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Manfred Rekowski sprach auf Demo in Wuppertal zur Lage der Flüchtlinge

Präses: „Friedensnobelpreiswürdig ist das nicht – es ist eine Schande“

Pressemitteilung Nr. 147/2015 

„Die Flüchtlingspolitik der letzten Monate und Jahre wirkt so, als seien die europäischen Regierungen kollektiv freiwillig in den einstweiligen Ruhestand getreten.“ Mit deutlichen Worten machte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski am Samstag bei einer Demonstration in Wuppertal seinem Ärger über die Politik der EU-Staaten Luft: „Den Regierungen sagen wir: Tut um Gottes und der Menschen willen endlich etwas! Nehmt eure Verantwortung endlich wahr!“


Er finde es unerträglich, „dass in Europa scharenweise Flüchtlinge ertrinken oder in Schlepperlastwagen ersticken und im Dickicht von Nicht-Zuständigkeiten planlos verschoben werden“. Genauso planlos würden die dringend notwendigen Entscheidungen über wirksame Lösungen immer wieder auf die lange Bank geschoben. „Friedensnobelpreiswürdig ist das nicht – es ist eine Schande!“, sagte Präses Rekowski in einem Grußwort den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Demonstration „Wuppertal ist bunt – Flüchtlinge sind willkommen“. Anlass dieser Demo war eine andere Kundgebung: Die rechte Bewegung „Pro Deutschland“ hatte für Samstag zu einer Demonstration gegen die Einrichtung einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in einem Hotel aufgerufen. Daraufhin forderte unter anderem die Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e. V. zu Gegenprotesten auf, denen sich neben dem Präses auch die Superintendentin des Kirchenkreises Wuppertal Ilka Federschmidt anschloss. Auch dazu fand Rekowski deutliche Worte: „Der Übergang vom verbalen Zündeln – so wie das heute einige hundert Meter von uns entfernt auch wieder geschieht – zur tatsächlichen Brandstiftung oder zu anderen Übergriffen ist inzwischen sehr fließend. Ich finde das unerträglich!“ Vielmehr müsse gelten: „Wir sagen Nein zu Fremdenhass und Hetze gegen Flüchtlinge. Wir sagen Ja zu Flüchtlingen in unserem Land und hier in Wuppertal. Wir sagen Ja zu einem Europa der Menschlichkeit, der offenen Grenzen und zu einem Europa, das auch jenseits seiner Außengrenzen Verantwortung übernimmt und Fluchtursachen bekämpft.“

Düsseldorf/Wuppertal / EKiR-Pressestelle / 05.09.2015


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