in Europa (www.ccme.be) ist die ökumenische Agentur für Migration und Integration, Asyl und Flüchtlinge sowie gegen Rassismus und Diskriminierung in Europa. Mitglieder sind anglikanische, orthodoxe und evangelische Kirchen und Kirchenräte sowie kirchliche Einrichtungen in derzeit 18 europäischen Ländern.

 

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Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 05.12.2016


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