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Feier zu Pfingsten und Reformation beginnt mit Rundfunkgottesdienst

Ökumenisches Christusfest in Koblenz: „Wir feiern den guten Geist Christi“

Pressemitteilung Nr. 123/2017

Koblenz. Mit einem konfessionsübergreifenden Rundfunkgottesdienst hat am Morgen das Ökumenische Christusfest auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz begonnen. Im Mittelpunkt des Tages steht die Begegnung der christlichen Konfessionen. Gemeinsam feiern evangelische, katholische, altkatholische, orthodoxe und freikirchliche Christinnen und Christen 500 Jahre nach Beginn der Reformation ihren Glauben. Die Veranstalter erwarten rund 8000 Besucherinnen und Besucher.

Christinnen und Christen aller Konfessionen nahmen vor der Hauptbühne an dem Gottesdienst teil, der unter dem Motto der Evangelischen Kirche im Rheinland für das Reformationsjubiläum „vergnügt, erlöst, befreit“ stand. Er wurde auch live im Deutschlandfunk übertragen.

An Pfingsten feierten die Gläubigen den guten Geist Christi, der die Menschen aufrichte mit seiner Kraft und sie inspiriere, sagte Oberkirchenrätin Barbara Rudolph von der Evangelischen Kirche im Rheinland in ihrer Predigt. Wie in der Geschichte aus dem Lukasevangelium von der durch Arbeit, Sorge und der Last des Lebens verkrümmten Frau, die Jesus in der Synagoge wieder aufrichtete (Lukas 13, 10-14), habe sich vor rund 500 Jahren auch Martin Luther in seinem Ringen um Gott erlebt. Der Reformator sei überzeugt gewesen, dass jeder Mensch in sich verkrümmt und von der Angst getrieben sei, ob er gut genug sei, ob er in den Augen der anderen bestehen könne – bis er berührt werde von der liebevollen Zuwendung Gottes, so die Leiterin der Abteilung „Theologie und Ökumene“ der rheinischen Kirche.

Luther habe diese Zuwendung in den Worten der Bibel gefunden und in Jesus Christus. „Am Ende seines schmerzlichen Erkenntnisweges hat Luther gefeiert: Christus hat mich erlöst. Darum feiern wir heute hier gemeinsam ein Christusfest. Über alle Konfessionsgrenzen und Kirchenmauern hinweg feiern wir, dass Christus uns begegnet ist“, sagte Rudolph. Christi Berührung habe die Gläubigen frei gemacht und darum vergnügt. Er schenke ihnen den aufrechten Gang und freien Atem. „Und wir versuchen, seinen Spuren zu folgen“, so die Oberkirchenrätin.

„Uraufführung“ nach 500 Jahren Reformation

Pastor Dr. Jochen Wagner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Region Südwest, erinnerte in dem Gottesdienst an die Selbstverpflichtung der europäischen Kirchen zum ökumenischen Miteinander, die sie in der Charta Oecumenica von 2003 niedergelegt haben. „Wir wollen einen Beitrag leisten zu einem humanen und sozialen Europa. Wir wollen das tun auf der Grundlage der Menschenrechte und grundlegender Werte wie Freiheit, Toleranz und Partizipation“, zitierte er aus der Charta.

Nach dem Gottesdienst begrüßte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, die Gäste des Christusfestes: „Das ist heute eine Uraufführung: Zum ersten Mal seit 500 Jahren wird die Reformation nicht als protestantisches Fest gefeiert, das eine gute Gelegenheit bietet, sich auf Kosten anderer Kirchen zu profilieren und abzugrenzen. Gemeinsam schöpfen wir aus denselben Quellen und lassen uns von den Worten Christi ansprechen, berühren und in Bewegung setzen. Er will, dass wir alle eins werden.“ In der Vorbereitung auf diesen Tag habe man auch vor Gott gebracht, „wo wir im Laufe unserer Geschichte andern Mitchristen und Kirchen Leid zugefügt haben, wo wir schuldig geworden sind. Das macht uns frei nun heute unter dem Motto ,vergnügt, erlöst, befreit' dieses Christusfest zu feiern“.

Die Besucherinnen und Besucher auf der Festung Ehrenbreitstein erwartet noch bis 18 Uhr fröhliche Kirchentagsatmosphäre. Auf dem Programm stehen mehr als 80 Angebote – inspirierende Gottesdienste, Diskussionspodien mit Vertretern aus der europäischen Ökumene, Begegnungen mit dem Reformator Martin Luther in Lesungen, Theater- und Mitmachaktionen sowie 13 Konzerte von Gospel bis Rap mit Chören und Orchestern aus der Region. Auf einem Markt der Möglichkeiten stellen sich 23 kirchliche Einrichtungen und Gruppen vor. Für Kinder und Jugendliche gibt es Bewegungs- und Kreativangebote.

Den Abschluss des Tages bildet um 17 Uhr auf der Bühne im Festungspark ein Sendungsgottesdienst mit den leitenden Geistlichen der pfälzischen und rheinischen evangelischen Kirche, der ACK Südwest, der Bistümer Trier und Speyer und der Griechisch-orthodoxen Metropolie. Eintausend Luftballons mit Segenswünschen werden dabei in den Himmel steigen und die Botschaft des Ökumenischen Christusfestes in die Welt tragen.

Koblenz / EKiR-Pressestelle / 05.06.2017


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