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Rheinisches Fest an Pfingstsonntag steht im Zeichen weltweiter Ökumene

Präses Manfred Rekowski: „Reformation ist kein Zustand, sondern eine Bewegung “

 Pressemitteilung Nr. 67/2016

Mülheim/Ruhr. Ein buntes ökumenisches Fest feiern die Evangelische Kirche im Rheinland und der Kirchenkreis An der Ruhr unter dem Motto „beGeistert 2016 – Weite wirkt“ am Pfingstsonntag, 15. Mai 2016, im Stadthallengarten in Mülheim an der Ruhr. Dazu werden zahlreiche ökumenische Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. Mitglieder der Kirchenleitungen von zwölf europäischen und außereuropäischen Partnerkirchen kommen auf Einladung der rheinischen Kirche zum Mülheimer Pfingstfest. Auch zahlreiche Partnerschaftsgruppen aus Kirchenkreisen und Kirchenkreisen beteiligen sich am Programm.

Das Fest im Mülheimer Stadthallengarten ist der rheinische Höhepunkt der Kampagne „Weite wirkt“, mit dem die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche im Jahr vor dem Reformationsjubiläum 2017 an die Folgen der Reformation für die Kirchen weltweit erinnern. Schirmherrin ist Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die auch am Pfingstfest teilnehmen wird. Seit 2008 widmen die evangelischen Kirchen in Deutschland jedes Jahr in der Reformationsdekade einem besonderen Thema. In diesem Jahr geht es um die „Reformation und die Eine Welt“.

Begegnungen mit Menschen aus aller Welt direkt vor der Haustür

„Die weite Welt ist damit die Eingangspforte zum Reformationsjubiläum“, sagte Oberkirchenrätin Barbara Rudolph vor Medienvertreterinnen und Medienvertretern am heutigen Donnerstag im Mülheim bei der Vorstellung des Festprogramms. Aus den Wurzeln von 1517 sei ein großer Baum gewachsen, mit vielfältigen Zweigen, sagte die Leiterin der Ökumene-Abteilung im Düsseldorfer Landeskirchenamt weiter. „Wir müssen keine teure Flugreise buchen oder den nächsten Partnerschaftsbesuch abwarten, um diese Vielfalt kennenzulernen: Die weltweite Ökumene ist längst bei uns angekommen. Deutschland ist ein Einwanderungsland und mehr als die Hälfte der Menschen, die hierher kommen, sind Christinnen und Christen.“ Begegnungen mit Menschen aus aller Welt seien direkt vor der Haustür möglich.

„Wir hoffen auf eine ,Befreiende Reformation’“

„Die Zukunft der Kirche ist längst keine Frage der Konfessionen mehr“, sagte Präses Manfred Rekowski in Mülheim, das Reformationsjubiläum sei ein guter Anlass, gemeinsam etwa mit der katholischen Kirche über die zukünftige Gestalt von Kirche nachzudenken. „Denn Reformation ist kein Zustand, sondern eine Bewegung, ein Prozess, der sich nicht nur auf die Kirchen der Reformation beschränkt“, so der oberste Repräsentant der zweitgrößten Gliedkirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Vor 500 Jahren habe die Reformation Bewegung in die Kirche gebracht. Das sei allerdings kein Grund, sich im Jubiläumsjahr auf die Schultern zu klopfen, Kirche solle sich vielmehr den Herausforderungen, vor denen sie heute stehe, stellen. Viele Menschen stünden dem christlichen Glauben gleichgültig gegenüber, ließen Kirche bei der Suche nach Orientierung in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt links liegen. „Haben wir uns so sehr in unserer Kirche eingerichtet, dass wir nicht mehr in der Lage sind, auf Fragen und Bedürfnisse zu hören und in einer angemessenen Sprache zu und einer neuen Spiritualität auf die Menschen zuzugehen?“, fragte der rheinische Präses. „Wir hoffen auf eine ,Befreiende Reformation’“, sagte Rekowski.

„Christsein hängt nicht von Gemeinde- oder Ländergrenzen ab, ganz im Gegenteil“

Der Superintendent des Kirchenkreises An der Ruhr, Pfarrer Helmut Hitzbleck, erwartet zum Pfingstfest zahlreiche Besucherinnen und Besucher im Stadthallengarten entlang der Ruhr: „Am Pfingstsonntag feiern wir mit Christen aus Mülheim und ökumenische Gästen aus aller Welt unter dem Motto ,beGeistert ¬ Weite wirkt’. Als Christinnen und Christen verbindet uns der Glaube mit Menschen auf der ganzen Welt. Christsein hängt nicht von Gemeinde- oder Ländergrenzen ab, ganz im Gegenteil.“

Der Kirchenkreis An der Ruhr lädt alle vier Jahre die evangelischen Christinnen und Christen des Kirchenkreises und ihre Gäste zu einem großen Pfingstfest mit Gottesdienst sowie Kultur- und Begegnungsprogramm. Im Themenjahr „Die Reformation und die Eine Welt“ feiert die ganze rheinische Kirche mit. „Wir zeigen bei vielen Mit-Mach-Aktionen, was unsere Kirche ausmacht. Besonders freue ich mich auf die Programmbeiträge der internationalen Gäste und auf alle Besucherinnen und Besucher, gleich welchen Glaubens, die am Pfingstsonntag mit uns feiern möchten“, sagte Hitzbleck vor der Presse.

Am Pfingstfest im Mülheimer Stadthallengarten werden auf Einladung der rheinischen Kirche zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von europäischen und außereuropäischen Partnerkirchen erwartet. Das Fest am 15. Mai 2016 beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst um 11 Uhr, es predigt Oberkirchenrätin Barbara Rudolph. Anschließend gibt es Konzerte auf der Bühne direkt an der Ruhr, Floßfahrten, Spiel- und Kreativaktionen für Groß und Klein. Ein Weltcafé und ein Markt der Möglichkeiten haben geöffnet. Musikalischer Höhe- und Schlusspunkt wird auf der Hauptbühne ab 18 Uhr der Auftritt von Judy Bailey und Band sein.

Informationen zur Weite-wirkt-Kampagne und zur Veranstaltung in Mülheim finden Sie im Internet auf: www.weite-wirkt.de und www.begeistert2016-weitewirkt.de.

Mülheim/Ruhr / EKiR-Pressestelle / 14.04.2016


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